CD-Review: We Are Legend - Rise Of The Legend

Besetzung

Selin Schönbeck – Gesang, Piano
Dirk Baur – Gitarre
Siggi Maier – Gitarre
Dominik Burgdörfer - Bass
Heiko Burst – Schlagzeug

Tracklist

01. Hungry Mirrors
02. This Holy Dark
03. Enemy Within
04. Birth Of The Legend
05. Rise Of The Legend
06. God Is Dreaming
07. Out!
08. Only Time Can Tell
09. March Of The Living


Es zeugt von einem gesunden Selbstvertrauen, wenn sich eine Band WE ARE LEGEND nennt und ihr Debüt auf den Namen „Rise Of The Legend“ tauft. Wobei das mit dem Debüt so eine Sache ist; denn man hat es nicht mit blutjungen Einstiegsmusikern zu tun, sondern mit erfahrenen Recken, die bei Bands wie Stormwitch, Abraxas oder (noch aktuell) Coronatus spielten und spielen. Nachdem man im vergangenen Jahr mit einer selbstbetitelten EP schon einiges an Aufsehen erregen konnte, erscheint dieser Tage also das Debüt – und dieses muss beweisen, dass die Erwartungen der Band gegenüber nicht zu hoch gesteckt waren.

Nun, was soll ich sagen: Sie waren es nicht. Absolut nicht. WE ARE LEGEND legen zum Jahresende ein tiptop produziertes Power-Metal-Album vor, das mit hämmernden Drums und sägenden Gitarren den Staub von diesem Genre bläst, der sich über das Jahr hin eben so ansammelt. Was „Rise Of The Legend“ aber letztlich zu einem musikalischen Volltreffer macht, ist die Tatsache, dass die an das Genre des leicht proggigen Power Metals herangetragenen Erwartungen immer wieder gebrochen, man könnte auch sagen: enttäuscht werden. Und selten hat eine Enttäuschung so gut getan!

Nicht dass man nun die schwermetallische Szene auf den Kopf stellen würde; selbstverständlich scheinen auch bei WE ARE LEGEND die Größen des internationalen Power Metals durch. Aber der Gruppe geht der Bierernst, mit dem so mancher Apostel des wahren Stahls durch die Landen läuft, völlig ab. Statt Geklirre mit Schwertern baut die Band kleine Gimmicks in ihre Musik ein (wie beispielsweise eine weithin bekannte Glockenmelodie in „Enemy Within“), bricht ihr hartes Riffing mit A-Cappella-Einlagen auf oder nutzt kleine, verspielte Klavierpassagen, um ihre Songs einzuleiten. Dazu kommt noch eine ordentliche Portion an Abwechslung bezüglich des Tempos, eine blitzsaubere Instrumentalfraktion und ein teils wirklich beeindruckend agierender Sänger. Herz, was willst du mehr?

Freunde des herzhaften Power Metals müssen diese CD anhören; Songs wie das tierisch groovende „Out!“, das mit einer nahezu süchtig machenden Strophenmelodie daherkommt, das rasante „Enemy Within“ oder der Rausschmeißer „March Of The Living“ mit seinem starken Refrain gehören zum überzeugendsten Debütmaterial, das das Jahr 2013 zu bieten hat. Das nächste Mal darf man dann noch gerne auf gesprochene Zwischenstücke („Birth Of The Legend“) verzichten und stattdessen einen weiteren Hammer einspielen. So oder so: Daumen hoch und Haare auf.

Bewertung: 9 / 10

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