CD-Review: Vogelfrey - Zwölf Schritte zum Strick

Besetzung

Jannik – Gesang, Rauschpfeife, Flöten, Bouzouki
Dennis – Gitarre, Hintergrundgesang
Chris – Bass, Hintergrundgesang
Dominik – Schlagzeug
Alex – Geige
Johanna – Cello

Tracklist

01. Intro
02. 6 Vaganten
03. Düsterpflicht
04. Schuld ist nur der Met
05. Der Tod und das Mädchen
06. Lindwurm Massaker
07. Freitod
08. Sommer
09. Der Tusch!
10. Lebenslehre
11. Flamme bin ich sicherlich
12. Galgenvogel


Zwölf Meter ohne Kopf soll Klaus Störtebeker bei seiner Hinrichtung in Hamburg vor über 600 Jahren noch gegangen sein – „Zwölf Schritte zum Strick“ gehen VOGELFREY, doch ein Ende wird dieser Albumtitel sicher noch lange nicht bedeuten. In beeindruckend kurzer Zeit hat sich die Mittelalter-Combo einen großartigen Ruf erarbeitet, den sie mit ihrem neuen Album gewaltig untermauern dürfte.

Schon auf dem Debütalbum „Wiegenfest“ präsentierte sich der Hamburger Sechser als hervorragend eingespielte Truppe, die mit ihrem musikalischen Können so manche Kollegen in den Schatten stellt. „Zwölf Schritte zum Strick“ demonstriert umso mehr, wie fähig und vor allem vielseitig die sechs Vaganten sind. Mit spielerischer Leichtigkeit spielen VOGELFREY Songs, wie aus der Feder von Turisas („Düsterpflicht“), Rage Against The Machine („Freitod“) oder Rammstein („Flamme bin ich sicherlich“) stammen könnten – natürlich nicht, ohne dass ein eigener, markanter Stempel aufgedrückt würde.

Dazu kommt mit „Lindwurm Massaker“ ein reiner Power Metal-Kracher, Balladen wie „Der Tod und das Mädchen“ oder „Sommer“ und haufenweise spaßige Mittelalter-Rocksongs. Eine Nummer wie „Schuld ist nur der Met“ zu mögen, mag einem wegen des platten Sauflied-Charakters fast leid tun – angesichts des unwiderstehlichen Ohrwurms kann man jedoch kaum anders. „Galgenvogel“ wiederum reißt, so überraschend konventionell die Nummer auch klingt, ebenfalls einfach mit. Nicht einmal damit erschöpft sich das musikalische Repertoire der Hamburger, wie das bereits als Livevideo veröffentlichte „Der Tusch!“ verdeutlicht: Zirkusklänge mit Sirtaki-Rhythmen, ja, das funktioniert!

Überflüssig zu erwähnen, dass hinter VOGELFREY ein Haufen hochtalentierter Musiker steht. Die Jungs und das Mädel beherrschen zahlreiche Instrumente ebenso wie tolles Songwriting. Einziges Manko mögen hie und da die Texte sein, wobei schon ein guter Sprung vom noch etwas platteren Vorgänger geschafft wurde. „Zwölf Schritte zum Strick“ ist ein großartiges Mittelalter-Rock-Album, das ein musikalisches Spektrum aufweist, welches man in seiner Breite selten erlebt. VOGELFREY dürften mit solchen Alben noch eine der ganz großen Bands des Genres werden!

Bewertung: 9.5 / 10

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