CD-Review: The Monolith Deathcult - V3 - Vernedering: Connect The Goddamn Dots

Besetzung

Robin Kok - Gesang, Bass
Michiel Dekker - Gitarre, Programmierung, Samples, Hintergrundgesang
Carsten Altena - Keyboards, Samples, Orchestrierung, Gitarre, Percussion

Tracklist

1. Infowars
2. Connect The Goddamn Dots
3. Gone Sour, Doomed
4. Vernedering
5. Blood Libels
6. The White Silence
7. They Drew First Blood
8. L’Ouverture De Morose


Drei Jahre lang haben THE MONOLITH DEATHCULT ihre Fangemeinde mit dem Nachfolger von „Vergelding“ (2018) auf die Folter gespannt. Während jenes Album und dessen Vorgänger „Versus“ (2017) im Abstand von anderthalb Jahren veröffentlicht wurden, hielten sich die Holländer mit der Beendigung dieser Trilogie zurück; das regte die Hoffnungen der Hörerschaft umso mehr an. Werden THE MONOLITH DEATHCULT etwa noch gigantischer, die Tracks noch rasanter? Mit ihrem neuen Album „Vernedering“ kann die Band diese Fragen in der ersten Viertelstunde beantworten.

Die Single-Auskopplung „Connect The Goddamn Dots“ hat die Bürde, den Abschluss der Trilogie gebührend einzuleiten. Wer dank „Vernedering“ Erstkontakt zu THE MONOLITH DEATHCULT herstellt, wird mit der Mid-Tempo-Nummer nicht schlecht unterhalten werden; Atmosphäre schaffende Symphonik trifft auf klassisches Death-Metal-Riffing, der krude Mix von Sprachsamples und grindcorigen Vocals unterhält auf hohem Niveau. Wer mit „Vernedering“ allerdings ein weiteres Album zu seiner THE-MONOLITH-DEATHCULT-Sammlung hinzufügt, wird – je nach Gusto – positiv oder negativ überrascht werden, denn der siebenminütige Track verzichtet auf die brachialen Ausbrüche und die schnellen Tempowechsel, für welche die Niederländer seit 15 Jahren bekannt sind.

Erst mit dem dritten Track, der weiteren Single-Auskopplung „Gone Sour, Doomed“, ziehen THE MONOLITH DEATHCULT das Tempo in gewohntem Maße an und knüppeln sich (zumindest anfänglich) durch den Track wie einst „Tetragrammaton“ (2013) durch das Trommelfell des Hörers. Dennoch bleibt dem Hörer die hohe Dichte an exzessiven Motivwechseln wie auf den beiden vorherigen Teilen – je nach Gusto – erspart beziehungsweise verwehrt. Stattdessen setzt das Trio auf so viel Melodik wie nie zuvor: Die acht Tracks sind verhältnismäßig klar strukturiert, statt harten Brüchen und schnellen Wechseln setzen THE MONOLITH DEATHCULT nun auf dichte Atmosphäre. Durch dieses Vorgehen wirkt allerdings der Track, der alle Trademarks der Band vereinigt und somit der typischste Song der Holländer auf diesem Album ist, wie ein Aussätziger unter Gleichen: „They Drew First Blood“ wäre genial auf einem der beiden Vorgängern untergekommen, passt allerdings nur schwer in den Sound des gedrosselten „Vernedering“.

Die Fans ahnten sicherlich nicht, dass das überwältigende, progressive Spiel der Niederländer zugunsten einer stärkeren Melodieführung zurückgestellt werden würde; geradlinige und unaufgeregte, stellenweise mit Längen versehene Tracks wie „Blood Libels“ oder „The White Silence“ brechen unter der schieren Kraft eines älteren Albums wie „Trivmvirate“ (2008) schlichtweg in sich zusammen. Das knapp 13 Minuten lange, besser gesagt, sich knapp 13 Minuten lang ziehende Outro „L’Ouverture De Morose“ verabschiedet dieses Album leider mit genau den Eindrücken, die sich in der zweiten Hälfte von „Vernedering“ überdeutlich gezeigt haben: THE MONOLITH DEATHCULT sind nicht mehr in der Form, mit der sie sicherlich den Großteil ihrer Fans gewonnen haben.

Dabei ist deutlich zu unterstreichen, dass eine Abkehr vom vorherigen Schaffen per se kein Kritikpunkt darstellen darf, denn die Weiterentwicklung einer Band muss auch in eine Richtung gehen dürfen, mit der Fans der ersten Stunde unzufrieden sein dürfen. Der entscheidende Punkt ist, ob die Weiterentwicklung tatsächlich fort- oder eher rückschrittlich ist. Der Abschluss der „V“-Trilogie ist letzteres: Zwar haben die Holländer mit „Gone Sour, Doomed“ und „They Drew First Blood“ zwei gute Vorabsingles auf den Markt gebracht, aber damit auch schon die zwei stärksten Songs des Albums präsentiert. So bleibt festzustellen, dass es THE MONOLITH DEATHCULT durchaus gelingt, atmosphärische Momente zu schaffen, doch bleiben diese aufgrund der mangelnden Charakterstärke fast aller Songs kaum im Gedächtnis.

Bewertung: 6.5 / 10

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