Review The Monolith Deathcult – V1 – Versus: It Will Burn Us Without Leaving Ash

Wer „Versus“ in den Händen hält, dem wird vor allem eines bewusst: Das Erscheinen von „Tetragrammaton“ ist tatsächlich schon vier Jahre her. Vier Jahre, in denen THE MONOLITH DEATHCULT mit zwei Compilations (2014) und einer EP (2014) glänzten und mehr Festivals als Headliner-Konzerte gaben, sodass sich der geneigte Hörer nicht nur eine gelungene neue Platte, sondern anlässlich ihrer Veröffentlichung auch ein paar Headliner-Gigs in Deutschland wünscht! Wer die bisherigen Platten der Niederländer kennt, weiß, dass nur eine von den beiden Erwartungen enttäuscht werden könnte – sicherlich nicht die erste.

Denn ebenso wie die letzten Werke stellt auch „Versus“ das Abbild einer genialen Band dar, deren Art zu muszieren nicht nur hervorragend ist, sondern deren Kompositionen vor Einfallsreichtum nur so strotzen. Genau dieses harmonische Kombinieren beider Faktoren führt dazu, dass THE MONOLITH DEATHCULT ein Alleinstellungsmerkmal besitzen, dass sie auf weiter Flur konkurrenzlos agieren lässt. Schwierig ist die Einordnung dessen, was das Trio auf diesen Silberling gepresst hat: Death Metal mit Electronic-Einflüssen? Industrial Metal ohne charakteristisches Geknüppel, stattdessen mit hörbaren Leads? Bombast-Orchester mit Double-Bass? „Versus“ ist ein roher Bastard aus allem und ein Lehrbeispiel dafür, wie genial ein Über-den-Tellerrand-hinausschauen sein kann, wenn die Musiker auch das technische Geschickt besitzen, um ihre Ideen auf höchstem Niveau umzusetzen.

Ein Track wie „Uchronian March Of The Deathcults“ ist dabei nur die Spitze des Eisberges, der die Kreativität von THE MONOLITH DEATHCULT darstellen soll; monoton-beschwörerische Drum Patterns, die düstere Atmosphäre unterstreichende symphonische Elemente und eine Steigerung, die diesen schleppenden Track zu einigen Höhepunkten verhilft, ohne auch nur ein einziges Mal das Tempo zu erhören. Einen Zacken schärfer in der Geschwindigkeit gestaltet sich „The Furios Gods“, der nicht nur den Nacken vor und zurück preschen lässt, sondern ebenso das Herz eines jeden Liebhabers markanter Parts höher schlagen lässt, in diesem Fall hervorgehoben durch Samples; ein Charakteristikum, was so zu THE MONOLITH DEATHCULT gehört wie ihre Vorliebe für historisch geprägte Lyrics. Während sich „The Furios Gods“ um die Okkult-Verliebtheit der Himmler-SS dreht und in „Die Glocke“ genau dieses ominöse Flugobjekt namens Glocke thematisiert wird, mit dem Hitler – pseudowissenschaftlichen Quellen zufolge – den terrestrischen wie extraterrestrischen Himmel erobern wollte. In „This Inhuman Place Makes Human Monsters“ bekommt ebenfalls noch Stalin sein Fett weg, sodass „Versus“ nicht nur musikalisch, sondern auch erneut textlich ein Werk ist, dessen man sich mit gespitzten Ohren und Zeit nähern sollte.

Im Vergleich zum Vorgänger „Tetragrammaton“ (2013) präsentieren sich THE MONOLITH DEATHCULT auf ihrer sechsten Platte ausgewogener, strukturell mehr geordnet, insofern das der passende Ausdruck bei diesem Konglomerat an Ideen ist. Warum? Weil die technische Verschnörkelung einen Schritt zurücktritt. Zu einer Einschränkung ihrer bisherigen Trademarks führt das allerdings nicht, sondern hilft dem Zuhörer lediglich, die Raffinessen eines Tracks schneller wahrnehmen zu können. Und davon gibt es auf „Versus“ erneut wieder mehr als in den kühnsten Träumen erhofft.

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Wertung: 9.5 / 10

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