CD-Review: The Burning Dogma - No Shores Of Hope

Besetzung

Andrea Montefiori – Gesang
Maurizio Cremonini – Gitarre
Diego Luccarini – Gitarre
Simone Esperti – Bass
Antero Villaverde – Schlagzeug
Giovanni Esposito – Keyboards

Tracklist

01. Waves Of Solitude
02. The Breach
03. Enigma Of The Unknown
04. Skies Of Grey
05. A Feast For Crows
06. Burning Times
07. Distant Echoes
08. No Shores Of Hope
09. Dying Sun
10. Nemesis
11. Dawn Yet To Come I (Drowning)
12. Dawn Yet To Come II (No Heroes Dawn)
13. Dawn Yet To Come III (Uscimmo A Riveder Le Stelle)


Erst acht Jahre nach Bandgründung legen die italienischen Death-Metaller THE BURNING DOGMA mit „No Shores Of Hope“ ihre Debüt-Platte vor. Diese lange Entstehungszeit erscheint insofern einigermaßen gerechtfertigt, als man es dabei nicht einfach mit stupidem Todesmetall zu tun hat, vielmehr finden sich darauf auch Stilmittel vieler anderer Genres. Technical Death, Symphonic und Dark Metal sind nur ein paar der Spielarten, denen man THE BURNING DOGMA zuweisen kann. Der Name ist also Programm, das italienische Sextett unterwirft sich nämlich nicht dem Dogma eines einzelnen Genres.

Ebenjene Diversität ist der Truppe hoch anzurechnen, sie ist jedoch auch der Grund dafür, dass das Album nicht immer ganz kohärent ist. Während nämlich die tiefen, kraftvollen Growls und besonders die fiesen, hohen Screams sehr gut ins Konzept passen und ausgeglichen miteinander abgewechselt werden, muten die vergleichsweise rauen Cleans etwas merkwürdig an. Am meisten irritiert der weibliche Klargesang in „Skies Of Grey“. Für eine Band, die man zuallererst mit Death Metal assoziiert, ist das natürlich sehr mutig, aber in diesem Fall wirkt es einfach unpassend, auch wenn die Vocals an sich überhaupt nicht schlecht sind. Bezüglich der Gitarren können THE BURNING DOGMA schon wesentlich mehr überzeugen, obwohl oder vielmehr gerade weil diese nicht minder abwechslungsreich eingesetzt werden.
Sowohl innerhalb der Songs als auch über das ganze Album verteilt wird viel variiert, da ist wirklich alles dabei, von doomig-schleppenden Riffs über melancholische Melodien und knatternde Death-Metal- und Tremolo-Passagen bis hin zu technisch überaus versierten Soli. Auch mysteriöse Clean-Gitarren kommen immer wieder zum Einsatz, vor allem in den Zwischenspielen. Apropos: Nahezu die Hälfte der Tracks wird von kurzen, stimmungsvollen Interludes gebildet, sodass es umso mehr bringt, das Album als Ganzes anzuhören. Auch beim Drumming ziehen THE BURNING DOGMA alle Extreme-Metal-Register. Anders gesagt: auf Double-Bass und Blast-Beats muss man nie lange warten, sie übertreiben es damit aber nicht.
Doch auch die Keyboards tragen viel zum Sound der Band bei, diese klingen mal symphonisch, dann wieder eher nach Industrial. Dabei wurde zum Glück darauf geachtet, die anderen Instrumente nicht zu überlagern, sodass THE BURNING DOGMA nur vereinzelt und eher kurz dem Metal entsagen. Somit sind die Keyboards nie zu aufdringlich, sondern dienen den Songs eher als unterstützendes Instrument. Dennoch muss gesagt werden, dass sich die Musik von THE BURNING DOGMA durch eine Laut-Leise-Dynamik auszeichnet. Im positiven Sinn sei ebenfalls die klare Produktion erwähnt. Einzelne Tracks hervorzuheben ist eher schwer, da sich die meisten Stilmittel mehr oder weniger in jedem der Songs wiederfinden, aber leider auch, da diese nicht allzu eingängig sind.

„No Shores Of Hope“ ist also eine Platte, die in vielerlei Hinsicht interessant und unkonventionell ist. Unglücklicherweise gehen THE BURNING DOGMA jedoch mit einigen Versuchen zu weit, etwas mehr Kohärenz wäre einem guten Gesamteindruck förderlich gewesen. Außerdem sollten die Italiener ihr Songwriting noch etwas einprägsamer gestalten. Ansonsten machen sie aber bereits vieles richtig und sogar besser als viele Genre-Kollegen, man darf also trotzdem auf weitere Veröffentlichungen der Band gespannt sein.

Bewertung: 6.5 / 10

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