CD-Review: Zirrus - Kulm

Besetzung

Neal Hamilton – Gesang
Dorian Bellwald – Gesang, Basler Trommel
Jonathan Banz – Gitarre, Gesang
Serge Hauri – Gitarre
Claudio Berger - Bass
Michael Schmid – Schlagzeug

Tracklist

01. Making Things Apart
02. White Lead
03. Kulm
04. Tumbling Down
05. Wheels Of Light
06. Vintage
07. Sewn
08. It Runs
09. Holy Ghosts
10. Grand River
11. Waterfalls
12. Ready


ZIRRUS kommen aus der Schweiz und spielen progressive Musik, die zwischen gediegenem Rock und hartem Metal mäandriert. 2008 in Luzern gegründet konnte die Band mit ihrer ersten EP „Garden City“ 2011 den Titel „Demo des Monats“ im Rock Hard für sich beanspruchen. Nun erscheint mit „Kulm“ das erste Full-Length der Schweizer.

„Making Things Apart“ beginnt mit einem satten Riff, über welches eine hübsche Melodie gezupft wird. Das harte Riff zieht sich denn auch konsequent durch den Song, allerdings steht dem kontrapunktisch der zerbrechliche Gesang gegenüber. Prinzipiell kein neues Stilmittel, jedoch äußerst patent umgesetzt.
Das lässt sich auch über die instrumentelle Arbeit von ZIRRUS auf „Kulm“ sagen. Klar, bei progressiver Musik erwartet man extrem kompetente Musiker, aber den Schweizern gelingt es, technische anspruchsvolle Parts so mit klaren Elementen zu verbinden, dass man unterm Strich eben kein Konglomerat von Versatzstücken hat, sondern funktionierende Songs, die den Hörer zu fesseln verstehen.
Dabei bringt besonders der Wechsel zwischen harten Metal-Riffs und sanfteren Rock-Parts eine Menge Dynamik in die Musik, welche durch das akzentuierte Drumming von verstärkt wird. Zusätzlich ergänzen sich straighte Riffs mit Frickelparts, die meist unter dem Gesang liegen. Dieser wiederum könnte für einige Hörer Grund zur Kritik sein. Zwar werden hier die Stimmbänder absolut kompetent in Schwingung versetzt, allerdings bewegt man sich dabei meist in sanften, fast weinerlichen Regionen. Das funktioniert prima, keine Frage, allerdings wünscht man sich manchmal doch einen Growl – einfach etwas, das den harten Riffs entspricht.
Kein Grund zur Sorge, denn mit fortwährender Spieldauer steigert sich auch der Härtegrad von „Kulm“, ohne dass ZIRRUS sich derbe einen abprügeln würden. Die Band bleibt ihrem Stil treu und variiert gekonnt ihren Sound – sehr cool gemacht. „Holy Ghosts“ bringt denn auch die ersehnten Growls, die mehr im Hintergrund liegen und sich mit dem Klargesang vereinen, dadurch aber ungemein Wirkung erzielen.

Mit „Kulm“ haben ZIRRUS ein wunderschönes Stück progressiver Musik geschaffen, das den Hörer zum (Tag-)Träumen animiert, dabei aber durch seine kräftigen Riffs zu jeder Zeit geerdet bleibt und somit auch für Genrefremde zugänglich ist. Einfach einlegen und eine Dreiviertelstunde entspannt genießen.

Bewertung: 8 / 10

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