CD-Review: Lazarus A.D. - Black Rivers Flow

Besetzung

Jeff Paulick – Gesang, Bass
Dan Gapen – Gitarre, Gesang
Alex Lackner – Gitarre
Ryan Shutler – Schlagzeug

Tracklist

01. American Dreams
02. The Ultimate Sacrifice
03. The Strong Prevail
04. Black Rivers Flow
05. Casting Forward
06. Light A City (Up In Smoke)
07. Through Your Eyes
08. Beneath the Waves of Hatred
09. Eternal Vengeance


Zwei Jahre waren LAZARUS A.D. überall auf der Welt unterwegs, wollten ihr Debüt „The Onslaught“ unters Volk bringen. Man tourte mit Amon Amarth, Goatwhore und Skeletonwitch, konnte die Idole Testament auf deren US-Tour supporten und letzten Endes sogar auf dem japanischen Loud Park Festival spielen. Zwischen all den Gigs und Touren fanden die vier Jungs aus dem nördlichen US-Bundesstaat Wisconsin auch noch irgendwann Zeit, ihre neue Langrille „Black Rivers Flow“ für ihre Labelheimat Metal Blade Records einzuprügeln.

War die Genreeinordnung beim Vorgänger „The Onslaught“ schon relativ schwer, machen die Ammis es einem mit ihrem Drittling praktisch unmöglich, eine genauere Schublade zu finden. Was am Anfang noch als moderner Thrash Metal beworben wurde, klingt anno 2011 nach wesentlich mehr als das.
Der Opener „American Dreams“ startet mit einem ausgefeilten Gitarrenlead, das man so eher im melodischen Death Metal erwarten würde, vertritt gesanglich aber die Angepisstheit eines astreinen Hardcore-Krachers. Positiv überrascht wird der Hörer feststellen dürfen, dass sich Sänger und Bassist Jeff Paulick und Gitarrero Dan Gapen die Gesangsparts fast 50:50 untereinander aufgeteilt haben. Im Folgenden verfestigt sich der groovende Eindruck, den LAZARUS A.D. schon mit „The Onslaught“ hinterlassen haben. Während „The Strong Prevail“ einen kleinen Gruß Richtung Pantera schickt, ballert der fulminante Titelsong „Black Rivers Flow“ mit heftigen Thrash-Gitarren, erinnert an die Vorbilder Testament. Die Nordstaatler scheinen ihren eigenen Sound endgültig gefunden zu haben, sogar klarer Gesang wie bei „Casting Forward“ passt problemlos ins Gesamtbild. Jampes Murphy, der abermals für die abschließende Veredelung der Scheibe zuständig war, passt zur Truppe wie die Faust aufs Auge.
Dass Shouts den Gesangsteil von „Black Rivers Flow“ dominieren und hier und da sogar auf Screams zurückgegriffen wird, unterstreicht den modernen und vielschichtigen Charakter der Langrille, der sich natürlich auch in instrumentalen Passagen – wie den todesmetallischen Gitarren bei „Through Your Eyes“ – offenbart.

Fest steht, dass „Black Rivers Flow“ ein paar mehr Durchgänge als sein direkter Vorgänger brauchen wird, um wirklich zu zünden. Die Weiterentwicklung von „The Onslaught“ hierzu war enorm, viele Freunde der alten Scheibe werden mit dieser womöglich nicht warm werden. Trotzdem sind LAZARUS A.D. auf gutem Wege, sich damit einen echt guten Namen zu erspielen. Wer auf diesen bunten Mix steht, der heute oftmals als Groove Metal bezeichnet wird, sollte unbedingt ein Ohr in die Scheibe riskieren. Ihren Hörern den Kopf abzuschrauben haben die Metal Blade-Recken jedenfalls nicht verlernt.

Bewertung: 7 / 10

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