CD-Review: Slingblade - The Unpredicted Deeds Of Molly Black

Besetzung

Kristina Karlsson - Gesang
Johan Berg - Gitarre
Tobias Ander - Gitarre
Niclas Svensson - Bass
Peter Henriksson - Schlagzeug

Tracklist

01. The Nature Of Evil
02. Back To Class
03. Tie Her To The Cross
04. The Demon
05. Reverend's Daughter
06. Slasher On The Loose
07. Off The Hook
08. This Dream Will End
09. Molly's Death
10. Give Back What You Borrow


„The Unpredicted Deeds Of Molly Black“ von SLINGBLADE ist das zweite der derzeitigen Releases aus dem Hause High Roller Records. Erneut hat man sich die Dienste einer Truppe aus Schweden gesichert. Wie auch die Landsleute und Labelkollegen Screamer sind SLINGBLADE oldschoolig orientiert, wenngleich die Hardrock-Einflüsse etwas präsenter sind. „The Unpredicted Deeds Of Molly Black“ ist auch bei der Stockholmer Truppe das Debutalbum.

Im Gegensatz zu Screamer übernimmt bei SLINGBLADE mit Kristina Karlsson eine Frau das Mikro. Ihre klare und ausdrucksstarke Stimme ist dann auch gleich ein ganz gutes Markenzeichen für den Sound der Schweden. Die Kompositionen sind von der Ausrichtung recht geradlinig, aber in sich dennoch manchmal vielschichtig, ohne allzu sehr auf komplexe Elemente Wert zu legen. Viel mehr zeichnen einprägsame Hooklines, eingängige Melodien, prägnante Riffs, ein kräftiger Groove und gut herausgestellte Höhepunkte die Stücke von SLINGBLADE aus.
Auf den Rhythmus bezogen, gibt es bei den Songs Anleihen beim Hardrock, während das Riffing und die Energie des Sounds schon im traditionellen Heavy Metal verwurzelt sind. Letztendlich kann man SLINGBLADE aber mehr dem Heavy Metal zuordnen. Die meisten Stücke gehen durch die Melodien, die ziemlich einprägsamen Riffs und Soli und die sorgsam erarbeiteten Refrains gut ins Ohr. So wirklich einfach ist das Herausfiltern spezifischer Anspieltipps nicht, da insgesamt ein solides Songwritinglevel gehalten wird. Nach einigen Durchgängen kristallisieren sich „The Nature Of Evil“, „Tie Her To The Cross“, „The Demon“, „Off The Hook“ und „The Dream Will End“ als meine persönlichen Favoriten heraus, doch leisten sich die Schweden überhaupt keinen einzigen kompositorischen Faux-Pas.
Das gilt auch für die handwerkliche Leistung, die ohne Fehler ist. Herausragend sind natürlich die kraftvollen und variablen Vocals von Kristina, für die ich nicht mal einen wirklichen Vergleich finde. Sie hebt sich jedenfalls hervorragend von den typischen Gothic-Trällerelsen und den rauen Rockröhren á la Doro ab. Sie hat einfach eine ziemlich klare Stimme mit jeder Menge Power und sie kann die Töne gut halten.
Ob die konzeptionelle Story um Molly Black, der Tochter eines Priesters, die nach vielen Demütigungen in der Schule ausrastet und ihre Mitschüler tötet, der Wahrheit entspricht oder nur Fiktion ist, darüber lassen uns SLINGBLADE so ein wenig im Unklaren. Musikalisch ist die Geschichte durch die unterschiedlichen emotionalen Aspekte und die differente Intensität der Tracks aber gut umgesetzt.

Erneut beweisen High Roller Records ein intelligentes Händchen beim Signieren einer Band, und erneut zeigt uns eine junge schwedische Truppe, was richtig guter Old-School-Metal ist. „The Unpredicted Deeds Of Molly Black“ ist ein gelungenes Album, und SLINGBLADE eine Band, deren weiteres Schaffen man als Anhänger des traditionellen Metal gut im Auge behalten sollte.

Bewertung: 8 / 10

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