CD-Review: Twilight Force - Heroes Of Mighty Magic

Besetzung

Chrileon - Gesang
Lynd - Gitarre
Aerendir - Gitarre
Born - Bass
De'Azsh - Schlagzeug
Blackwald - Keyboard, Piano, Violine, Cembalo

Tracklist

01. Battle Of Arcane Might
02. Powerwind
03. Guardian Of The Seas
04. Flight Of The Sapphire Dragon
05. There And Back Again feat. Fabio Lione
06. Riders Of The Dawn
07. Keepers Of Fate
08. Rise Of A Hero
09. To The Stars
10. Heroes Of Mighty Magic feat. Joakim Brodén
11. Epilogue
12. Knights Of Twilight's Might


Wer bereits sein zweites Album über einen Label-Giganten wie Nuclear Blast veröffentlichen kann, hat es in vielerlei Hinsicht wohl leichter als Bands, die bei einem kleineren Label unterkommen. Die schwedischen Power-Metaller TWILIGHT FORCE haben dieses Los gezogen: Die Band kann ihre zweite Langrille „Heroes Of Mighty Magic“ über Nuclear Blast an den Mann bringen und bereits die Vorab-Songs deuteten auch auf ein hohes Maß an Qualität hin.

Beim Betrachten der gesamten Platte beweist dies, dass TWILIGHT FORCE (oder waren die Vorab-Songs doch die Entscheidung des Labels?) zumindest wissen, wie man ein Album promotet. Denn leider überzeugt der Rest des Materials nur selten so, wie es die im Vorfeld veröffentlichten Kracher „Battle Of Arcane Might“ und „To The Stars“ vermochten, denen so der Anschein bewusst kalkulierter Hit-Singles anhaftet. Zwar finden sich die von den beiden Tracks her bekannten griffigen Refrains und die verspielten, aber auch majestätisch wirkenden Melodien selbstverständlich öfter auf der Platte, in den 70 Minuten verbirgt sich aber auch einiges, das am Hörer vorbeizieht, ohne nach mehreren Wiederholungen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Dabei haben TWILIGHT FORCE für ihr zweites Werk mitnichten schlechte Songs geschrieben – obwohl eine knapp sieben Minuten lange Spoken-Word-Nummer wie das schlicht „Epilogue“ genannte vorletzte Stück wohl lediglich für denjenigen Hörer einen Mehrwert bietet, der sich genauestens mit der Geschichte, die das Album erzählt, auseindersetzen möchte. Diese ist Fantasy-typisch durch in diesem Bereich übliche Vokabeln wie „Dragons“, „Power“ oder „Mages“ erzählt und für den Genuss der Musik an sich nicht weiter von Belang.
Durchaus relevant hierfür sind jedoch die Kinderkrankheiten, an denen die Songs leiden und die gerade bei solch namhafter Label-Unterstützung im Rücken ärgerlich sind. Als großes Makel wäre hier der Sound zu nennen, angefangen beim Gesang – diesen trägt Vokalist Chrileon technisch und stimmlich wirklich hervorragend vor, er kann allerdings nur selten wirklich glänzen, da er im Mix viel zu leise ist und stellenweise untergeht. So kommt auch ein hochkarätiger Gastsänger wie Rhapsody-Of-Fire-Frontmann Fabio Lione wenig zur Geltung. Auffallender, auch wegen des größeren stimmlichen Unterschieds, ist da indes schon Sabaton-Sänger Joakim Brodén, dessen Auftritt im mit über zehn Minuten eigentlich genug Platz bietenden Titelsong jedoch derart kurz ausfällt, dass es wirkt, als sei er nur dabei, um eben dabei zu sein. Auch vor den Gitarren macht der unvorteilhafte Mix nicht halt, welche von den zweifellos beeindruckenden orchestralen Soundwänden derart untergraben werden, dass der Metal-Anteil ernüchternd knapp ausfällt und die Saiteninstrumente lediglich in den dafür gelungenen Soli besonders auffallen.

Es gäbe noch mehr Dinge, die man „Heroes Of Mighty Magic“ vorwerfen könnte. Das ganze Album zu zerreißen wäre allerdings unverhältnismäßig und unfair, denn TWILIGHT FORCE beweisen mit ihrer zweiten Platte, dass sie an sich gelungene bis sogar herausragende Songs schreiben können, die in erster Linie an den technischen Umständen leiden, stellenweise aber auch unnötig nach dem Schema „So, der Song dauert noch keine fünf Minuten, also bauen wir noch so und so einen Part ein“ in die Länge gezogen sind. Damit ist es nicht das erwartete Meisterstück, als das es im Vorfeld (bewusst oder unbewusst, das sei dahingestellt) vermarktet wurde, aber ein gutes, wenngleich nicht restlos begeisterndes Werk. Insbesondere der absolut nicht gelungene Mix kostet die Platte den einen oder anderen Punkt und das ist sehr schade, weil dieses Jahr schon Bands mit ihrem ersten Album und bei kleineren Labels bewiesen haben, dass es deutlich besser und professioneller geht.

Bewertung: 7 / 10

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