CD-Review: Rival Sons - Hollow Bones

Besetzung

Jay Buchanan - Gesang
Scott Holiday - Gitarre
Dave Beste - Bass
Michael Miley - Schlagzeug

Tracklist

01. Hollow Bones Pt. 1
02. Tied Up
03. Thundering Voices
04. Baby Boy
05. Pretty Face
06. Fade Out
07. Black Coffee
08. Hollow Bones Pt. 2
09. All I Want


Irgendwo zwischen Blues Rock und Hard Rock sind RIVAL SONS aus Long Beach anzusiedeln. Mit ihrem mittlerweile fünften Studioalbum „Hollow Bones“ haben sie sich das Ziel vorgenommen ihre treue Fangemeinde abermals mit feinsten Gitarrenklängen zu versorgen, aber diese auch gleichfalls um einige Ohrenpaare zu erweitern. Die aktuelle Tour mit den legendären Black Sabbath trägt dazu natürlich ihren Teil bei. Hier und jetzt soll es aber ausschließlich um den musikalischen Output des sympathischen Quartetts gehen.

Der erste Teil des Titelsongs zeigt zugleich eine wundervolle Symbiose beider Elemente von Jay Buchanan und seinen Kollegen auf: rhythmische Blues-Gitarren, krachende Saitenmomente und energetischer Gesang. Durch schleppendes Tempo ist auch die Entfernung zu den bereits erwähnten Musikern um Ozzy Osbourne und Tony Iommi nicht allzu groß. Die nächsten Songs beweisen aber auch eine frische Seite im Klangkosmos der US-Amerikaner, die von fast ausschließlich vorgetragenen Blues-Elementen („Tied Up“) über funkige Gitarren und an Pink Floyd erinnerende Space-Ausflüge („Thundering Voices“) reicht. Letzteres reicht dazu in den letzten Tönen auch Acappella-Gesang, der sich erstaunlich intensiv gestaltet. „Baby Boy“ wurde um eine leicht-heitere Momente angereichert, die an The Beatles erinnern und kann in diesem Kontext erstaunlich gut überzeugen. Es scheint als hätten RIVAL SONS ihren bisher bekannten Stil um einige Stilelemente erweitert, um so ein griffigeres und vielschichtigeres Gesamtpaket abzuliefern. Auch geradlinige Rocknummern in altbewährten Fahrwassern haben Einzug auf diesen Longplayer gehalten („Pretty Face“), was der Auflockerung mehr als nur gut tut.

Wenn sich Jay Buchanan mit seinem markanten Gesang vordergründig über seine Musikerkollegen zu erheben scheint, so würde er ohne die trockenen Gitarrenriffs, tief dröhnenden Basslinien und das groovige Schlagzeugspiel nur eine halb so gute Figur machen. Die Band ist in ihrem Zusammenspiel mittlerweile auf einem gehobenen qualitativen Level angekommen, das steht bis hierhin außer Frage. „Fade Out“ bietet eine ausufernde Halbballade im Blues-Stil, die Erinnerungen an „Uncomfortably Numb“ von Graveyard weckt. Die weiteren Songs stehen dem bisher gebotenen Material in nichts nach. Die Produktion schmiegt sich wie ein Hippie-Kleid der 70er Jahre an die einzelnen Titel an und schafft es problemlos die besonderen Feinheiten in den Vordergrund zu rücken. Gegen Ende der Spielzeit ebnen sich ebenfalls Stoner-Elemente und Western-Momente ihren Weg durch die rockige Klanglandschaft („Hollow Bones Pt. 2“). Nach gehaltvollen neun Titeln und knapp 37 Minuten endet das Album mit dezenten Streichern und ungewohnt emotionalen Gesang im Rahmen der Ballade „All That I Want“.

Für Freunde des Retro-Rock bietet der Genremix von RIVAL SONS mit „Hollow Bones“ eine frisch-fröhliche Platte, die zweifelsfrei als ihre abwechslungsreichstes und intensivstes Album bezeichnet werden kann. Ihren Anhängerkreis sollte das US-amerikanische Quartett mit diesem Release problemlos ausbauen können. Vor allem durch einen höheren psychedelischen Einschlag bekommen die Songs eine dichtere und griffigere Atmosphäre, die desöfteren Mut zur Tempoverlangsamung zeigt. Im weiten Feld der jüngeren Retro-Generation gehören RIVAL SONS spätestens jetzt zur internationalen Speerspitze, da sie es gekonnt verstehen jedem ihrer Titel einen ganz eigenen Charakter zu verleihen.

Bewertung: 8.5 / 10

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