Interview mit Christopher Bowes von Alestorm

Alestorms Käptn Christopher Bowes erzählte uns im Interview Geschichten von Vaterlandsliebe, Piratenfilmen, Madeleine McCann und natürlich etwas über das Debütalbum „Captain Morgans Revenge“.

English Original…

Hey Leute, wie geht’s? Viel zu tun momentan? Genug Zeit den Release eures ersten Albums zu feiern?
Aye aye! Wir haben die ganzen verrückten Sommerfestivals vor uns und ich habe meine letzten Uniprüfungen zur gleichen Zeit, also wird alles erstmal total hektisch. Aber yeah, ist schon Spaß!

Ich habe verschiedene gute Kritiken gelesen, meine ist noch eine der schlechteren. Habt ihr so ein Medienecho erwartet?
Hah! Ich dachte, jeder würde es hassen, weil es so ein unverschämt dummes Album ist. Aber die Leute haben erkannt wie großartig großartig (sic!) wir sind. Das allgemeine Metal-Publikum mag uns auch, was praktisch ist. Es ist egal wie sehr ein Album „von den Kritikern akzeptiert“ ist… wenn’s keiner mag, ist es ein Fehlschlag.

Wer regte an „Pirate Metal“ zu machen, wo die karibische Piraterie doch ein eher seltenes lyrisches Thema im Metal ist?
Ich hab es getan, denn Songs über Piraten zu schreiben pisseinfach. Ebenso sind Piraten hart wie Arsch und männlich, genau wie ich. Yeah.

(Deutsche) Hörer dürften zuerst an Running Wild denken, wenn sie „Pirate Metal“ hören. Wie findet ihr die Musik von Rock’n’Rolf?
Sie sind schlechter als wir! Wir haben aufgehört einen Drumcomputer zu benutzen, aber Rock’n’Rolf denkt immer noch, dass das ’ne coole Sache wäre. Die Mädels stehen nicht auf Drumcomputer (oder Drummer an sich, wie Ian unglücklicherweise letzten Monat auf Tour herausgefunden hat).

Erzählt mir von eurem Namenswechsel. Wahrhaftig war „Battleheart“ ein gutes Stück zu kitschig, aber war es Napalm, die den Wechsel wollten oder war’s eure eigene Idee? Was bedeutet „Alestorm“ für euch, nur Spaß oder noch mehr?
Es ist Ale, aber in einem Sturm. Wie ein Hurrikan aus Bier oder ein Tsunami aus Lager. Napalm wollte, dass wir uns umbenennen (und, Gott, die kamen mit ein paar beschissenen neuen Vorschlägen), aber ich hab‘ den Namen Alestorm erfunden und wir haben sie überzeugt, dass er besser ist. Definitiv besser als Battleheart.

Der Titelsong von „Captain Morgan’s Revenge“ ist eins der großartigsten Dinge die ich die letzten Monate gehört habe. Ich ziehe meinen Hut vor euch dafür! Stimmt ihr zu, dass es das Beste ist, was ihr bisher geschaffen habt?
Neben den ganzen arschharten und männlichen Songs, die ich für das nächste Album geschrieben habe, ja. Es ist eindeutig von besserer Qualität als alles, was hinter uns liegt. Ich liebt es. (sic!)

„Flower Of Scotland“ und diverse andere Dinge geben mir das Gefühl dass ihr sowas wie Patrioten seid. Wie sind eure Gefühle gegenüber eurem Heimatland?
Es ist besser als das verdammte England, soviel kann ich dir sagen!

Ihr habt „CMR“ in den LSD Studios in Lübeck aufgenommen. Wie war der ganze Prozess und seid ihr mit dem Resultat zufrieden?
Yeah, es war verdammt großartig. Der Produzent Lasse Lammer ist ein cooler Typ, wie hatten ’ne gute Zeit dort. Der Sound ist genau richtig, wir hätten nichts Besseres kriegen können. Das nächste Mal werden wir allerdings mehr als einen Monat mit den Aufnahmen verbringen. Es wird ’ne Menge verrücktes Zeug auf dem neuen Album sein.

Natürlich mögt ihr Klischees, leugnet das nicht! Warum betonst du euren schottischen Ursprung nicht durch die Verwendung eines starken Akzent? Das wäre doch ziemlich cool!
Ich würde ja, aber mein Akzent ist scheiße. Ich habe zu viel Zeit mit Engländern verbracht, und nun klinge ich natürlich wie eine Schwuchtel. Ich bin der am wenigsten schottische Schotte überhaupt.

Was ihr auch nicht leugnen könnt ist die Inspiration durch finnische Folk Metal Bands wie Turisas und Korpiklaani. Ist es nicht etwas seltsam, dass Schotten Humppa wie in „Wenches And Mead“ spielen, während auf der anderen Seite auch die schottische Volksmusik recht beliebt ist?
Definitiv haben uns die beiden viel beeinflusst. Ich liebe Turisas, und ich mochte die früheren Korpiklaani-Sachen (ihre neue Besessenheit alles auf finnisch zu singen stinkt allerdings). Schottische Volksmusik ist nicht soo verschieden zu Humppa. Beide basieren stark auf Akkordeon und Geige. Es macht außerdem Spaß zu spielen. Für mich gibt es da kein kulturelles Problem mit unserem Stil.

Ihr werdet auf verschiedenen Festivals dieses Jahr spielen. Auf welches freut ihr euch am meisten?
Metal Camp. Ohne jeden Zweifel. Im Ernst, es ist das Beste, was je in der Geschichte des Metal passiert ist. Scheiß drauf irgendwelche Bands zu sehen, einfach am Strand sitzen in den Bergen und Cocktails trinken. Das ist das verdammte Leben.

Euer Auftritt beim Ragnarök Festival wurde abgesagt. Waren das wirklich gesundheitliche Gründe oder ward ihr einfach zu betrunken?
Yeah, das haben wir verkackt. Eine Mischung verschiedener Sachen. Unser Drummer Ian hat sich ein wenig auf der UK-Tour verletzt und war noch dabei sich zu erholen. Gavin konnte keinen Urlaub bekommen. Und wir konnten uns gar nicht leisten dahin zu fahren, die Transportkosten übersteigen die Gage, die wir auf den meisten Festivals bekommen. Aber nächstes Jahr kommen wir, definitiv.

Das erste, was ich von euch hörte, war „Heavy Metal Pirates“ [noch zu Battleheart-Zeiten, Anm. d. Red.], das war so wie „Was zum Geier, meinen die das ernst?“ Wie ernst nehmt und nahmt ihr euch?
Wenn ich jetzt sagen würde, dass wir unsere Musik nicht ernst nähmen, würde jeder denken, dass wir nur eine Comedy-Witz-Band sind. Das ist nicht wahr. Auf der anderen Seite sind wir nicht so fest mit den geschichtlichen Dingen. Wir sind uns wohl bewusst, dass eine Menge von unserer Musik total lächerlich und übertrieben ist, aber das ist schon der halbe Spaß. Es ist einfach nur fröhliche Musik, stumpf und simpel. Wir haben keine echte Botschaft, wir sind nur dazu da abzurocken und großartig zu sein.

Werdet ihr altes Zeug wie dieses live spielen?
Yeah, total. Unser geldgieriges Plattenlabel hat es gerade als Single oder so rausgebracht, das ist eine vernünftige Entschuldigung es wieder hervorzuholen. Der Song ist geil zu spielen.

Ihr habt echt schicke Promo-Fotos gemacht. Denkt ihr, das ist wichtig um das Gesamtkonzept abzurunden?
Yeah, das sind super Fotos, lassen uns total wie arschharte Piraten aussehen. Es ist allerdings etwas nach hinten losgegangen und viele Fans (die meisten Deutschen, möchte ich hinzufügen), denken das wir TATSÄCHLICH PIRATEN SIND und auf einem Schiff leben. Ich meine, ernsthaft?

Als werdender Historiker muss ich das fragen: Habt ihr sichere Belege, dass es Kilt-tragende Piraten gab?
Ha! Wenn ihr Running Wild interviewt, fragt ihr sie ob es Belege gibt, dass Piraten Lederhosen (sic!) trugen? Niemand trägt wirklich Kilts in Schottland, das machen wir nur für die Touristen.

Aus welchem Nintendo-Spiel habt ihr diese „super“-Keyboardsounds geklaut.
„Donkey Kong Country 3: Dixie Kong’s Double Trouble“. Warum fragst du?

Wie oft habt ihr die „Fluch der Karibik“-Filme geschaut? Haben die euch viel beeinflusst?
Nah, die sind scheiße! Na gut, der erste war cool.

Eure Texte (und eure Erscheinung in Wacken ’06, ich erinnere mich!) zeugen definitiv von einer Affinität zum Alkohol. Welchen Suff bevorzugt ihr?
Ich bin ein echter Mann, ich trinke Cocktails. Alles mit Sonnenschirmen und so Scheiß drin. Der Rest der Band ist schwul, die trinken alle Bier und Jägermeister.

Eine spezielle Frage an Gavin: Was ist mit Madeleine McCann passiert?
Gavin ist gerade bei der Arbeit, also werde ich so tun, als wäre ich er: Ja, ich habe sie entführt, ich gestehe, kommt nach Perth und nehmt mich fest. Ich erwarte die Analvergewaltigung in den Gefängnisduschen mit Freude!

Unser obgligatorisches Metal1.brainstorming: Was fällt euch bei diesen Begriffen ein:

Battle – Fart
Johnny Depp – Schmierige Mannswurst
Wetter – Zu heiß
Reisen – Epische Suche!
Gälische Sprache – Kernschmelze… Fünf Minuten Warnung!
Gewalt – Ewiger Alptraum!
Norddeutschland – Fuuuuuuuunf! (sic!)
Intelligenz – Seit langem vom Suff zerstört
Ehrlichkeit – Alles, was ich in diesem Interview sagte, ist eine Lüge
Arbeit – Arbeitslosigkeit, baby!
Oslo – Um… Norwegen? Ich war nie da. Ich wette, es ist scheiße.
Döner Kebab – Mehr Chili Soße! Und nichts von diesem gesunden Mist den ihr Deutschen „Döner“ nennt, das ist eine Beleidigung für die epische Majestät vom traditionellen Schottischen tief-durchgerösteten Donner (sic!) Kebab.

Danke, dass ihr eure Zeit mit diesem Interview verschwendet habt! Irgendwelche letzten Worte?
Yer maw!

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