Review TNT – A Farewell To Arms

  • Label: Metal Heaven
  • Veröffentlicht: 2011
  • Spielart: Hard Rock

TNT sind ein Urgestein des Hard Rock. Die Band gründete sich 1982 und brachte in den 80ern so erfolgreiche Alben wie „Knights Of New Thunder“ oder „Tell No Tales“ heraus, an die sich Old-School-Fans noch sehr gerne erinnern und wahrscheinlich im CD-Regal stehen haben. Mit der Zeit flachte der Sound der Norweger deutlich ab und biederte sich mehr dem AOR an. Mit dem 2008er-Album „Atlantis“ erreichten die Skandinavier mit einer inzwischen pop-rockigen Ausrichtung schließlich den kompositorischen und qualitativen Tiefstpunkt, und man konnte sich nur wünschen, dass das Werk wie der titelgebende Kontinent im Meer versinkt.
Und wie sieht es nun im Jahre 2011 bei TNT aus? Haben sie sich die herbe Kritik an den Vorgängerwerken zu Herzen genommen und sich mit „A Farewell To Arms“ wieder auf alte Tugenden besonnen? Wir werden es gleich feststellen.

Der Blick auf das Artwork schürt die erste Hoffnung. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man aber die Rose im Geschützrohr des Panzers, und gemäß dem Titel soll es auch eher einen Abschied von den Waffen symbolisieren. Dennoch fahren TNT mit „A Farewell To Arms“ endlich wieder stärkere Geschütze auf. Die Gitarre gibt eindeutig den Ton an. Es wurde auch Zeit, dass das einzige, permanent zum Line-Up gehörende Urmitglied Ronni Le Tecrø und sein Instrument wieder besser zur Geltung kommen.
Das wird schon beim kräftigen Opener „Engine“ deutlich, bei dem es nur im Refrain melodischer wird. Und, wenn auch jetzt nicht jeder Song so tough ist, kann man das Rückbesinnen auf alte Werte feststellen. Es wird eine ausgewogene Ballance aus Dynamik und Melodien gehalten. Und es ist seit langem das erste TNT-Werk, dass man durchweg als Hardrock bezeichnen kann.
Der Rhythmus ist kräftig und bildet ein Fundament, auf dem Ronni Le Tecrø sein vielseitiges und energisches Spiel bestens aufbauen und zum Ausdruck bringen kann. Die Riffs sind knackig, die Hooklines sind straight und recht eingängig. Bei den Höhepunkten steht oft noch die harmonische Seite des Melodic Rock mit den catchy Chorälen im Mittelpunkt, doch das stört angesichts der übrigen druckvollen Ausrichtung nicht – zumal die Refrains auf diese Weise auch wirklich die Kompositionen krönen.
Neben dem erwähnten „Engine“ würde ich „Ship In The Night“, „Come“, „Barracuda“, „A Farewell To Arms“ und „Someone Else“ als Anspieltipps heranziehen. Alle zwölf Tracks können zwar noch nicht dieses Level halten, aber insgesamt punkten TNT schon mit einem soliden Songwriting. Cool ist noch die Bonus-Live-Version von „Harley-Davidson“, einem Song der ursprünglich vom 82er-Debut der Band stammt.
Auch technisch gibt es diesmal nichts auszusetzen. Selbst der oft kritisierte Sänger Tony Mills macht einen guten Job, singt ausdrucksstark und variabel und kann sich problemlos der härteren Soundausrichtung anpassen. Wahrscheinlich ist der toughere Sound sogar genau das, was er braucht, um seine gesanglichen Qualitäten richtig auszuspielen.

Ich kann es gar nicht deutlich genug betonen: TNT sind zurück und machen das, was sie eindeutig am Besten können: lupenreinen Hardrock! Dass sie dabei noch recht vielseitig zu Werke gehen, zeichnet „A Farewell To Arms“ zusätzlich aus. Die Norweger sind mit diesem Sound auf dem besten Wege zurück zu großen Zeiten. Und Hardrockfans können endlich wieder unbedenklich ein TNT-Werk kaufen.

Wertung: 7.5 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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