CD-Review: Otargos - 20 Years Of Human Termination

Besetzung

Ulrich "Dagoth" Wegrich - Gesang, Gitarre
Hindrik Horvard A.S. - Gitarre
M. Pliszke - Bass
John A. - Schlagzeug

Tracklist

01. Introduction
02. Dominatrix
03. Apex Terror
04. Kinetic Zero
05. The Ruinous Powers
06. Origin
07. Fleshless Deathless
08. Infernal Legions Strike A.E.
09. Human Terminate
10. Xeno Kaos
11. Remnants Of A Long Dead Star


Das französische Label Kaotoxin Records, mittlerweile unter dem Namen Xenocorp Records aktiv, hatte in seinem Roster einige fiese Death-/Black-Metal-Bands parat; die verschafften dem Label innerhalb dieses Hörerkreises zwar viel Anerkennung, verwehrten Kaotoxin Records aber eine größere Bekanntheit. Vielmehr handelte es sich bei den Bands um Underground-Tipps anstatt um namenhafte Genrevertreter. Gleiches gilt für eine ihrer Bands, OTARGOS, die dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert: Trotz sechs veröffentlichter Alben, Auftritten beim legendären Hellfest oder im Vorprogramm von Anaal Nathrakh haben es OTARGOS bisher nicht geschafft, eine größere Hörerschaft um sich zu scharen.

Der neueste Schritt, um aus den Schatten von Seth, Deathspell Omega oder Svart Cown zu treten, heißt „20 Years Of Human Termination“ und stellt einen Live-Mitschnitt ihres Auftritts beim „Kaotoxin Fest # II“ aus dem Jahre 2015 dar. Während ihre Landsleute von Year Of No Light ihr Jubiläum mit einem überaus starken, neuen Album feiern, legen OTARGOS also nicht nur einen sechs Jahre alten, sondern auch einen recht unspektakulären Mitschnitt vor – unspektakulär, weil dieses Konzert zum Promoten ihres damals neuen Albums „Xeno Kaos“ (2015) diente. Die Tracklist von „20 Years Of Human Termination“ stellt also kein Best-Of ihres Schaffens dar, sondern lediglich eine Live-Platte zur damaligen Tour. Versteift man sich nicht zu sehr auf diese kleine Mogelpackung, sondern lässt die elf Tracks dieses Death-/Black-Metal-Hybriden mit leichtem Industrial-Einschlag auf sich wirken, wird man schließlich nicht schlecht unterhalten. Denn OTARGOS ist der große Ruhm nicht etwa deswegen bisher verwehrt geblieben, weil ihre Alben oder deren Produktion schwach sind, sondern weil ihren Songs der letzte Schliff, ein Twist und zum größten Teil der Wiedererkennungswert fehlt.

Die Tracks changieren im Durchschnitt und sind somit frei von Totalausfällen, aber eben auch von Hitanwärtern. Den Riffs mangelt es an Raffinesse, den Songstrukturen an Überraschungsmomenten und OTARGOS an (musikalischen) Charakter. Somit gelingt es „20 Years Of Human Termination“ unabsichtlich zu belegen, dass die Franzosen auf der Bühne ein absoluter Moshpit-Garant sein mögen, mit ihren Studioalben aber eher unterhalb der Erwartungshaltung eines Hörers liegen, der sich von Blackened Death Metal mehr als nur eine sich wiederholende Abrissbirne wünscht.

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Bewertung: 5.5 / 10

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