CD-Review: Madder Mortem - Desiderata

Besetzung

Agnete M. Kirkevaag - Gesang
BP M. Kirkevaag - Gitarre, Hintergrundgesang
Odd Eivind Ebbesen - Gitarre
Tormod Moseng - Bass, Hintergrundgesang
Mads Solås - Schlagzeug

Tracklist

01. My Name Is Silence
02. Evasions
03. Plague On This Land
04. Dystopia
05. M For Malice
06. The Flood To Come
07. Changeling
08. Cold Stone
09. Hypnos
10. Sedition
11. Desiderata
12. Hangman


Es gibt viel Unbschreibliches – die menschliche Gefühlswelt, Musik die mehr sagt als Worte und das Eintauchen in eine Phantasiewelt. Auf „Desiderata“ hat man von allen drei Aufzählungen etwas dabei. Man muss nur offen für Neues sein. Allen „Verschlossenen“ kann ich jetzt schon raten, nicht in diese Scheibe zu hören.

Die Musik von MADDER MORTEM lässt sich nicht klassifizieren, daher muss ich auf Bandvergleiche oder ähnliches verzichten und kann euch, den Lesern, nur eine ungefähre Beschreibung der Musik liefern.Die Norweger haben sich auf ihrem nun schon fünften Album endgültig von allen Gothicwurzeln losgesagt und setzen ihre ganz eigenen, unkonventionellen Gedanken um. Allein der Opener „My Name Is Silence“ drückt einen so sehr an die Wand, dass man danach eigentlich eine Pause nötig hätte. Aber das könnt ihr euch abschminken! Fette, schwere Riffs wechseln sich ab mit filigranen Melodien und das ganze dann in einer Art Hardcore-Stil verpackt.
Wie schon erwähnt, ich versuche lediglich nur die Musik zu beschreiben.
Allein die extrem facettenreiche Stimme von Agnete macht diesen Output so unverwechselbar. Und die Experimentierfreudigkeit der Norweger steht in einem so krassen Kontrast zum Einheitsbrei, den man sonst so hört – frei nach jeder kopiert jeden. Anstatt so harmonisch und verdaubar wie es nur geht zu klingen, setzt man hier auf Disharmonie und Arhytmik – dennoch strotzden die Songs nur so voller Dynamik! Was hier an Ideen in einen Song gesteckt wird, kriegen viele Bands in ihrer ganzen Karriere nicht hin.
Habe ich schon erwähnt, dass man „Desiderata“ nicht beschreiben kann?

Ich behaupte einfach mal, dass dieses Album ein Miststück ist. Ein richtig fieses. Mal zickig, mal sauer, dann versucht es sich wieder einzuschleimen und verwöhnt die Ohren mit himmlischen und vorallem leisen Klängen aber uch nur um im nächsten Moment einem dann richtig einen vor den Latz zu knallen. Aber lasst euch nicht einschüchtern oder abschrecken. Wer dieses Album erstmal überstanden hat wird es lieben lernen.
Pioniere gibt es immer weniger, aber hier haben wir wieder welche. Und sie bieten uns zwölf mal Unbeschreibliches beziehungsweise Unbenotbares dar.

Keine Wertung

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