Review Linkin Park – Collision Course (w/ Jay-Z)

Und weiter gehts mit Linkin Park. Nach dem sehr guten Debut, der mäßigen Remix-Platte, dem überflüssigen zweiten Album und der fragwürdigen Live-CD ist es wieder an der Zeit, die nächste Veröffentlichung auf die Fanschar loszulassen. Selbstzerstörung und leichte Penetranz wird dabei ohne großen Pathos aus dem Weg geräumt und schließlich versieht man das nächste Album wieder mit dem Linkin Park Etikett und verkaufen tut sich das seit „Hybrid Theory“ eh wie warme Semmeln.

Diesmal gehen die sechs Buben sogar einen großen Schritt weiter: Im Rahmen der „Mtv Mash-Up“ Show drehte man die in Rohfassung eigentlich akzeptabel klingender Linkin Park-Songs durch den musikalischen Fleischwolf und versah die Strukturen mit allerhand Rhyme-Spaß vom Rentner des Rap, Jay-Z. Unter der Überschrift „Nu-Metal Cross HipHop“ zerstörte man also im Grunde beiderseits gutes musikalisches Back-Up und zeigte sich selbst und der Welt, wie einfach das über die Bühne gehen kann. Dabei standen insbesondere Linkin Park vor keiner großen Herausforderung: Bereits im Jahre 2002 verscherbelte man auf „Reanimation“ sämtliche Songs aus ihrem doch sehr geschätzten Debut. Diesmal ging es dem ohnehin schon sehr verrufenen Album „Meteora“ an den Kragen. Mit anderen Worten: „Re-Remix“. Mehrere Millionen Käufer werden aber trotzdem dafür sorgen, dass das Album mindestens Gold einfahren wird.

Während das Gespött der damals wahren Fangemeinde weiterhin nichts als verbrannte Erde hinterlässt, freut sich das vermeintliche Fan-Herz auf die zusätzliche DVD: Diese ist ausgestattet mit allen erdenklichen Schikanen. Von der Live-Performance der Songs im „Roxy Theater“ bis hin zur bandeigenen Fotogalerie, welche die Performance als Standbilder festhielt. Völlig unspektakulär also.

Zu den Songs an sich gibt es nicht viel allzu viel zu berichten: Allerhand elektronische Hooklines gesellten sich zu dezenten Gitarren und lieblichem Gesang, überschattet mit „Jigga“’s Rap-Einlagen. Völlig uninteressant und bedenklich. Betrachtet man die unbehandelten Versionen beider Parteien, so drängt sich stets die Frage auf, was man durch diesen musikalischen Unsinn eigentlich erzielen wollte? Sicherlich werden die Herausgeber von großen Momenten im Studio und der Magie in den Songs reden – im Volksmund heißt das aber kurz und trocken: Viel Geld. Über die Spiellänge der CD reden wir wohl besser gar nicht.

Wer auf hochwertige, anspruchsvolle Musik steht, wird dieser Platte keinen einzigen Lichtblick abgewinnen. Selbst für das treueste Fanherz eine mehr als fragwürdige Auseinandersetzung. Also lieber drum herum als geradewegs vorbei. Und tschüss!

Wertung: 1 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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