CD-Review: Witchcraft - Nucleus

Besetzung

Magnus Pelander - Gesang, Gitarre
Thomas Anger - Bass
Rage Widerberg - Schlagzeug

Tracklist

01. Malstroem
02. Theory Of Consequence
03. The Outcast
04. Nucleus
05. An Exorcism Of Doubts
06. The Obsessed
07. To Trancend Bitterness
08. Helpless
09. Breakdown


Mensch, bist du noch am Leben? Die Schweden WITCHCRAFT schlagen mit ihrem fünften Studioalbum „Nucleus“ erneut zu. Nach dem drei Jahre zurückliegenden und sehr erfolgreichen Vorgänger „Legend“ wurden die Positionen an Bass und Schlagzeug neu besetzt, jedoch bleibt man dem musikalischen Weg aus Doom Metal mit Classic-Rock-Anleihen und Ambient-Einschüben treu. So verzweifelt diese Musik auch sein mag wirft zumindest das Artwork einen positiven Lichtschein auf den bereitgestellten Seziertisch.

Vorhang auf mit achteinhalb Minuten und dem Titel „Malstroem“, der bereits ein markantes und großes Ausrufezeichen zu setzen vermag. Ausgeklügelt-vertrackte Gitarrenmelodien ziehen sich durch das gesamte Stück, sie bäumen sich auf, flauen wieder ab. Dann setzt der wehleidende Gesang von Frontmann Magnus Pelander ein, der auch im weiteren Verlauf mit einer angenehmen Retroproduktion versehen wurde, die stark an die frühen Black Sabbath oder die Labelkollegen/Landsmänner Graveyard erinnert und doch eigenständig bestehen kann. „Theory Of Consequence“ erklimmt nur knapp die Zwei-Minuten-Marke, setzt den eingangs erlebten Eindruck aber unbeirrt fort. Das schwedische Trio steht im Hier und Jetzt, was die klare und differenzierte Produktion zu jedem Zeitpunkt unterstreicht. Doch wenn diese Band in den Siebzigern auf die Bildfläche getreten wäre, sie hätten mit ihren Kompositionen wohlmöglich ein Millionenpublikum begeistert und deren Herzen für Rockmusik weit geöffnet. So setzt man auf einige Einwürfe, die unerwartet aufkeimen und dem Songmaterial einen frisch-fröhlichen Anstrich verpassen. „The Outcast“ bietet funkige Gitarren und ein Solo zum Niederknien, während gegen Ende psychedelische Keyboard-Parts zu vernehmen sind. Der Long- und Titeltrack „Nucleus“ beinhaltet zu Beginn melancholische Streicher, baut sich langsam aber stetig auf, unterbricht sich selbst für ruhige Ambientmomente und hat Chor- bzw. weiblichen Gesang im Gepäck. Diese Komposition und das abschließende „Breakdown“ sind zwei schwere Kolosse, deren Entdecken allein dieses Release rechtfertigen könnte, wenn dort nicht die anderen großartigen Songs wie das bluesige „An Exorcism Of Doubts“ wären. Neben allem Schwermut, krachigen Momenten und einiger Fragilität hat dieses Werk einen durchweg positiven Charakter, der sich auch auf das Gemüt des Hörers niederschlägt.

Retro as fuck, meine Damen und Herren! WITCHCRAFT erfinden auf „Nucleus“ wahrlich nichts neu und spielen diesen Stil mit einer Masse an Herzblut und inbrünstiger Verehrung für die frühen Helden des Doom Metal, dass es eine wahre Freude für Liebhaber dieser Musik sein sollte. Nach dem vielgelobten „Legend“ war ein musikalischer Brocken dieser Art wahrlich nicht zu erwarten. Während eine wohlgefüllte Welle an retro-liebenden Bands zum Erliegen kommt, werden nur die Meister ihres Fachs an den Strand gespült. WITCHCRAFT feiern mit „Nucleus“ eine eher untypische Beachparty und untermauern ihre Stellung formidabel.

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Bewertung: 8.5 / 10

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