CD-Review: Voyager - I Am The ReVolution

Besetzung

Daniel Estrin – Gesang, Keyboard
Chris Hanssen - Gitarre
Simone Dow - Gitarre
Alex Canion – Bass
Mark Boeijen - Schlagzeug

Tracklist

01. Land Of Lies
02. Common Ground
03. Lost
04. The Devil In Me
05. Close Your Eyes
06. Total Existance Failure
07. Straight To The Other Side
08. In My Arms
09. Times Like These
10. On The Run From The World
11. Without A Sigh
12. I am The ReVolution


VOYAGER sind mir schon von ihrem 07er-Album „Univers“ bekannt. Schon damals dachte ich, „an wen erinnert mich das nur?“ Ich kam drauf. Wenn man sich vorstellt, dass die 80er-Pop-Truppe A-Ha sich plötzlich entschlossen hätte, Metal zu spielen, könnte es ungefähr so klingen. Besonders die Stimme von Daniel Estrin, deren Timbre ganz typisch für den damaligen New-Wave-Touch ist, ruft diesen Vergleich hervor.
Musikalisch ist das natürlich ungleich härter, obgleich VOYAGER viel Wert auf Melodien legen. Dynamik oder Groove spielen nur eine nebensächliche Rolle. So präsentieren sie sich auch auf ihrem neuen Werk „I Am The ReVolution“.

Stilistisch sind VOYAGER gar nicht so einfach zu definieren. Die Grundlage würde ich als Melodic Metal bezeichnen. Darüberhinaus integrieren sie Elemente vom Progressive Rock, Melodic Rock, Dark Metal/Rock und auch etwas Elektro in ihre Musik. Letzteres in Form von Synthie-Samples.
Die Songs zielen hauptsächlich auf die Entwicklung einer Atmosphäre an. Diese kann besinnlich, harmonisch, aufwühlend, melancholisch, nachdenklich oder auch mal aggressiv sein. Es gibt in jedem Song eine Main-Melodie, die sich wie ein roter Faden immer wieder hindurchzieht und von Keyboard und Gitarre gleichermaßen aufgefasst wird. Überhaupt sind die Anteile des Keyboard bei VOYAGER ziemlich hoch. Dennoch bringt die Gitarre durch die Riffs und Licks immer wieder die benötigte Härte ins Spiel, so dass die Musik nicht in allgemeine Rock-Bereiche abdriftet.

Wer sich gerne von Melodien mitreißen lässt, die nicht immer nur fröhlich oder easy-listening sind, ist bei „I Am The ReVolution“ richtig. Dies ist die Seite des Dark Metal, die dabei zum Vorschein kommt. Die Vergleiche gehen so ein wenig in Richtung finnischer Bands wie Him oder The Rasmus.
Dabei bleiben die Stücke auf einem gleichmäßig hohen Niveau. Einen kompositorischen Ausfall kann ich überhaupt nicht entdecken. Lediglich kommt es vor, dass sich manche Songs durch den Aufbau und besonders die Vocals etwas ähneln. Wegen des gleichbleibenden Levels ist es richtig schwierig, Anspieltipps herauszufischen. Das intensive „Land Of Lies“, das vergleichsweise druckvolle „The Devil In Me“, das vielschichtig-progressive „Close Your Eyes“ und das eingängige „Straight To The Other Side“ gefallen mir am besten. Doch stehen die anderen Stücken diesen qualitativ in nichts nach.

Die Musik baut stark auf Daniel Estrins Stimme auf. Diese ist in ihrem markanten, klaren Klang zwar auch wirklich ein Ohrcatcher, auf der anderen Seite aber in Punkto Abwechslung doch ziemlich limitiert. Die Rhythmustruppe rückt niemals sehr in den Vordergrund, sondern ist einfach für die Basis zuständig. Gitarre und Keyboard sind ungefähr gleichermaßen Leadführend. Es werden jede Menge guter Melodien aus dem Ärmel gezaubert, was für ein durchdachtes und ausgefeiltes Songwriting spricht. In der Hinsicht hat sich die in Australien beheimatete Multi-Kulti-Truppe gegenüber „Univers“ nochmal gesteigert.

Insgesamt ist „I Am The ReVolution“ ein gutes Progressive Dark Melodic Metal/Rock-Album. Wirklicher Headbanger-Stoff findet sich dort nicht. Doch wer sich für Musik in den eher emotional-tiefgründig-intensiven Bereichen interessiert, sollte unbedingt reinhören.

Bewertung: 7.5 / 10

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