Cover Artwork des Albums Hjarta der dänischen Doom-Band Maunah

Review Maunah – Hjarta

Dänemark ist vor allem bekannt für guten Death Metal und eine weithin beliebte Brotzeit. Aber auch im Sektor zäh-schleppender Riffmusik kann das Land mit Namen wie SATURNUS, KATLA und KONVENT einiges auf sich halten. Nun schicken sich die Debütanten von MAUNAH an, der hungrigen Hörerschaft schwerer Töne mit „Hjarta“ ihr Herz zu Füßen zu legen. Zwar hat die Formation im Vorfeld bereits eine EP veröffentlicht, aber bei einem Album, und besonders dem ersten, geht es nicht mehr darum, Fragmente von sich zu zeigen, sondern ein erstes ganzes musikalisches Zeugnis abzulegen. Und so viel sei gesagt: MAUNAH haben geliefert.

So bringt das eröffnende „Heimaland“ zuerst eine gewisse Leichtigkeit und Harmonie mit, ehe sich die ersten schweren Riffs auf geradlinigem Schlagzeug und einer warmen Bass-Line durch den Gehörgang schieben. Kleine melodiöse Akzente, wie zum Beispiel das Flötenspiel von Sänger Søren Sol Koldsen-Zederkof, sorgen dafür, dass es nicht zu eintönig wird. So schafft es die Band von Beginn an, Schönheit und Härte ohne Gefälle in Dynamik und Stimmungen zu verbinden. Dass es MAUNAH aber nicht nur um die Treue zu den Genre-Konventionen geht, zeigen auch die schmissigen Melodien bei den Riffs, wie beispielsweise auf „Solin Vaugna“ umgesetzt, die ein wenig an langsame (und ältere) DOOL erinnern.

Ebenfalls beachtenswert, eben weil das im Doom Metal keineswegs selbstverständlich ist, ist die hohe Einprägsamkeit, mit der die Band ihre Stücke versehen hat. Zwar wird das nicht unbedingt über große Hooks erreicht, als vielmehr durch ein Maximum an Gefühl. Die sehnsüchtigen Gitarrenarrangements von Mads Medom Papsø Laursen und Janus Holst Aaen verbinden sich hervorragend mit den aufwühlenden Grooves von Schlagzeuger Tim Sejr Wettendorff Larsen. Gleichzeitig bringt der simple, oft gesprochene Gesang eine schöne zusätzliche Tiefe mit, was zusammengenommen auf einem Titel wie „Theinajau“ bestens zur Geltung kommt.

Natürlich fehlt es MAUNAH bei all der ausufernden Raffinesse nicht an Düsternis. Das zeigt sich vor allem auf „Saivør“, wo sich eine düstere Grundstimmung an fast mönchsartigen Gesängen auflädt. Besonders bei diesem Song: MAUNAH können auch richtig Gas geben. Wenn sie denn wollen. So verfehlt der Ausbruch in Sachen Geschwindigkeit nicht ein bisschen seine Wirkung, wenn Riffs und Schlagzeug auf einmal fast in Post-Black-Metal-Manier lospreschen und Søren sich zu tatsächlich sehr starken Screams hinreißen lässt. Solche kleinen Momente stehen MAUNAH sehr gut. Davon darf es in Zukunft gerne noch mehr geben.

Das Debüt-Album ist für eine aufstrebende Band in vielerlei Hinsicht wahrscheinlich das wichtigste Release. Einerseits ist es die erste große Offenlegung gegenüber dem potenziell interessierten Publikum, andererseits ist es ein gnadenloser Test des eigenen kreativen Könnens. MAUNAH können mit Stolz von sich sagen, diesen Meilenstein mit fast unverschämter Souveränität genommen zu haben. Dass die Band auf dem PROPHECY FEST als einer der kleinen Acts dennoch sehr gut ankam, ist da keinesfalls verwunderlich. Denn „Hjarta“ ist nicht nur im Sinne seines Genres ein großartiges Album. Es ist bei seinen kleinen Akzenten und der insgesamt hohen Wendigkeit seiner Stücke auch ein herausragendes Einstiegsalbum in solch ein spezielles Genre wie den Doom Metal.

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Wertung: 9 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

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