CD-Review: The Static Age - Mercies

Besetzung

Andrew Paley
Adam Meilleur
Joe Sowinski
Rebekka Takamizu

Tracklist

01. City
02. Eulogy
03. These Days
04. Bengal
05. Lady Now


Das moderne Zeitalter ist ein Segen und ein Fluch zugleich – ein Segen sicherlich auch deswegen, weil es die Möglichkeit gibt, im Internet sehr unkompliziert immer wieder neue und häufig noch unbekannte Bands zu entdecken. Ein Fluch ist die zunehmende Digitalisierung, die das zugegeben nicht ganz billige, dabei aber immer wieder schöne Format der physischen Tonträger abzulösen droht. Sei es nun eine kleine CD oder die aufwendigere Vinyl-LP: Es gibt sicherlich wenig Schöneres, als die Musik mit allen Sinnen erfahren zu können und das Gesamtprodukt aus Musik, Booklet, Design und der damit einhergehenden Haptik zu verbinden. Wie man nun also dazu stehen soll, dass THE STATIC AGE aus Chicago eine Single-Kollektion in der Form von EPs zunächst nur digital zu veröffentlichen, ist aber wohl dennoch Geschmacksfrage. Dass die Musik auf „Mercies“, der ersten EP dieser Reihe, es verdient hätte, auch gepresst zu erscheinen, steht aufgrund ihrer Qualität außer Frage.

Eindeutig beeinflusst von Emo-Bands wie Jimmy Eat World sowie von Post-Punk/Wave von Joy Division oder den neueren Indie-Bands wie Editors liefern THE STATIC AGE hier fünf eingängige und schöne Songs ab. Eine glasklare Produktion sowie ein absolut stimmiger, weicher, beinahe gehauchter, dabei dennoch immer druckvoller Gesang tun ihr Übriges um die schönen Melodien zu unterstützen, welche allesamt in einfache, dabei aber immer auch durchdachte Songstrukturen eingelassen sind. Wenn sich in „Eulogy“ immer wieder Keyboard-Flächen dazwischen schieben und auch auf „Lady Now“ immer wieder den gewissen Pepp ins Spiel bringen, fühlt man sich gleichzeitig an die Emo-Phase der 90er Jahre sowie an die Wave-Phase der 80er erinnert, während man sich immer bewusst ist, eine aktuelle Band zu hören. Die Kombination zwischen beschwingter und nach vorne drängender Atmosphäre, welche aber immer wieder entweder durch den Gesang und/oder Melodieführungen einen melancholischen Anstrich bekommen sowie die Kombination von verzerrten Gitarren und Synthesizern kreiert einen runden, in sich stimmigen und individuellen Sound.

Insgesamt ist es die Mischung, die THE STATIC AGE in ihrem Sound gefunden haben, die „Mercies“ so stark machen. Wenn die weiteren EPs dieser Reihe die Qualität von „Mercies“ halten können sollte sich die aktuelle Speerspitze der Indie-Fraktion in Form der Editors oder Interpol definitiv warm anziehen – auch wenn es aufgrund des großen Liebhaber-Sounds leider unwahrscheinlich ist, dass der schwerer zugänglichere, dafür durchdachte und schöne Sound von THE STATIC AGE den Einzug in die ganz großen Hallen haben wird. Sollte dies doch gelingen, umso schöner.

Keine Wertung

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