CD-Review: Zandelle - Shadows Of The Past

Besetzung

George Tsalikis - Gesang
Anthony Maglio - Gitarre
T.W.Durfy - Gitarre
James Corallo - Bass
Joe Cardillo - Schlagzeug

Tracklist

01. Ecstasy
02. Medieval Ways
03. Evil Entity
04. Angel
05. Darkness Of The Night
06. Bringer Of Doom
07. Soul Of Darkness
08. Queen Witch
09. Crimson Rain
10. The Warrior
11. Unleashed
12. Scream My Name
13. Bad Boy


Wer sich auf „Shadows Of The Past“ über neues Material von ZANDELLE freut, sieht sich getäuscht. Viel mehr geht es um sehr alte Stücke der New Yorker. „Shadows Of The Past“ (und hier bekommt der Albumtitel eine tiefgründige Bedeutung) enthält vier Kompositionen der allerersten, selbstbetitelten EP von ZANDELLE, sowie sechs Songs des Debutalbums „Shadows Of Reality“. Da beide Tonträger heute nur noch sehr schwer zu bekommen sind, werden sich besonders Freunde der Frühphase der Amis über diese Veröffentlichung freuen. Und für die Zweifler eines remastereden Sounds gibt es gleich noch eine Bonusdisc dazu, die alle zehn Songs in der ursprünglichen Produktion enthält.

Doch halt! So ganz ohne neues Material kommt „Shadows Of The Past“ doch nicht. „Unleashed“ wurde ursprünglich für’s 2006er-Album „Vengeance Rising“ aufgenommen, fand dann aber damals doch keine Verwendung. Ein sogar ganz brandneues Stück ist „Scream My Name“, und mit „Bad Boys“ covern ZANDELLE schließlich noch Whitesnake.
Kommen wir aber erstmal zu den früheren Stücken. ZANDELLE agierten da teilweise noch druckvoller und geradliniger, als man es von den späteren Werken wie „Flames Of Rage“ kennt. Sie orientierten sich stilistisch noch stärker am US-Metal der 80er. So sind auch die Songs – abgesehen vom balladesken „Angel“ – weitestgehend recht dynamisch und straight, bauen auf viel Groove und werden insgesamt deutlicher vom variantenreichen Riffing dominiert. Die Höhepunkte werden gut erarbeitet und thronen besonders bei den Albumhighlights „Medieval Ways“, „Bringer Of Doom“ und „Queen Witch“ schön über den Stücken. Dagegen überzeugt „Evil Entity“ vor allen Dingen durch den unbändigen Drive und ein überraschendes emotionales Zwischenspiel, während „Soul Of Darkness“ nicht nur ultra-oldschooled anmutet, sondern durch den etwas okkulten Klang an Mercyful Fate und King Diamond erinnert. Das Songwriting war aber bei den 96er- bzw. 98er-Kompositionen von ZANDELLE bereits durchweg gutklassig.
„Unleashed“, das verschmähte Stück von 2006, verbindet geradlinige, energische 90er-Zeiten der Band mit der melodischen Epik der neueren Alben. Es ist eigentlich ein ordentlicher Song, der mich teilweise ein bisschen an Sonata Arctica erinnert. Keine Ahnung, warum er es nicht auf „Vengeance Rising“ geschafft hat. Noch deutlicher kommt der Unterschied zu früher bei dem neuen Track „Unleashed“ zum Vorschein. Dieser in seiner Machart trotzdem sehr gelungene Song passt sich soundlich schon eher den typischen US-Epic-Metal-Bands an.
Wie ZANDELLE darauf gekommen sind, ausgerechnet ein Stück von Whitesnake zu covern, erschließt sich mir nicht ganz. Trotzdem machen sie ihre Sache gut und verknüpfen den bluesigen Hardrock der weißen Schlange gekonnt mit den metallischen Trademarks des eigenen Sounds.

„Shadows Of The Past“ gibt Zeugnis ab, wie ZANDELLE am Anfang der Karriere klangen, und als Oldschool-Anhänger nehme ich dies mit einer Winzigkeit Wehmut auf. Auf der anderen Seite sind die Amerikaner heute genauso gut wie in den Anfangszeiten, nur mit einer melodischeren Ausrichtung, wie gerade die beiden jüngeren Tracks beweisen. Auf jeden Fall ist „Shadows Of The Past“ ein durchweg gutklassiges Album, das sich Anhänger des US Metals, die die zugrunde liegenden ZANDELLE-Releases noch nicht besitzen, getrost auf ihre Einkaufsliste setzen können.

Bewertung: 8 / 10

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