CD-Review: Solinaris - Deranged

Besetzung

Eric Labrie – Gesang, Keyboards
Jean-Daniel Villeneuve – E-Gitarre
Bernard Giroux – Akustik-Gitarre
Jonathan Piché – Fretless Bass
Lucas Biron – Schlagzeug
Gastmusiker:
Alexandra Lacasse – Saxophon

Tracklist

01. Intro
02. Deranged
03. Torture Chronicles
04. Blind
05. Murder
06. Chloroform
07. Field Of Trees
08. November
09. Phobopath
10. Red Rain


„Deranged“ ist das Debüt der kanadischen Progressive-Death-Metal-Truppe SOLINARIS, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, frischen Wind in den Death Metal zu bringen. Die Musik des Sextetts zeichnet sich vor allem durch scharfe Gegensätze aus, textlich befassen sich die Kanadier auf diesem Album mit den letzten Gedanken eines Serienmörders. So weit, so gut, diese Vorab-Infos sollten potentielle Fans durchaus neugierig machen, doch leider gibt es bei der Umsetzung mehr als nur einen Haken, sodass auf eine etwaige anfängliche Begeisterung schon allzu bald enttäuschte Ernüchterung folgt. Doch woran liegt das?

Das Intro mit seinem tickenden Geräusch, der gestörten Nachrichtenübertragung und dem unheimlichen Piano macht sich gut als Wegbereiter des Textkonzepts, doch schon der darauffolgende Titeltrack krankt an all den Dingen, die auch den Rest der 50 Minuten Spielzeit zu einem anstrengenden Hörerlebnis werden lassen. Am einen Ende der Skala ist die Musik von SOLINARIS brutaler, chaotischer Death Metal, am anderen Ende stehen sanfte, aber doch unterschwellig wahnsinnige Akustikpassagen.
Makel finden sich unglücklicherweise bei beiden Extremen: Die todesmetallischen Ausbrüche („Blind“) sind völlig wirr und viel zu leise und gedämpft abgemischt, die ruhigen Momente hingegen zu schief eingesungen („Torture Chronicles“) oder schlichtweg unpassend, wie beispielsweise die Country-Elemente im Instrumental „Chloroform“, welches erst besser wird, als die Musik sich in Richtung Folk bewegt. „Field Of Trees“ zeigt dagegen, dass SOLINARIS beim Songwriting nicht ganz so schlimm auf den Kopf gefallen sind, wie es sonst den Anschein hat. Ebenjener Track ist mit seiner folkigen, Opeth-esquen Art – so seltsam das bei einer Tech-Death-Platte klingen mag – das unerwartete Highlight auf „Deranged“.
Apropos Opeth, in den melodischeren Metal-Phasen meint man einige Einflüsse der schwedischen Vorzeigeband herauszuhören, wodurch diese Momente mit zu den besseren des Albums gehören. An sich herrscht jedoch der Kontrast zwischen deathigen E-Gitarren und Akustikgitarren vor, was sich auch darin zeigt, dass für beide Formen des Saiteninstrumentes jeweils ein eigener Gitarrist zuständig ist. Zwischendurch bekommt man außerdem noch schräge Saxophon- und Fretless-Bass-Spielereien sowie dezente Symphonic-Keyboards zu hören.

Ungewöhnlich klingen SOLINARIS also allemal, dahingehend haben die Kanadier auf „Deranged“ ihr Ziel erreicht. Leider ist ihre Herangehensweise jedoch so unausgeglichen, dass sie damit eher enttäuschen als begeistern. Die geradezu schizophrenen Arrangements passen zugegebenermaßen zum Textkonzept, aber ansprechend ist das Ganze trotzdem nicht. Ein paar wenige Songs bzw. Passagen gibt es jedoch, die die Band von ihrer Schokoladenseite zeigen, darauf sollte man beim nächsten Mal aufbauen.

Bewertung: 5 / 10

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