CD-Review: The Black Dahlia Murder - Unhallowed

Besetzung

Trevor Strnad – Gesang
Brian Eschbach – Gitarre, Gesang
John Kempainen – Gitarre
David Lock – Bass
Cory Grady – Schlagzeug

Tracklist

01. Unhallowed
02. Funeral Thirst
03. Elder Misanthropy
04. Contagion
05. When The Last Grave Has Empited
06. Thy Horror Cosmic
07. The Blackest Incarnation
08. Hymn For the Wretched
09. Closed Casket Requiem
10. Apex


The Black Dahlia Murder sind sicherlich (noch) nicht für jeden Metalhead ein Begriff. Die mittlerweile auf ein Quartett zusammengeschrumpfte Band (Sänger Trevor hat sich aus dem Staub gemacht) stammt aus der Rock City Detroit, doch das kann man beim besten Willen nicht erahnen. Denn das was sie auf diesem Longplayer zelebrieren ist jenseits von Gut oder Böse, sondern einfach nur, … ähm, schwedisch. Manchmal hört man zwar die eine oder andere starke US Death Metal Riffwand durch, die mich vorallem an Morbid Angel oder Hate Eternal erinnern, allerdings ist der Hauptteil der Musik melodischer Death Metal, gespickt mit grandiosen Soli. Diese zwei Facetten spiegeln sich auch in Trevors Gesang wieder. Auf der einen Seite wird gekreischt wie man es sonst nur aus Skandinavien gewohnt ist, auf der anderen Seite bekommt man auch öfters derbe Growls vorgesetzt, die wiederum typisch für amerikanischen Death klingen.

‘Unhallowed’ startet mit dem Titeltrack, der als Art Intro fungiert. Anfangs hört man nur tiefe Stimmen die durcheinander reden, ohne jedoch etwas zu verstehen. Dann folgen zwei Riffs, die schonmal sehr zum Mitbangen einladen, bevor das Lied ins darauffolgende ‘Funeral Thirst’ umschlägt. Besagter Song war übrigens der erste den ich von dieser Band gehört habe, und dieser hat mich auch zum Kauf bewegt. Der zweite Track ist ein absoluter Killer, der sowohl Highspeed Geknüppel als auch Midtempoparts beinhaltet und nach zwei Minuten schütteln sich die Jungs mal einfach so eines der genialsten Soli die ich seit langem gehört habe aus Ärmel. Es ist beeindruckend, wieviele erstklassige Riffs alleine in diesem einen Song verbratet werden.

‘Elder Misanthropy’ steht dem in nichts nach und wiedermal bekommt man einen geilen Brecher vorgesetzt, der sogar mit schönen melodischen Riff begeistern kann. Mit ‘Contagion’ verhält es sich gleich bevor das fünfte Gewitter losbricht. Dieses Lied hat zwar keinen catchy Refrain, jedoch bohrt sich der Text doch irgendwie wie von selbst ins Hirn des Zuhörers: ‘When the last grave has emptied, when the last shred of hope melts away, an endless swarm of damnation will swallow the last of humanity into the black.’ Sogar coole Texte schreiben können die Jungs. Über das geile Solo brauche ich wohl nicht weiter zu schreiben. ‘Thy Horror Cosmic’ beginnt mit einem sehr tiefen Riff, steigert sich jedoch über eine Spielzeit von zwei Minuten immer mehr zu einem recht melodischen Song, bevor er am Ende wieder einbricht.

Bei ‘The Blackest Inacarnation’ ziehen TBDM, ähnlich wie bei ‘Funeral Thirst’ alle Register ihres Könnens. Es wird nicht einfach irgendein Riff runtergezockt und dabei geblastet und geschrien. Alle Lieder sind sehr clever arrangiert und es gibt sogar vereinzelt ‘stille’ Momente, soweit das bei dieser Art von Musik möglich ist. ‘The Hymn For The Wretched’ ist dann der absolute Genickschuss. Wem bis jetzt noch nicht aufgefallen ist, dass Cory Grady seit Kit bearbeitet als wäre er einer der ‘Großen’ der Szene, dem wird es jetzt auffallen. In diesem Song gibt es einen der geilsten Blastparts der letzten Zeit zu hören und es kommt einem vor als wurde er die Drums zu Kleinholz schlagen.

Das nachffolgende ‘Closed Casket Requiem’ geht da schon etwas gemäßigter zur Sache und erinnert mich mit seiner Melodieführung irgendwie verdammt an Naglfar (zu Vittra-Zeiten), was jetzt allerdings nichts negatives heißen soll. Ganz im Gegenteil, Melodic Death Metal, bei dem das Death noch seine Berechtigung im Namen hat, im Gegensatz zu z.B. Soilwork oder Children Of Bodom. ‘Apex’ ist der würdige Abschluss für dieses, meiner Meinung nach, sehr gute bis grandiose Debut.Es ist erstaunlich mit welcher Leichtigkeit The Black Dahlia Murder diese Songs scheibar runterzocken. Sie verbinden gekonnt Hammerriffs mit geilen Melodien in einer Weise von der andere Bands nur träumen können. Daß sie aus der Metalcore-Szene (unter anderem auch Darkest Hour) stammen, schimmert zwar an manchen Momenten noch durch, doch das macht nur einen weitern Reiz ihres Sounds aus. Das schlichte Artwork, ohne Bandfoto, paßt sehr gut und die Produktion ist auch erste Sahne. Ich gebe ‘Unhallowed’ fette 9 Punkte, nicht mehr und nicht weniger. Nicht weniger weil dieses Album mich dermaßen in seinen Bann zieht dass eine tiefere Note einfach ungerecht wäre. Nicht mehr weil ich mir sicher bin daß wir von dieser Band noch viel, sehr viel hören werden. Wer in Zukunft noch im Death Metal mitreden möchte, muss dieses Teil haben. Alle anderen auch.

Bewertung: 9 / 10

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