CD-Review: The Styx Shipping Society - A Grand Opening For A Coming End (MCD)

Besetzung

St. Patrick – Gesang
Sven – Gitarre, Bass
Pater P. – Schlagzeug
Sessionmusiker:
Fabian Wenz: Gitarre

Tracklist

01. Portrait Of An Unborn God
02. With The Tractions Of The Highest Beast
03. As The Seer Leaves The Building
04. The Great Celebration Of The Ego - Or The Question Why
05. Down The River We Go - Beyond The Blue Waves Of Existence
06. Across The Styx


Wie gut, dass es den Underground gibt.
Ein bisschen hasse ich mich für diesen einleitenden Satz, hat Underground-Verherrlichung in meinen Augen nur all zu oft diesen faden “Ich bin so true, ich hör nur Underground”-Beigeschmack. THE STYX SHIPPING SOCIETY jedoch sind mal wieder eine jener Bands, die selbst mich zu diesem Satz verleiten können – gibt es CDs wie das Debüt-Werk der Hades-Ruderer eben nur dort:

„A Grand Opening For A Coming End“ nämlich bietet die perfekte Mischung aus Professionalität und Eigenveröffentlichungscharme: Kann die Truppe kompositorisch problemlos mit den „Großen“ mithalten, haucht gerade der erdige, natürliche Klang der Stücke dem Album Leben ein: So hört man zwar (positiv) heraus, dass man hier eine Studioaufnahme vor sich hat, dennoch hat der Sound, wohl auch durch die Tatsache, dass das Album live eingespielt wurde, dieses gewisse Extra an Atmosphäre inne, das „professionellen“ Studiowerken nur all zu oft abhanden gekommen ist.
Stilistisch sind THE STYX SHIPPING SOCIETY dabei gar nicht so einfach in eine Schublade zu stecken: Basierend auf Black Metal mit einer gehörigen Portion Rock erkennt man ersteren bisweilen eigentlich nur noch am Gesang, während die Riffs eigentlich schlicht als Metal bezeichnet werden müssten. Auffällig ist dabei die Präsenz des Viersaiters, der mit groovenden Basslines stets für den nötigen Druck und Antrieb sorgt. Aufgelockert durch einige Cleangitarren und Samples in angemessener Anzahl ergibt sich so ein Gesamtbild, welches am ehesten noch an Satyricon (interessanterweise alt – „Across The Styx“ – so wie neu – „Portrait Of An Unborn God“) erinnert, jedoch alles in allem doch recht eigenständig und abwechslungsreich ausfällt.
So wundert es wenig, dass die recht gleichmäßig auf sechs Songs aufgeteilten 24 Minuten Spielzeit wie im Fluge vergehen: Egal ob der treibende Opener oder das groovende und mitreißende „Down The River We Go“ – „A Grand Opening For A Coming End“ spielt sich ohne nennenswerte Qualitätseinbrüche durchgehend auf sehr hohem Niveau ab – lediglich Outro-Instrumental „Across The Styx“ wirkt etwas unmotiviert, entwickelt sich hier aus einer zaghaften Clean-Melodie ein Riff, welches bis zum Fadeout über das gesamplete Geräusch ans Ufer schlagender Wellen stur durchgezogen wird.
Doch nicht nur die musikalische Komponente spricht hier klar für die Band, sondern auch die ästhetische, ist es doch zur Abwechslung mal mehr als angenehm, zu sehen, dass es auch Black Metal-Underground-Bands gibt, die sich nicht in Peinlichkeiten ergehen, sondern ihren musikalischen Anspruch durch ein das Gesamtkonzept abrundendes Auftreten zu verdeutlichen wissen. Egal, ob man das schlichte, aber gelungene Layout der CD, die kreative Gestaltung des Pressebogens in Form einer mit Trauerrand versehenen Gedenkkarte oder die in Hemd mit Krawatte gekleideten Musiker als Beispiel heranzieht: Hier stimmt einfach alles, so dass sich die einzelnen Komponenten perfekt zu einem in sich Stimmigen Gesamtkonzept und –auftreten fügen.

Mit diesem, bereits 2008 erschienenen Debüt-Werk haben THE STYX SHIPPING SOCIETY ein starkes erstes Zeichen gesetzt, so dass man gespannt sein darf, was die Zukunft bringt… All zu lange sollte es bis zum ersten vollen Album wohl nicht mehr dauern, waren die Aufnahmen bereits für Sommer 2009 geplant. Bis dahin kann jedem Fan von Black’n’Roll und Metal mit Keifgesang im Allgemeinen nur dringlich geraten werden, sich „A Grand Opening For A Coming End“ (erhältlich über die myspace-Seite der Band) zuzulegen.

Keine Wertung

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