CD-Review: Mono & The Ocean - Transcendental

Besetzung

Tracklist

01. The Ocean - The Quiet Observer
02. Mono - Death In Reverse


Lange Zeit war die Split etwas aus der Mode gekommen – wohl nicht zuletzt, weil das Konzept seinerseits auf der Teilbarkeit eines Tonträgers in zwei Seiten basierte: Sei es nun die gute, alte MC oder eben die LP. Mit dem Revival des Vinyl erlebt auch die Split einen zweiten Frühling. Und irgendwie mit Recht – setzt sie doch im besten Fall die Musik zweier unterschiedlicher Bands in einen gemeinsamen, neuen Kontext – Symbiose ist das Zauberwort.

Ein Beispiel für den beschriebenen „besten Fall“ ist „Transcendental“, die pünktlich zur gemeinsamen Europatour veröffentlichte Split der deutschen Post-Rocker THE OCEAN mit ihren japanischen Kollegen von MONO. Ganz klassisch ist dabei jede der Bands mit nur einem einzigen Track vertreten – da der Kürzere von beiden immer noch satte 11 Minuten auf die Uhr bringt, wartet „Transcendental“ trotzdem mit einer anständigen Spielzeit auf.

Den Anfang machen THE OCEAN mit „The Quiet Observer“, einer bisweilen überraschend rockigen Nummer, die nicht zuletzt von der Umbesetzung profitiert: Neben einem Besetzungswechsel an Gitarre und Schlagzeug sind nun auch eine Cellistin sowie ein Pianist mit von der Partie, die das Stück mit ihren Beiträgen merklich bereichern: Was mit Percussions und Piano sanft beginnt, steigert sich bald zu einem kraftvollen Gefühlsausbruch, dessen Charakter stark von der emotionalen Performance von Sänger Loïc Rossetti profitiert.

Im Anschluss schicken MONO ihren Track „Death In Reverse“ ins Rennen: Mit seinem sich langsam aufbauenden Post-Rock-Arrangement, das mit jedem neuen Layer zusehends an Dichte und Vehemenz gewinnt, liefern die Japaner einen klassischen MONO-Song ab: An Kitsch grenzende Epik, Theatralik und die Kraft, die in der Ruhe liegt, vereinen sich zu einem Parade-Post-Rock-Song. Auf die für MONO so typische Klimax folgt nach gut sieben Minuten endlich die Auflösung, das Konstrukt bricht lärmend in sich zusammen und macht Platz für ein fast schon sinnliches Outro.

Mit „Transcendental“ tun beide Bands nicht nur ihren Fans einen Gefallen, für die dieser Release (natürlich) ein Pflichtkauf ist. Vielmehr bieten MONO und THE OCEAN allen Fans der jeweils anderen oder auch der dritten Band im Tour-Package, Sólstafir, die Gelegenheit, sich einfach und kostengünstig einen ersten Eindruck über ihre Qualitäten zu verschaffen. Auch kommerziell ein geschickter Schachzug: Symbiose ist das Zauberwort.

Keine Wertung

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1 Kommentar zu “Mono & The Ocean – Transcendental”

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