CD-Review: Satan Takes A Holiday - Who Do You Voodoo

  • Veröffentlichung: 2013
  • Label: STAH
  • Spielart: Rock
Besetzung

Fred Burma – Gesang, Gitarre
Johannes Lindsjöö – Bass, Gesang
Svante Nordström – Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Candy In Mouth
02. Karma Babe
03. Who Do You Voodoo
04. Her Pretty Head
05. Radio
06. Go Go Go
07. Moth and Flame
08. I Wanna Hold Your Hand
09. Destroyer
10. Leave Me Alone
11. A Bit Of Hell
12. Make It Rain


Du trinkst Whiskey, er trinkt Bier – SATAN TAKES A HOLIDAY trinken Kaffee. Ja, richtig, bei den drei Jungs aus Stockholm handelt es sich wohl um die erste Rockband, die neben der Musik noch ein eigenes Café betreibt und eine eigene Kaffee-Hausmarke anbietet, die auch auf Live-Konzerten erworben werden kann. Das ist vielleicht nicht unbedingt die erste Assoziation, wenn man an Rock ’n‘ Roll denkt, es reicht aber auf jeden Fall für einen Exotenbonus.

Den können SATAN TAKES A HOLIDAY auch gut gebrauchen, denn wen man sich das mittlerweile zweite Album „Who Do You Voodoo“ mal anhört, wird man zwar anständig unterhalten, Begeisterung will sich allerdings nicht so recht ausbreiten. Im Heimatland Schweden sind die Herren angeblich schon halbe Superstars und aus der Musiklandschaft fast nicht mehr wegzudenken. Ob ihnen aber im restlichen Europa auch der große Wurf gelingen wird, bleibt abzuwarten.

Als rotzige Mischung aus Rock ’n‘ Roll und 60er Jahre Garage Punk werden SATAN TAKES A HOLIDAY im Vorfeld angekündigt. Nach einem Durchlauf ist aber klar: Rocken können sie, und zwar im Stile der White Stripes oder der Eagles of Death Metal. Wo hier allerdings der Rotz stecken soll, ist fraglich. Stattdessen findet man zwölf glattpolierte, von vorn bis hinten durchkonstruierte Rock-Songs auf „Who Do You Voodoo“, die vielleicht rotzig und dreckig für Leute klingen mögen, die sich schon wie Rebellen vorkommen, wenn sie mal morgens statt abends schon Elmex benutzen.

Daran ist nun grundsätzlich nichts verkehrt. Absolut nicht. „Who Do You Voodoo“ macht die meiste Zeit über Spaß, seien es die flotten „Candy In Mouth“ und „Destroyer“, das fuzzy „Her Pretty Head“ oder die neueste Single „Radio“, in der die Gitarre lieber einzelne Akzente setzt und den Gesang unterstützt, anstatt durchgängig zu schraddeln. Man sollte eben nur nicht den nächsten Überflieger am Rock-Himmel erwarten und sich damit abfinden, dass es zuweilen auch mal wie Danko Jones auf Valium klingt. Immerhin passt es so ganz gut, dass das Trio mit Imperial State Electric auf Tour geht, der aktuellen Band von Nicke Andersson, der im Kontext seiner musikalischen Vergangenheit bei den Hellacopters oder Entombed mittlerweile auch ziemlich handzahm geworden ist.

Letzten Endes wäre Whiskey also vielleicht doch die bessere Wahl gewesen. Nicht falsch verstehen, SATAN TAKES A HOLIDAY ist mit „Who Do You Voodoo“ ein gutes straightes, aufs Wesentliche reduzierte Rock-Album gelungen, und sicherlich schmeckt auch ihr Kaffee. Nur gibt es eben noch etliche andere Kaffeesorten auf dem Markt, die auch gut schmecken. Oder womöglich sogar besser. Von daher dürfen alle, die sich für oben genannte Bands begeistern können, mal ein Ohr riskieren – gut beraten ist man hier mit den Singles „Karma Babe“, „Who Do You Voodoo“ und „Radio“. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass die Sonne morgen auch ohne SATAN TAKES A HOLIDAY wieder aufgehen wird.

Bewertung: 6.5 / 10

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