CD-Review: The Committee - Memorandum Occultus

Besetzung

Igor Mortis "The Conspirator" - Gesang, Gitarre
Aristo Crassade "The Trigger" - Gitarre
Marc Abre "The Mediator" - Bass
William Auruman "The Charter" - Schlagzeug
Urok "The Inquisitor" - Keyboard

Tracklist

01. Dead Diplomacy - Weapons Of War
02. Synthetic, Organic Gods - Weapons Of Genocide
03. Golden Chains - Weapons Of Finance
04. Treacherous Teachings - Weapons Of Religion
05. Flexible Facts - Weapons Of History And Chronology
06. Intelligent Insanity - Weapons Methodology And Duality


De Mysteriis Dom Sathanas“, „Antichrist“, „The Secrets Of The Black Arts“… bereits die Titel einiger unsterblicher Black-Metal-Klassiker weisen auf gängige Themen dieser Spielart hin: Satanismus, Dunkelheit, Okkultismus, Religionsfeindlichkeit. Dass es sich aber nicht immer darum drehen muss, zeigen unter anderem THE COMMITTEE, ein internationales Projekt um den russischen Sänger und Gitarristen Igor Mortis. Diese setzen sich auf ihrem zweiten Langeisen „Memorandum Occultus“ mit den Werkzeugen, bei der Benennung der Songs auch als „Waffen“ bezeichnet, auseinander, mit denen sich die Massen manipulieren und gefügig halten lassen. Ein interessantes Konzept, das auch musikalisch zwar nicht makellos, aber doch überzeugend umgesetzt wird.

Auffällig ist zunächst der Sound, welcher weit davon entfernt ist, der Norm angepasst zu sein. Damit ist nicht die im Black Metal öfters anzutreffende Verwaschenheit gemeint, vielmehr klingt jede Spur auf „Memorandum Occultus“ derart heruntergeschraubt, dass der Eindruck entsteht, das Album würde im Keller direkt unter dem Hörer laufen und sich von dort aus seinen Weg nach oben in seine Gehörgänge bahnen. Ob dieser Effekt von THE COMMITTEE gewollt ist, lässt sich schwer sagen – unabhängig davon verleiht er der Platte einerseits eine passende, düstere Stimmung, ist andererseits sehr gewöhnungsbedürftig. Zu ihm passen jedenfalls Igor Mortis‘ Vocals, die auf typische hohe Black-Metal-Screams verzichten, sondern sich ebenfalls in tiefen Klang-Gefilden suhlen.
Hat sich der Hörer damit einmal arrangiert, ist festzustellen, dass die Musik dennoch nicht so unzugänglich ist, wie das den Anschein haben mag. Einprägsame Gitarrenarbeit, die eine oder andere auffallende Gesangslinie oder auch Refrains heben die Songs immer wieder aus den Niederungen der Dunkelheit, sodass „Memorandum Occultus“ düster klingt, dabei allerdings nicht einer gewissen Eingängigkeit entbehrt. Dieser Konsens gelingt bestimmt nicht jeder Band, THE COMMITTEE meistern ihn jedoch, ohne an Authentizität einzubüßen.

Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist es, ein Album mit sechs Songs fast eine Stunde lang laufen zu lassen. Aber die Nummern haben genügend Fleisch auf den Rippen, damit keine mit unter sieben Minuten davonkommt, und auch das ist nur einmal der Fall. Dass sich hierbei die eine oder andere Länge einstellt, wirkt kaum vermeidbar, und ganz zu umgehen vermögen auch Igor Mortis und seine Mitstreiter dieses Problem nicht. Es bleibt der Eindruck bestehen, dass eine kürzere Fassung der Platte auch vollauf gereicht hätte, dennoch sind die Nummern für sich genommen abwechslungsreich und interessant genug, um darunter keinen großen Qualitätseinbruch zu erleiden – selbst wenn weniger an manchen Stellen mehr gewesen wäre. Dennoch: Momente wie der unerwartet auftretende Choreinsatz in der zweiten Hälfte von „Treacherous Teachings – Weapons Of Religion“ sind es, die für angenehme Überraschungen sorgen.

Trotz des vielleicht irreführenden Titels überzeugen THE COMMITTEE mit „Memorandum Occultus“ durch ein Album, das dem Black Metal zugeordnet werden kann, sich in vielen Aspekten, angefangen vom Artwork bis hin zu den Vocals und den damit veräußerten Lyrics von gängigen Trademarks abhebt. Derartige Abwechslung schadet nicht, und wenn sie, wie im hier vorliegenden Fall, auch noch gut gelungen ist, gefällt das umso besser.

Bewertung: 7.5 / 10

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