CD-Review: Liquid Steel - Mountains Of Madness

Besetzung

Fabio - Gesang
Julle - Gitarre
Ferdl - Gitarre
Dominik - Bass
Martin - Schlagzeug

Tracklist

01. Traveller In Time
02. Victim Of The Night
03. Heavy Metal Fire
04. Mountains Of Madness
05. Phoenix
06. Alpine Warrior
07. On The Run
08. City Lights
09. Nothing To Lose
10. Thunder And Lightning


Schweden mag nach wie vor die Nase vorn haben, aber auch Österreich leistet seit einiger Zeit einen nicht zu verachtenden Beitrag zur NWOTHM: Neben Bands wie High Heeler und den Newcomern Roadwolf stechen da vor allem die aus Innsbruck stammenden LIQUID STEEL hervor. 2009 gegründet sind die Burschen sicherlich keine Neulinge mehr und konnten sich bereits mit ihren ersten beiden Alben „Fire In The Sky“ (2014) und „Midnight Chaser“ (2016) als Underground-Lieblinge etablieren, die auf entsprechenden Festivals stets gerne gesehen sind. Fünf Jahre nach ihrer letzten Platte sind LIQUID STEEL beim süddeutschen Label Metalizer Records untergekommen und haben gerade mit „Mountains Of Madness“ ihr drittes Album veröffentlicht.

Wer LIQUID STEEL kennt, weiß, dass sich die Band dem Heavy Metal der alten Schule verschrieben hat und das hat sich auch mit „Mountains Of Madness“ nicht geändert. Dennoch verfolgen die Österreicher einen anderen Ansatz als viele ihrer Genre-Kollegen: Während die Truppe selbstverständlich auf entsprechend traditionsbewusstes Riffing und die obligatorischen Twin-Leads setzt, verpacken LIQUID STEEL ihre Musik in weitaus zeitgemäßeren Sound als manch andere Band der Sparte. „Mountains Of Madness“ klingt zu keiner Zeit zwanghaft nach Schallplattensound, sondern kommt wuchtig und druckvoll aus den Boxen.

Erwähnte Riffs und Melodien sind dabei durchweg gelungen und atmen etwa in „Victim Of The Night“ oder „Phoenix“ deutlich hörbar den Geist der ersten Hochphase des Metal. Allerdings gehen LIQUID STEEL damit noch einen Schritt weiter: Anders als viele andere NWOTHM-Bands setzen die Herren nicht – ausschließlich – auf Riffs und rockige Attitüde, sondern verstärkt auf Atmosphäre und Bombast. „Moutains Of Madness“ ist über weite Strecken im mittleren Tempo angesiedelt und die Riffwände werden hier oft von cleanen Gitarrenintros und vergleichsweise sanften Mittelteilen konterkariert. Das erinnert in seinen besten Momenten an Iron Maiden auf „Somewhere In Time“ und sorgt für eine Vielschichtigkeit, die dem Sound von LIQUID STEEL ein deutliches eigenes Profil verleiht – man höre hierzu etwa den Titeltrack, „Alpine Warrior“ oder „Thunder And Lightning“.

Dazwischen finden sich auch kompaktere, gradlinige Rocker, die vor allem live gut funktionieren sollten. An diesen Nummern ist grundsätzlich nichts verkehrt und sie bieten eine schöne Abwechslung zu den epischen Songs der Platte, gehören aber nicht zu den stärksten Momenten von „Mountains Of Madness“: Titel wie das treibende „City Lights“ oder „Nothing To Lose“ sind mit ihren klischeebeladenen Riffs und Texten über Wein, Weib und Gesang sicherlich genau das, was das Publikum von LIQUID STEEL während einer schweißtreibenden Show mehrheitlich hören will. Neben den durchkomponierten, filigranen und durchdachten Hymnen dieses Albums wirken sie jedoch ein wenig deplatziert und aufgesetzt. Schlechte Songs sind sie deshalb gewiss nicht und live lässt sich eine Setlist ja entsprechend zusammenstellen, um auch diese Nummern angemessen zur Geltung zu bringen.

Wer den Soundtrack für die nächste bierselige Party sucht, wendet sich besser an Bands wie Stallion, denn dafür ist die Musik von LIQUID STEEL über weite Strecken zu sperrig. Mit „Mountains Of Madness“ liefern die Österreicher ein für ihre Sparte ungewohnt tiefes Album ab, für das man zwar etwas mehr Zeit als etwa für die neueste Platte ihrer Kollegen Roadwolf mitbringen muss, dafür aber auch mit entsprechend vielschichtigen Songs belohnt wird. In jedem Fall ist es ebenso couragiert wie spannend, dass LIQUID STEEL des Öfteren vom Gas gehen bzw. das Pedal gar nicht erst voll durchtreten. Dieser Mut zu ausgefeilteren Arrangements ist gerade bei jüngeren Old-School-Bands nicht selbstverständlich und hebt die Innsbrucker deutlich von ihren Mitstreitern ab.

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Bewertung: 7.5 / 10

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