CD-Review: Ordinul Negru - Nebuisa (EP)

Besetzung

Fulmineos – Gesang, Gitarre
Urmuz – Gesang, Gitarre
Orthros – Bass
Putrid – Schlagzeug, Perkussion

Gastmusiker:
Alexandra Nedel – Gesang (Track 02)
Blutrina – Chorgesang (Track 03)

Tracklist

01. Nebuisa
02. Vodevil Isais
03. Maldoror
04. Triskelion And The Chronograph


Bis einschließlich „Nostalgia Of The Fullmoon Nights“ (2011) war ORDINUL NEGRU – zu Deutsch „schwarzer Orden“ – ein Oldschool-Black-Metal-Projekt, wie es im Buche steht. Im Alleingang von Fulmineos (ehem. Negură Bunget, Katharos XIII) kreiert, versprühten seine Alben mit ihren primitiven Artworks und ihrem rauen Sound den (durchaus streitbaren) Charme der frühen zweiten Welle des Genres. Mit „Sorcery Of Darkness“ (2015) kam schließlich der Umschwung: Das Ein-Mann-Projekt wurde zur Band, die weiterhin dem Okkultismus gewidmeten Alben professioneller und zeitgemäßer. Auf der ungeplant im Studio entstandenen EP „Nebuisa“ scheinen ORDINUL NEGRU nun gar mit der Avantgarde zu liebäugeln.

Von der kryptischen Collage auf dem Coverbild sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen. Obgleich ORDINUL NEGRU mit ihrer Musik inzwischen doch im nicht mehr ganz so neuen Jahrtausend angekommen sind, spielen die Rumänen nach wie vor herkömmlichen Black Metal – nur eben von der zeitgenössischen Sorte. Zu den kantigen Gitarrenriffs, teils überflügelt von finsterem Tremolo-Picking, und den brutalen Blast-Beats gesellen sich somit hin und wieder unheilvoll schwebende Leadmelodien.

Das Verhältnis zwischen den rauen schwarzmetallischen Parts und den melodiöseren Anteilen wird nicht unwesentlich durch den sich verschiebenden Fokus der modernen Produktion mitbestimmt. Auch der garstige Schreigesang ist weitgehend genretypisch, mag er auch in einer ruhigeren Passage des Titeltracks einen besonders eindringlichen, lauernden Ton annehmen. Etwas interessanter werden die vier Songs vor allem, wenn ORDINUL NEGRU doch einmal aus dem gängigen Schema ausbrechen.

So verleiht Alexandra Nedel dem Track „Vodevil Isais“ mit ihrem kräftigen Gastgesang eine geheimnisvolle Note und „Maldoror“ hebt sich dank seiner erhabenen Chöre vom Rest der knapp halbstündigen EP ab. Die leise klappernde Perkussion im abschließenden „Triskelion And The Chronograph“ setzt sich hingegen kaum gegen die übrigen Instrumente durch und trägt daher nicht viel dazu bei, den Song spannender zu gestalten. Davon abgesehen machen ORDINUL NEGRU ihre Sache zwar gut, liefern aber nur wenig Denkwürdiges ab.

Alles in allem haben ORDINUL NEGRU mit „Nebuisa“ ein solide umgesetztes und halbwegs stimmungsvolles Kurzalbum kreiert, das allerdings die von dem Artwork in Aussicht gestellten Aha-Momente vermissen lässt. Interessanter als Fulmineos‘ grobschlächtige Frühwerke ist die EP zwar zweifellos, mit seinen anderen Projekten hat der ehemalige Einzelkünstler aber schon deutlich Spannenderes hervorgebracht. Im noch recht dünn besiedelten Black-Metal-Underground Rumäniens gehören ORDINUL NEGRU wahrscheinlich zu den vielversprechenderen Akteuren – um auf der internationalen Bühne oben mitspielen zu dürfen, wird sich die Band aber noch mehr Besonderes einfallen lassen müssen.

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