CD-Review: Voodoo Circle - Locked & Loaded

Besetzung

David Readman - Gesang
Alex Beyrodt - Gitarre
Mat Sinner - Bass
Markus Kullmann - Schlagzeug

Tracklist

01. Flesh & Bone
02. Wasting Time
03. Magic Woman Chile
04. Locked & Loaded
05. Devil With An Angel Smile
06. Straight For The Heart
07. Eyes Full Of Tears
08. Devil’s Cross
09. Trouble In The Moonlight
10. This Song Is For You
11. Children Of The Revolution


VOODOO CIRCLE scheinen allmählich wieder zu ihren Anfängen zurückzufinden: Nachdem die Truppe bereits mit „Raised On Rock“  wieder etwas mehr Frische beim Songwriting walten ließ, heißt sie für ihre neueste Platte „Locked & Loaded“ auch wieder Ur-Sänger David Readman in ihren Reihen willkommen. Der ehemalige Pink-Cream-69-Frontmann hatte die Band bekanntlich 2017 verlassen und war durch den nicht weniger fähigen Herbie Langhans (u.a. Firewind) ersetzt worden. Weitere Umbesetzungen blieben ebenfalls nicht aus, denn Schlagzeuger Francesco Jovino, der bis vor Kurzem auch die Kessel bei Primal Fear rührte, verließ die Formation ebenfalls und wurde von Markus Kullmann beerbt. Man darf gespannt sein, inwiefern sich die 2021 runderneuerte Besetzung auf den Sound von VOODOO CIRCLE auswirkt.

Bereits mit „Raised On Rock“ emanzipierten sich VOODOO CIRCLE ein Stück weit vom Eindruck der verhinderten Tribute-Band. Die Truppe präsentierte sich wieder weniger als schamlose Whitesnake-Kopie und wagte mehr Eigenständigkeit. Mit „Locked & Loaded“ setzt die Mannschaft von Alex Beyrodt diese Entwicklung fort: Auch auf ihrem neuesten Album erweisen sich VOODOO CIRCLE zwar nicht als wegweisend innovativ, lassen aber ein breiteres Spektrum an Vorbildern zu. Das führt die Band vorbei an den seligen 80ern bis ins Jahrzehnt davor, denn Nummern wie das psychedelisch angehauchte „Magic Woman Chile“ tragen mit ihrer Mischung aus orientalischem Lavalampen-Groove und bombastischen Gitarrenwänden eindeutig Züge von Led Zeppelin.

Nicht nur im bluesigen, sanften „This Song Is For You“, sondern auch mit dem leichtfüßigen Gitarrengroove von Nummern wie „Devil With An Angel Smile“ bewegen sich VOODOO CIRCLE somit weg von den wuchtigen Riffs der 80er und hin zum Classic Rock der 70er. Damit beweist die Truppe in ihrem Arrangements einen gewissen Mut zur Lücke, der den einzelnen Elementen mehr Raum für Entfaltung bietet. Das fällt hier oftmals durchaus spannend aus und zeigt die Band von einer neuen, frischen Seite, allerdings scheint das neue Gewand auch noch nicht so ganz zu passen: Im Titeltrack etwa werden die erwähnt luftigeren Arrangements mit einem eigenartigen Synthie-Teppich unterlegt, der sich einfach nicht so richtig in den Song einfügen will.

Am Ende scheint es, als könnten es VOODOO CIRCLE einfach nicht richtig machen: Denn kaum kehrt die Band zur oft monierten Whitesnake-Kopie zurück, macht „Locked & Loaded“ doch mehr Spaß. Somit sollte man sich gut überlegen, ob man Alex Beyrodt die Nachahmung von David Coverdale und Konsorten wirklich ankreiden will – Songs wie „Straight For The Heart“, das groß angelegte „Devil’s Cross“ und „Trouble In The Moonlight“ könnten ebenso gut auf Alben wie „1987“ oder „Slip Of The Tongue“ stehen. Sie sind also mindestens Zitate wenn nicht gar Kopien des stilbildenden Materials von Whitesnake, aber sie bilden auch klar die besten Nummer auf diesem Album. Das mag auch daran liegen, dass VOODOO CIRCLE das entsprechende Songwriting voll und ganz verinnerlicht haben und der zurückgekehrte David Readman eben wie der junge Coverdale klingt.

Der Grad zwischen Innovation und (Selbst-)Kopie ist schmal und VOODOO CIRCLE beschreiten ihn seit jeher recht trittsicher. Eigentlich. Auf „Locked & Loaded“ tut die Band schlussendlich genau das, was man sich von ihr gewünscht hat – sie wagt mehr Eigenständigkeit oder zumindest etwas Neues – und greift damit doch ein Stück weit daneben. Natürlich funktionieren auch die weniger Whitesnake-inspirierten Nummern aus der Feder der Herren Beyrodt und Sinner und es ist spannend, VOODOO CIRCLE von einer neuen Seite kennenzulernen. Dennoch – und das machen auch die entsprechenden Nummern auf „Locked & Loaded“ deutlich – war diese Band stets der einzige Trost dafür, dass Whitesnake im Studio noch gerade so und live überhaupt nichts mehr taugen. Somit klingen sie auch am besten, wenn man sie von ihren Vorbildern kaum unterscheiden kann. Das ist widersprüchlich und kaum der Fehler der Band, aber es ist auch nicht zu leugnen.

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Bewertung: 7 / 10

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