CD-Review: Norhod - Voices From The Ocean

Besetzung

Clara Ceccarelli – Gesang
Giacomo „Jev“ Casa – Gesang
Giacomo Vannucci – Gitarre
Andrea „Bistru“ Stefani – Gitarre
Matteo Giusti – Bass
Francesco Aytano – Schlagzeug
Michele Tolomei – Keyboard

Tracklist

01. Storm
02. Endless Ocean
03. The Abyss Of Knowledge
04. July Rain
05. Bleeding Path
06. Son Of The Moon (A Moon Tale – Part VI)
07. Farthest Dream
08. Last Chant


Mit dem Subgenre Symphonic Metal verbindet man wohl in erster Linie Bands wie Within Temptation oder Nightwish, bei denen der Metal mit der Zeit immer mehr hinter die orchestralen Elemente zurücktrat. Dabei gibt es genügend Bands, die beweisen, dass es auch anders geht. Zu diesen sind wohl auch NORHOD zu zählen. Drei Jahre nach ihrem 2013er Debüt „The Blazing Lily“ legen die Italiener mit „Voices From The Ocean“ ihr zweites Full-Length-Album vor, das zwar durchaus bombastisch und eingängig, aber auch abwechslungsreich und metallisch klingt und damit genau die Erwartungen erfüllt, die man für gewöhnlich an eine Symphonic-Metal-Platte stellt.

Während das kurze und aufgrund seiner Ruhe fehlbetitelte Intro „Storm“ noch eher überflüssig ist, legen NORHOD mit „Endless Ocean“ sogleich einen doch noch gelungenen Start hin. Der Track beginnt mit episch-melodischem Gitarrenspiel, ist opulent, schnell und kraftvoll. Zwar genießen die opernhaften, weiblichen Gesänge schon einen gewissen Vorrang vor den männlichen Growls, doch auch letztere sind bei NORHOD von Relevanz. Einzig bei der Ballade „July Rain“ wird auf Growls und E-Gitarren zugunsten männlicher Cleans, Piano und gezupfter Akustik-Gitarren verzichtet. Ebenjener Track ist übrigens ein eindeutiges Highlight, sehr emotional, friedlich und doch melancholisch.
Nach dieser kurzen Atempause stellt „Bleeding Path“ mit seinen treibenden Double-Bass-Drums abrupt wieder unter Beweis, dass NORHOD in erster Linie Metal spielen. In den Strophen dominieren Growls und harte Gitarren, während sich der unglaublich mitreißende Refrain durch Chöre und Streicher abhebt. Generell ist festzuhalten, dass die Gitarren ziemlich heavy und manchmal auch melodieführend sind, sie gehen keinesfalls unter dem allseits präsenten Symphonic-Bombast unter und lassen sich das ein oder andere versierte Solo entlocken. Sogar Tremolo-Picking kommt zum Einsatz. Auch die (Double-Bass-)Drums tragen dazu bei, der Musik von NORHOD die Metal-adäquate Härte zu verleihen.
Die orchestralen Stilmittel überzeugen mit viel Abwechslung: Epische Chöre, Streicher, Pianos, Flöten und Orgeln wechseln sich miteinander ab oder ergänzen einander zeitgleich und klingen dabei zu keiner Zeit synthetisch oder fehl am Platze. Ganz so kitschig wie es das Album-Cover vermuten lassen würde, klingen NORHOD zum Glück auch nicht. Eine kleine Zielscheibe für Kritik stellt allerdings die Laufzeit dar. Mit ungefähr 36 Minuten ist diese recht kurz ausgefallen. Zwar hat sich dafür bis auf das halbminütige Intro glücklicherweise kein einziger Filler eingeschlichen, doch ein, zwei Songs mehr hätte die Platte schon noch vertragen. Immerhin scheinen NORHOD genug Ideen in petto zu haben.

Alles in allem kann man aber über diese Schwachstelle hinwegsehen, denn mit „Voices from the Ocean“ haben NORHOD ein wirklich gutes Album geschaffen, das zwar wenig innovativ, aber in vielerlei Hinsicht als gelungen zu bezeichnen ist. Sowohl an den Vocals als auch an der Instrumentalisierung gibt es kaum etwas auszusetzen und vor allem Symphonic-Metal-Fans können bedenkenlos zugreifen. Bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Platte die hier gezeigte Qualität beibehält und vielleicht etwas mehr Songmaterial aufweist.

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Bewertung: 7.5 / 10

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