CD-Review: Witchcraft - Black Metal

Besetzung

Magnus Pelander - Gesang, Gitarre

Tracklist

01. Elegantly Expressed Depression
02. A Boy And A Girl
03. Sad People
04. Grow
05. Free Country
06. Sad Dog
07. Take Him Away


Wie bitte? Die Retro-Doomer von WITCHCRAFT spielen jetzt Black Metal? Der Titel der neuen Scheibe der Schweden dürfte bei so manchem Fan Stirnrunzeln verursacht haben. Ist Bandkopf Magnus Pelander jetzt vollkommen verrückt geworden? Handelt es sich doch um eine andere Band gleichen Namens? An alle Verunsicherten: Ihr könnt aufatmen, es handelt sich tatsächlich immer noch um WITCHCRAFT und die Truppe zockt trotz des Titels keinen rumpeligen schwarzen Stahl. Stattdessen könnte man den Namen der neuen Veröffentlichung fast schon als Ironie werten. Magnus Pelander bietet nämlich reinsten Folk und das auch noch ohne den Rest der Band. Auf „Black Metal“ sind lediglich er und seine Akustik-Gitarre zu hören. Wer sich damit an das Soloprojekt Pelander und das Album „Time“ aus dem Jahre 2016 erinnert fühlt, trifft damit ziemlich genau ins Schwarze.

In sieben Songs und etwas mehr als einer halben Stunde Spielzeit zeigt sich Magnus Pelander von einer sehr nachdenklichen und emotionalen Seite. Der Opener „Elegantly Expressed Depression“ ist genau das, was der Titel vermuten lässt: eine tieftraurige Nummer, die zu großen Teilen ohne Gesang auskommt und tief in eine depressive Seele blicken lässt. Schade ist nur, dass der Hörer damit eigentlich schon alles kennt, was „Black Metal“ zu bieten hat. Auch die restlichen Songs klingen zu großen Teilen genauso wie der Opener. „A Boy And A Girl“ ist vielleicht noch etwas trauriger und „Grow“ etwas hymnischer, aber die Unterschiede sind wirklich marginal. Lediglich „Take Him Away“ kommt bluesiger, progressiver, aufregender aus den Boxen und zeigt eine etwas andere Seite Pelanders.

„Black Metal“ ist atmosphärisch, emotional und durchaus ein mutiges Experiment im WITCHCRAFT-Kosmos, es fehlt aber einfach an Akzenten, Abwechslung und Höhepunkten. Daher wird die Scheibe wohl am besten am Stück gehört und entfaltet so als Gesamtpaket ihre volle Wirkung. Fraglich ist nur, wieso Pelander das Album unter dem WITCHCRAFT-Banner veröffentlicht und nicht sein Soloprojekt reaktiviert.

Bewertung: 7 / 10

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