CD-Review: Ravencult - Force Of Profanation

Besetzung

Alex - Gesang
Stef - Gitarre
Kostas - Bass
JV - Drums

Tracklist

01. Tormentor Of Flesh
02. In Macabre Triumph
03. Beneath The Relics Of Old
04. Merciless Reprisal
05. Into Depths
06. Doom Oracle
07. Altar Of Impurity
08. Temple Of The Void


Dass sich Black Metal und Thrash Metal aufgrund einer gewissen Schnittmenge an Stilmerkmalen wunderbar kombinieren lassen, haben einige Bands schon vor längerer Zeit gemerkt. Dennoch trifft man noch immer auf erstaunlich wenige Formationen, die sich einer Mischform der beiden Genres verschrieben haben. RAVENCULT aus Griechenland sind eine solche Band und mit „Force Of Profanation“ haben sie nun ihr drittes Album vorgelegt. Mit acht Songs und einer Thrash-Metal-typischen Spielzeit von etwa 32 Minuten wollen die Athener die Gehörgänge ihrer Fans ordentlich durchpusten.

Das gelingt auch absolut problemlos, wie man schon nach etwa zwei bis drei Songs attestieren kann. „Force Of Profanation“ kann mit einer ungemein kraft- und vor allem charaktervollen, modernen Produktion punkten, die sowohl die Powerchord-lastigen als auch die verfrickelten, filigranen Riffs ihre volle Wirkung entfalten lässt. RAVENCULT haben sich dabei insgesamt eher einem hohen Tempo und einem aggressiven, voranpreschenden Spielstil verschrieben. Einzig „In Macabre Triumph“ hält sich am Anfang und am Ende des Songs im gemächlichen Triolenrhythmus auf. Ansonsten wird die Scheibe dominiert von Blastbeats, Doublebass und Thrash-/Hardcore-/Punk-typischen Skankbeats. Gerade der etwas übertriebene Einsatz letzterer erweist sich leider immer wieder als kleiner Störfaktor, indem sie die treibende Kraft der Songs etwas herausnehmen und dem Ganzen einen etwas rotzigeren Touch verleihen.
Davon abgesehen dürften sich aber weder Black- noch Thrash-Fans über die Musik von RAVENCULT beklagen. Auf „Force Of Profanation“ bekommt man alles geboten, was das Fanherz begehrt, seien es fetzige Hochgeschwindigkeitsriffs, treibende Soundwände, fiese, schwarzmetallische Passagen oder der stimmige, garstige Gesang. All das beherrscht das Quartett im Schlaf und lässt in jedem der acht durchgehend gelungenen Songs eine Salve aus scharfkantigen Riffs auf den Hörer los. Egal ob nun der rasante Opener „Tormentor Of Flesh“, das nicht minder energetische „Doom Oracle“ oder das Albumhighlight „Altar Of Impurity“ – sie alle stellen sicher, dass RAVENCULTs thrashiger Black Metal in der vollkommen angemessen gewählten halben Stunde Spielzeit und den entsprechend geringen Songlängen nicht langweilig wird.
Allerdings muss man dennoch feststellen, dass die Songs untereinander teilweise sehr ähnlich sind. Gerade die Tremolo- und Powerchord-Riffs, die oft über weite Strecken Monotonie als Stilmittel nutzen, können erst nach mehreren Durchläufen halbwegs problemlos den einzelnen Songs zugeordnet werden, was auch sicherlich den ähnlichen Tempi und Drumbeats zuzuschreiben ist. Diese fehlende Abwechslung verhindert zwar einerseits, dass man konkrete Höhe- und Tiefpunkte benennen kann, tut dem Spaß, den man als Hörer an der Platte hat, aber überhaupt keinen Abbruch.

Mit „Force Of Profanation“ haben RAVENCULT bewiesen, dass sie problemlos in der Lage sind, schnittige Thrash-Riffs mit der entfesselten Kraft rabiaten, schnellen Black Metals zu verbinden. Ihr neues Album kann sich mit gekonntem Riffing und einer ordentlichen Portion Power definitiv hören lassen. Wenn beim nächsten Werk dann noch ein wenig mehr Wert auf Wiederkennungsmerkmale und Abwechslung gelegt wird, dürfte es für die Band ein Leichtes sein, in den obersten Ligen ihres Genres mitzuspielen.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: