CD-Review: Roadwolf - Unchain The Wolf

Besetzung

Franz Bauer - Gesang
Valentin - Gitarre
Aigy - Bass
Mano - Schlagzeug

Tracklist

01. All Hell Is Breaking Loose
02. Unchain The Wolf
03. M.I.A. (Missing In Action)
04. Roadwolf
05. Straight Out Of Hell
06. Curse Of The Gypsy
07. Turn It Loose
08. Wheels Of Fire
09. Never Surrender
10. Condemned To Rock


Das Cover von "Unchain The Wolf" von Roadwolf

Metal der alten Schule ist derzeit mächtig angesagt – auch in Österreich. Mit Formationen wie u. a. Liquid Steel oder High Heeler hat die Alpenrepublik bereits einige vielversprechende Bands zum derzeit so florierenden Genre „New Wave Of True Heavy Metal“ (NWOTHM) beigetragen und nun schickt sich mit ROADWOLF eine weitere Truppe an, den Markt zu erobern. Eigentlich schon seit 2013 aktiv veröffentlichen die Wiener nun mit „Unchain The Wolf“ ihr erstes volles Album und zumindest die äußeren Bedingungen passen voll ins Bild der Sparte: Abgelichtet in Polaroid-Optik posen die Jungs hinreichend authentisch mit Leder und Nieten und auch ihrem Debüt hat die Band mit einem ebenso simplen wie gelungenen Artwork im Retro-Look das passende Auftreten verpasst. Es bleibt zu hoffen, dass der Inhalt genauso stilbewusst ausfällt.

Mit „All Hell Is Breaking Loose“ erzeugen ROADWOLF zu Anfang erstmal Partystimmung, denn die Nummer eröffnet das Album mit einem gut gelaunten, treibenden Uptempo-Rocker, der sofort mitreißt, aber auch recht simpel gestrickt ist. Würde „Unchain The Wolf“ in diesem Stil weitergehen, hätte man es hier mit einer guten, aber wenig weltbewegenden, weil weithin eindimensionalen Retro-Metal-Platte zu tun. Offenbar wollten die Österreicher ihre Hörer aber nur nicht gleich zu Anfang überfordern, denn nach dem zweifelsohne effektiven, aber doch recht vorhersehbaren Einstieg entfaltet ihr Erstlingswerk seine wahren Qualitäten.

ROADWOLF liefern auf „Unchain The Wolf“ einen Querschnitt durch so ziemlich alles, was (guten) Metal der alten Schule ausmacht und punkten so mit einem hohen Maß an Abwechslungsreichtum: Im bombastisch angelegten „Straight Out Of Hell“ etwa werden verheißungsvolle Dual-Gitarren geboten, Nummern wie „Straight Out Of Hell“ oder „Curse Of The Gypsy“ flirten unverhohlen mit dem U.S.-Metal der alten Schule und mit dem abschließenden „Condemned To Rock“ gibt es einen Hard-Rock-Stampfer im Stadionformat. Dazwischen finden sich immer wieder gradlinige Stücke wie z. B. das superbe „Never Surrender“ und fertig ist ein Album, auf dem zu keiner Zeit Langeweile einkehrt.

Größter Pluspunkt der Musik von ROADWOLF ist dabei, dass hier stets eingängige Elemente wie große Refrains und livetaugliche Gang-Shouts mit unerwarteten Wendungen und vielschichtigem Songwriting verbunden werden. Songs wie die Bandhymne „Roadwolf“ oder „M.I.A. (Missing In Action)“ setzen als zutiefst in den seligen 80ern verwurzelte Metal-Nummern im Stile früher Judas Priest bzw. Saxon ein, punkten dann jedoch überraschend mit cleanen, teils bluesigen Mittelteilen – wenn die Verbindung beider Elemente so nahtlos geschieht wie hier, spricht das von enormem Songwriting-Talent. Im Kontrast dazu wirken die – für sich genommen ebenfalls anständigen – „Party-Nummern“ von „Unchain The Wolf“ fast ein wenig aufgesetzt. Ganz offensichtlich steht ROADWOLF das etwas ausgefuchstere Songwriting besser zu Gesicht.

Auf „Unchain The Wolf“ werfen ROADWOLF alles in die Waagschale, was sie haben und verschieben das Gleichgewicht damit deutlich zu ihrem Vorteil: Die Österreicher punkten auf ihrem Debüt mit ausgeklügeltem Songwriting, einem tiefgreifenden Verständnis für traditionsbewussten Heavy Metal und deutlich hörbare Spielfreude. Verpackt in eine druckvolle und doch organische Produktion ergibt das ein Album, dem es zwar hinten und vorne an eigenem Profil fehlt, das aber rein im Hinblick auf Songs und Performance ohne Weiteres mit den Werken von Bands wie Stallion oder Ambush mithalten kann. Hoffentlich bleiben uns ROADWOLF noch lange erhalten, denn mit diesem Debüt dürfte der Truppe eine goldene Zukunft bevorstehen …

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Bewertung: 7.5 / 10

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