Review Madder Mortem – Deadlands

Puh!!

Hier könnte die Review schon zu Ende sein, denn nach den ersten Durchgängen des prallgefüllten Re-Releases „Deadlands“ der Norweger MADDER MORTEM fühlte ich mich erst mal kräftig erschlagen. Sicher, progressive Musik ist nichts, was man im Schnelldurchgang eben abfrühstückt, dennoch versetzte mich als Gelegenheitsprogger diese Platte in eine neue Dimension des Genres.

Auch nach diversen Durchläufen bin ich mir noch reichlich unschlüssig, was ich von der Musik halten soll. Einerseits sind gerade zu Beginn einige extrem coole Melodien vorhanden, andererseits habe ich speziell gegen Mitte/Ende das Gefühl, dass da einiges nur noch an mir vorbeiplätschert und ich es gar nicht richtig erfassen kann. Besonders schwer tue ich mich mit den Gitarrenriffs, die sich allzu oft jeglichem Zugang entziehen. Die Gesangslinien sind für sich gesehen zwar fast durch die Bank richtig gut, das Manko ist hier viel eher, dass sie sich so stark von dem Rest der Musik abheben, dass es fast so scheint, als wenn man die falschen Vocals zu den richtigen Gitarren gemischt hätte oder anders herum.

Nun, wenn sich schon die Musik als Ganzes nicht so fassen lässt, kann sich ja vielleicht einfach ein paar Liedern im etwas konkreten Stil widmen. Ein gutes Beispiel für die angesprochene Diskrepanz zwischen Gitarre und Gesang liegt im nach dem Intro ersten richtigen Song „Necropol Lit“ vor. Irgendwie Ohrwurm, irgendwie aversiv, so tritt das Lied mir gegenüber auf und man ist hin und her gerissen, ob man das jetzt positiv oder negativ bewerten soll. Als Philantroph entscheide ich mich mal für ersteres, gerne hätte ich da aber ein paar Argumente als nur mein freundliches Wesen gehabt.

Diese Argumente liefert das etwas ausufernd daherkommende „Rust Cleansing“, bei dem es sich phasenweise zwar auch so anhört, als wenn die Gitarre eigentlich nicht für eine recht liebliche Frauenstimme geschrieben worden wäre, aber auch dank einiger seichterer Sechssaitenparts ist der Song schon irgendwie stimmiger als die meisten anderen Nummern. Hier könnte ich mich sogar zu einer Empfehlung durchringen, Freunde von melodischem Gothic Rock im Stile von „The Gathering“ könnten eventuell Gefallen finden, ansonsten müssen sich MADDER MORTEM wohl oder übel auf die eigene Nische verlassen, die sie mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Musik auf jeden Fall besetzt haben.

Beim Schreiben merke ich, dass es mir trotz vieler Worte nicht wirklich gelingt, die Essenz von „Deadlands“ vernünftig zu verpacken. Man hat die Floskel tausende Male gehört, aber ich bin mir sicher, dass sie selten so gut wie hier passte: einfach selber anhören. Meine Ratlosigkeit ließ sich auch durch intensive Beschäftigung nicht abbauen und so verzichte ich zu guter Letzt dann auch auf eine Bewertung. Selber anhören, selber erfassen, selber bewerten. Mach Dein Ding!!!

Keine Wertung

Publiziert am von Jan Müller

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