Review Rhapsody Of Fire – The Magic Of The Wizard’s Dream (EP)

So langsam dürften auch die letzten Kritiker verstummen, die RHAPSODY vor wenigen Jahren noch belächelt haben. „Symphony Of Enchanted Lands II“ ist nach wie vor ein klasse Album, und mit diesem wurde der Grundstein für diese EP hier gelegt. „The Magic Of The Wizard’s Dream“ war so gesehen nur eine unscheinbare und recht kitschige Ballade auf dem Album, doch durch diese CD erscheint das knapp vierminütige Stück in einem völlig anderem Licht.

Mit der Verpflichtung von Dracula- und Saruman-Darsteller und Schauspiellegende Christopher Lee hatten RHAPSODY schon für das Album einen großartigen Griff getan, auch wenn er lediglich als Sprecher tätig war. Dass er davon ausging, auf dem Album singen zu sollen, war wohl die erste Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Mit einem Orchester wurde der Song neu eingespielt, und das gleich in vier verschiedenen Sprachen, womit man hier durchaus etwas für sein Geld bekommt. Hier ist es aber nicht die Masse, sondern vor allem die Klasse die überzeugt.

Über 80 Jahre ist der gute Herr Lee nun schon alt und es ist einfach unglaublich, was er für eine Hammerstimme hat. Da fragt man sich nur, warum er seine gänsehauterzwingende tiefe Baritonstimme nicht öfter eingesetzt und auch im Musikbusiness Karriere gemacht hat. Hier hat diese Zusammenarbeit aber gleich zwei gute Seiten, denn auf diese Weise pushen sich Rhapsody und Christopher Lee gegenseitig.
Bei den vier neuen Versionen von „The Magic Of The Wizard’s Dream“ – die Orchestral Version bietet eigentlich keine merklichen Unterschiede zur englischen Version – singen Fabio Lione und Lee im Duett. Hierbei singen beide jeweils vier Zeilen alleine, um dann im Refrain gemeinsam zu ertönen. Hier muss man auch klar sagen, dass Fabio Lione von dem gewaltigem und beeindruckendem Organ Christopher Lee’s gnadenlos an die Wand gesungen wird und das Lied eben erst durch die neu hinzugekommenen Gesangsspuren Aufmerksamkeit erregen kann. Die deutsche Version wurde wohl vor allem in Aussicht auf das Earthshaker Festival aufgenommen. Hier überrascht vor allem die klare und deutliche Aussprache von Christopher Lee, was dem Stück eine besondere Atmosphäre verleiht. Bei Lione’s Parts lässt sich aber schon ein schlimmer Akzent feststellen, klingt etwas lustig.Als Bonus bzw. Lückenfüller gibt’s mit dem kurzen und durchschnittlichen Midtempostück „Autumn Twilight“ und der folkig angehauchten Typisch-Rhapsody-Ballade noch zwei übliche B-Seiten. Auf der normalen Ausgabe ist statt „Autumn Twilight“ nur die Albumversion von „Last Angels Call“ vorhanden.

Insgesamt gesehen ist diese EP alleine wegen den neuen Versionen von „The Magic Of The Wizard’s Dream“ eine lohnenswerte Anschaffung für alle, die gerne klassischen Stoff mögen. Hiermit werden sich die Italiener sicherlich neue Hörer erspielen und ihren Status als einer der wichtigsten italienischen Metalexporte festigen und ausbauen.

Keine Wertung

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

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