Das Cover des ersten Albums von Screamachine

Review Screamachine – Screamachine

  • Label: Frontiers
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Heavy Metal

Ziemlich maschineller Frühling bei Frontiers Music: Neben den Hard-Rockern The End Machine veröffentlichen zeitgleich auch die Italiener SCREAMACHINE ihr neues Album bei der Plattenschmiede aus Neapel. Obwohl erst im vergangenen Jahr gegründet, bringen die Mitglieder der Band aus Rom einiges an schwermetallenem Gewicht auf die Waage – Bassist Francesco Bucci etwa ist seit über 20 Jahren bei den Symphonic-Metallern Stormlord angestellt und die Gitarristen Alex Mele und Paolo Campitelli sind etwa schon genauso lange bei der Power-Metal-Institution Kaledon beschäftigt. Mit SCREAMACHINE entsagen die Herren nun zumindest für den Moment sämtlichen Subgenres und widmen sich ganz und gar dem kernigen Heavy Metal.

„Kerniger Heavy Metal“ trifft es in der Tat ziemlich gut, denn das SCREAMACHINE-Debüt erweist sich ab dem ersten Ton als Blaupause für ebenjene Art von Musik: Die Italiener machen zu keiner Zeit irgendeinen Hehl aus ihren Vorbildern und picken sich ganz offensichtlich die besten Elemente aus ihren Lieblingssongs und -alben heraus, um sie dann neu zusammenzusetzen. Das ist sicherlich nicht originell und die Platte vermittelt nahezu durchgehend den Eindruck, man habe die Riffs, Melodien und Refrains in ganz ähnlicher Form schon anderswo gehört, es ist aber auch nicht ohne Charme. Bei SCREAMACHINE gibt es offenkundig schnörkellosesten, gradlinigsten Heavy Metal von Fans für Fans und das macht von der ersten Minute an einen Heidenspaß.

Konkret heißt das, dass SCREAMACHINE mit Nummern wie „Demondome“ oder „Scream Machine“ durchweg druckvollen Heavy Metal liefern, der stets wuchtiges Riffing mit erhabenen Melodien und hymnischen Refrains kombiniert. Dabei verarbeitet die Truppe so ziemlich jede traditionelle Metal-Spielart, die ihr gefällt, weshalb es neben den erwähnten Uptempo-Brettern mit „Darksteel“ auch noch eine True-Metal-Hymne zum fäustereckenden Mitsingen, einen fast punkigen Partysong namens „Mistress Of Disaster“ und eine überraschend gut gelungene Power-Ballade in Form von „Wisdom Of The Ages“ gibt. Wie erwähnt haben SCREAMACHINE keine Angst davor, ihre Inspirationsquellen zu offenbaren und so bedienen sich die Italiener hier munter bei Judas Priest ab „Angel Of Retribution“, stilbildenden Iced Earth und so ziemlich jeder anderen Metal-Band, die das Genre groß gemacht hat.

Dabei verkörpert vor allem Sänger Valerio Caricchio diese Einheit der Vorbilder, denn der Mann verfügt über die perfekte Heavy-Metal-Stimmlage und erinnert abhängig vom jeweiligen Song abwechselnd an Größen wie Tim Owens (ehemals Judas Priest), Hansi Kürsch (Blind Guardian) oder Ralf Scheepers (Primal Fear). Auch ansonsten stimmen die Eckdaten: SCREAMACHINE mögen mit ihrem Sound vielleicht nicht das Genre revolutionieren, aber sie punkten mit absolut stilsicherem Songwriting, das durchweg authentisch und abwechslungsreich ausfällt und innerhalb der genannten Grenzen trotz aller Momente des Wiedererkennens die eine oder andere Überraschung bereithält. In Verbindung mit dem superben Gesang des Frontmanns und den beeindruckenden instrumentellen Fähigkeiten dieser Band ergibt das ein absolut zeitgemäßes Heavy-Metal-Album mit extrem hohem Spaßfaktor.

SCREAMACHINE bestehen durchweg aus ebenso talentierten wie routinierten Musikern, die mit ihren jeweiligen Hauptbands teilweise seit über zwei Jahrzehnten aktiv sind und dort auch bereit sind, über den musikalischen Tellerrand hinauszublicken. Da ist es verständlich, dass die Herren mit diesem Projekt lieber zu ihren Wurzeln zurückkehren und einfach mal Metal ohne Wenn und Aber spielen möchten. Dieser Plan ist voll und ganz aufgegangen, denn das Debüt von SCREAMACHINE enthält zehn gelungene Heavy-Metal-Songs, die nie altbacken klingen und doch mit jeder Note der Tradition des Genres verpflichtet sind. Es bleibt zu hoffen, dass diese Band keine Eintagsfliege ist, denn angesichts eines so überzeugenden Erstlingswerkes wird es spannend, zu erfahren, wo die Reise für SCREAMACHINE noch hingeht …

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Wertung: 7.5 / 10

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