Interview mit André Schumann von Dark Age

Dark Age gehören im Norden Deutschlands bereits zu den Großen in der Metalszene. Mit ihrem vierten Album „Dark Age“ könnten sie auch im Rest Deutschlands zu einer großen Nummer werden. Schlagzeuger André Schumann beantwortete unsere Fragen über das neue Album, die anstehende Tour und mehr…

Sei gegrüßt! Am 19. April kommt euer viertes Album, und ich find es wirklich klasse! Wie liefen die Aufnahmen und wie zufrieden seid ihr mit dem Endergebnis?
André Schumann: Danke! Auch wir sind überaus zufrieden mit der Scheibe. Wir haben uns dazu entschlossen, das Album diesmal selber zu produzieren, da wir mit Eike einen sehr talentierten und studierten Tontechniker in der Band haben. Er war ja schon bei unseren letzten Produktionen während der ganzen Zeit im Studio präsent und hat sich bei Schrödey und Andy Classen einiges abgeguckt. Mir der Zeit hat er sich eigenes Recording Equipment zugelegt, so dass wir bereits Hells Bells (die Cover Version auf dem letzten Album) bei ihm aufnahmen. Das Ergebnis hat uns so überzeugt, dass wir uns dazu entschlossen das Produktionsbudget diesmal komplett für eine Investion in ein eigenes Studio zu verwenden, anstatt es innerhalb von drei Wochen in einem anderen Studio zu lassen. Bereits unsere Remonstrations-EP hatten wir im Schnelldurchgang im Eikey Studio eingespielt. Das Ergebnis hat uns in unseren Schritt bestätigt, vor allem, wenn man die knappe Zeit und die Tatsache betrachtet, dass das Studio noch nicht komplett war.
Zu Beginn der Aufnahmen zu Dark Age war dann aber alles fertig und wir haben genug Zeit eingeplant. Wir konnten diesmal also viel mehr experimentieren, weil nicht jeder Tag Geld gekostet hat. Da wir zu Hause blieben fiel es jedoch schwer, sich nur auf die Aufnahmen zu konzentrieren, da man noch viele andere Dinge zu tun hat. Das ist anderes wenn man extra in ein Studio verreist. Ich denke aber das wir alles sehr gut unter einen Hut bekommen haben, auch wenn gegen Ende die Zeit doch knapp wurde.
Der Sound toppt alles, was wir bisher gemacht haben und vor allem mit den Drums bin ich mehr als zufrieden. Ich denke Eike wird sich mit dieser Produktion viel Respekt verschaffen.

Was habt ihr deinerMeinung nach auf „Dark Age“ im Vergleich zu „The Silent Republic“ verändert und verbessert?
André Schumann: Ich denke, dass der Schritt, den wir von The Silent Republic zu Dark Age getan haben auf dem gleichen Weg liegt, wie alle Schritte zuvor. Elemente, die auf der Republic Scheibe zum ersten mal vereinzelnd auftauchen, treten nun verstärkt auf. Ich meine hier vor allem den melodischen Gesang und die rhythmischen, groovigen Parts. Ich als Schlagzeuger kann außerdem sagen, dass dieses Album das schnellste ist, was wir jemals eingespielt haben, obwohl weniger Blastparts vertreten sind. Ich meine auch, dass die Produktion, die sich stark von den vorherigen abhebt dazu beiträgt, dass viele den Schritt als größer empfinden, als er eigentlich ist. Das war bei The Silent Republic ähnlich. So wie der Sound jetzt ist wollten wir ihn aber schon immer haben!

Warum habt ihr das Album ganz einfach nach euerem Bandnamen benannt? Steckt da vielleicht auch ein bestimmtes Konzept dahinter?
André Schumann: Der Grund ist ganz einfach: dieses Album ist 100% Dark Age. Wir haben zum ersten Mal die Produktion in eigene Hände genommen. Keine Interpretation eines Produzenten, wie Dark Age klingen muss, sondern unsere Vorstellung, wie wir zu klingen haben. Auch sind wir der Meinung, dass dies unser eigenständigstes Album ist – Dark Age also als Musikstil. Wir haben als Band das Ziel für uns selber und für eine eigene Bewegung innerhalb der Metal- und Rockszene zu stehen! Unser Artwork haben wir auch dementsprechend angeglichen. So sind die Pentagramme aus unserem Logo verschwunden und haben einem von mir kreierten „Darkagramm“ platz gemacht. Dieses Symbol setzt sich aus zwei Dreiecken zusammen, die ein abstraktes D und A darstellen sollen. Aber auch alle anderen Buchstaben unseres Namens tauchen darin auf. Dies wird man in Kürze in einer Animation auf unserer Homepage und auf dem Album-Longsleeve sehen können. Es ist also das perfekte Symbol für uns und gleicht in seiner Ästhetik dem Pentagramm, ohne dass Irgendjemand was Falsches hinein interpretieren kann. Dieses Symbol steht nur für Dark Age und Dark Age steht für Kraft aus Musik, was wir auch durch das Cover darstellen wollen. Wir ziehen sämtliche negativen Dinge wie ein Magnet auf uns und verwandeln sie in positive Energie. Ein Effekt, den wir auch auf Konzerten beobachten. Die Leute können all ihre Probleme, ihre Wut, ihre Trauer in positive Aggression umwandeln und die Sau rauslassen. Uns geht es genauso. Dieses ist unsere Motivation Musik zumachen. Wir treten gegen das dunkle Zeitalter an, welches uns umgibt.


Kannst du unseren Lesern etwas über die Texte des neuen Albums erzählen? Auf euerer Internetseite jedenfalls stehen die ja noch nicht.
André Schumann
: Die Texte stammen wieder allesamt aus Eikes Feder. Es geht sowohl um negative Emotionen wie Verzweifelung (Zero, Dare To Collapse, My Own Darkness), als auch um Wut und Aufstand (Fix The Focus, Pulse Of Minority). Neurosis 404 behandelt unbegründete Ängste. Error 404 ist im Internet eine Seite ohne Inhalt. Nikita ist eine Seuche, die diesen Planeten von der Menschheit befreit und The Elegy Of A Forgotten Science ist eine Reflexion über die Entfremdung des Menschen von der Natur.
Ich möchte aber nicht all zuviel verraten, damit ich niemanden das Lesen der Texte erspare. Ich denke wie bei allen Alben, bei denen sich um die Texte Gedanken gemacht wurde, erschließt sich Dark Age erst vollständig, wenn man sich hinsetzt, die Musik laufen lässt und dabei die Texte studiert. Eine Melodie kann noch um einiges intensiver sein, wenn man auch die entsprechenden Worte kennt. Eike hat ein sehr gutes Gespür dafür, Texte zu verfassen, die wie angegossen zur Musik passen. Es ist gar nicht nötig 100% nachzuvollziehen, was er aussagen möchte. Auch kann man in den Text eine andere Bedeutung für sich sehen, als Eike. Wenn die richtigen Worte auf die richtige Harmonie fallen öffnet sich die Seele. Also setzt Euch hin und lest die Texte. Bald sind sie auch im Netz.

Über welche Themen würdest du bzw. ihr nie einen Text schreiben wollen und warum?
André Schumann: Alles was uns beschäftigt kann Thema bei Dark Age sein. Von Politik bis Liebeskummer bis Rebellion. Sicher wird es von uns nie „Oh Baby Yeah I love You“-Texte geben ;-) Und das Leather-, Spikes- and Chains-Konzept ist uns auch zu abgegrast.

Mit der Akustikgitarrennummer „My Own Darkness“ sorgt ihr hier sicherlich für eine Überraschung. Habt ihr so ein Stück von vornherein geplant oder wie ist es dazu gekommen?
André Schumann: Eike wollte schon länger mal einen solchen Song aufnehmen. Als er uns eines Tages diese Parts zeigte waren wir alle von der Idee angetan. Eine Ballade für alle dunklen Seelen. Wir haben das Stück absichtlich primitiv gehalten, nur Gitarre und Gesang sonst nichts. Die Reaktionen auf den Song sind sehr gespalten, entweder man hasst ihn oder man liebt ihn. Die Melancholie war schon immer ein wichtiger Aspekt bei unserer Musik und in diesen Song ist sie das alleinige Thema.

Wie kamen die Gastbeiträge von Johan Edlund von Tiamat und die der anderen Gastsänger zustande? Passt jedenfalls wunderbar in euere Musik, besonders gut kommt auch der Beitrag von Nachtgarm von Negator bei „Neurosis 404“, dem wohl härtesten Stück der Platte.
André Schumann: Da wir diesmal nicht so sehr unter Zeitdruck standen, wollten wir auf jeden Fall mehr Zeit für die Gesangsspuren aufwenden und auch auf Gastsänger zurück greifen.
Johan ist glaube ich gerade nach Berlin umgezogen, hat davor aber in Hamburg gewohnt. Im Headbanger’s Ballroom hat man ihn auch ab und zu gesehen. Torsten hat sogar mal mit ihm gesoffen und ich habe mit ihm gekickert. Ich denke aber nicht, dass er das noch weiß ;-) Aber wir hatten schon länger mit dem Gedanken gespielt, ihn um einen Gastbeitrag zu bitten. Über unsere Promotionagentur, haben wir seine Nummer bekommen und ihn dann angerufen. Er hat zugesagt und sich dann wirklich fast einen ganzen Tag Zeit genommen. Natürlich hat er nicht nur gesungen, sondern wir haben natürlich viel geredet und Vodka getrunken. Seine Gesangsparts sind einfach super intensiv und geil geworden.
Außerdem haben wir ein paar Musiker-Freunde gefragt, ob sie beim Album mitsingen wollen. Florian, der auf Nikita vetreten ist, ist seit unserem ersten Gig unser Lichtmann. Er ist der Mastermind der Pinneberger Band Eclipsis.
Negator sind nicht nur unsere Labelmates, sondern auch gute Kumpels, außerdem hat Eike ja auch ihr Album produziert. Ich stimme Dir zu, dass Nachtgarm wirklich unmenschliche Growls abgeliefert hat. Sehr geil!
Kannixx, der bei Pulse Of Minority mitgrölt, ist der Sänger von Torment und unser Plattenboss und war auch schon auf Insurrection zu hören.
Auf Pulse Of Minority ist außerdem Alex von Serpent Soul mit dabei. Er war der Gewinner bei dem Contest auf unserer Homepage. Wir haben für den Einsender des geilsten Fotos einen Gastbeitrag vergeben. Alex lässt sich auf dem Foto gerade tätowieren und trägt ein Dark Age Shirt. Unser Glück, das er auch noch Sänger ist. Er hat noch zwei Kumpels mit ins Studio gebracht, die die Dark Age Shouts miteingeschrieen haben. Mit Serpent Soul sind wir auch schon aufgetreten und sie spielen auch auf unserer Release Party.

Wie ist die DVD geworden, die als Bonus bei der Erstauflage dabei ist? Was darf man davon erwarten?
André Schumann: Die DVD ist wirklich super geil geworden. Sie kommt mit einem sehr professionellem Intro, Menu und Layout daher. Steve, ein guter Freund von uns, der uns auch bei den Aufnahmen assistiert hat, hat hier ganz große Arbeit geleistet und Nächte lang die Filme und Untertitel zusammen gebastelt. Für die Grafiksachen stand uns Patric Debus, mit dem ich auch das Layout für die CD ausgearbeitet habe, zur Seite. Diese DVD hebt sich wohltuend von dem ganzen Bonus-DVD-Müll, der in letzter Zeit lieblos der CD beigelegt wurde ab! Wir warten mit fast 120 min Spielzeit auf. Zu sehen gibt es einen gut 40-minütigen Studioreport. Man sieht uns beim Einspielen und außerdem gibt’s noch zusätzliche Infos von unserer Seite. Das ganze ist ansprechend akkustisch unterlegt, so dass die 40 min im Nu vorrüber sind. Weiter geht’s mit insgesamt 11 Live Tracks vom Metal Bash 2004 und unserem 50. Gig im Januar letzten Jahres in Pinneberg. Zwischen den Tracks bekommt man diverse Einspieler von unserem Tourleben zu sehen. Noch im letzten Jahrtausend hatten wir einmal einen Video Clip zu The Fall produziert. Er kann sich echt sehen lassen, wir haben ihn aber auf dieser DVD zum ersten Mal veröffentlicht. Die DVD wir durch ein sehr witziges Outro abgerundet. Also, echt value for money: incl DVD wird unsere Scheibe im Pappschuber für 18 € erhätlich sein. Man bekommt die CD aber auch einzelnd. Die erste Auflage wartet mit einer fetten CD-Rückseitengravur auf.

Nach „For Whom The Bell Tolls“ und „Hells Bells“ habt ihr diesmal „Suicide Solution“ von Ozzy Osbourne gecovert. Habt ihr schon was fürs nächste mal im Kopf?
André Schumann: Wir wollten eigentlich erst Jingle Bells covern, um den Glocken treu zu bleiben (ha, ha). Ich denke Suicide Solution passt gut zur Suicide Crew. Einen konkreten Song für’s nächste Mal gibt’s noch nicht. Es wird aber bestimmt wieder ein alter Klassiker sein. Vielleicht ja was von Guns \’n Roses.

Warum spielt ihr diesmal gleich zwei Releasepartys für die neue Scheibe? Was dürfen die Fans im Headbanger’s Ballroom in Hamburg (9. und 11. April) erwarten?
André Schumann: Bei unseren letzten Konzerten mussten einige Leute wieder nach Hause gehen, weil sie ausverkauft waren. Wir lieben die intime Atmosphäre im Headbanger’s, die für eine Release Party ideal ist. Außerdem gehen die Leute nach dem Konzert nicht nach Hause. Man kann also noch bis in den Morgen Party machen. Daher die Idee, zweimal zu spielen und dafür im Ballroom zu bleiben.
Die ca. 90 minütigen Sets werden sich an beiden Abenden ähneln, jedoch nicht völlig identisch sein. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf dem neuen Material aber auch alte Klassiker kommen nicht zu kurz. An beiden Abenden spielen unterschiedliche Gäste. Freitag Nayled und Sonntag Serpent Soul. Unsere DVD wird auf einer Großbildleinwand gezeigt und es gibt jeweils 50 Liter Freibier und ein exklusives Eventshirt für die Veranstaltung.

Spielt ihr live auch die ein oder andere Coverversion? Was denkt ihr über Coverbands, die Woche für Woche auf die Bühne gehen und nur Cover spielen und damit ihr Geld verdienen? Das ist vor allem hier bei uns ganz schlimm…
André Schumann: Eine Coverversion ist auf jeden Fall eingeplant und wenn die Leute uns nicht von der Bühne lassen wollen, gibt’s noch ein paar als Zugaben. Coverstücke eignen sich immer, um die Stimmung auf den Höhepunkt zu treiben, weil sie eigentlich jeder kennt. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man irgendwo auftritt, wo man noch nicht so bekannt ist.
Es gibt sehr gute Coverbands, die vor allem dann Sinn machen, wenn der entsprechende Künstler nicht mehr, zu selten oder viel zu teuer auftritt. Ich habe aber auch schon enttäuschende Coveracts gesehen. Ist die Originalband bekannt, so ist so ein Konzert für den Veranstalter eine sichere Sache. Daher verdienen die Covergruppen leider vielmehr, als Bands die seit Jahren ihr Glück mit Eigenkompositionen versuchen. Das ist sicherlich, wie so vieles in dieser Welt, nicht fair.

Seid ihr an eueren 2003er Auftritt in Wacken anders rangegangen als an den von 2000? Was hat sich zwischendurch bei euch verändert? Erzähl doch mal ein bisschen von den beiden Auftritten, den Unterschieden und so…
André Schumann: Klar sind wir mittlerweile routinierter. Aber wenn sich zeitgleich zu Dismember 5000 Leute versammeln, um uns zu sehen, werden einem schon die Knie weich. Der Auftritt war ein voller Erfolg für uns und wir sind mit unserer Leistung sehr zufrieden. Wir sind auch jeweils mit einem Track auf der Wacken-CD und DVD vetreten.
2000 war’s anders. Natürlich ist es ein unglaubliches Gefühl auf so einer großen Bühne zu spielen. Aber ich war super nervös, hatte kaum geschlafen (der Auftritt war ja um 10 Uhr) und habe mir eine echte Grütze zurechtgetrommelt. Die Reaktionen aus dem Publikum waren aber sehr positiv, so dass der Rest des Tages für uns das eigentliche Highlight war.

Ab Ende April seid ihr mit der Wacken Roadshow unterwegs. Was erwartet ihr davon? Mit Freedom Call, Primal Fear und Metalium sind die drei anderen Bands ja auch nicht gerade mit euch vergleichbar.
André Schumann: Für uns ist es die erste Tour, die länger als drei Tage dauert. Es ist auch das erste Mal, dass wir in einem Nightliner reisen. Da uns angeboten wurde, umsonst mitzukommen, haben wir natürlich nicht nein gesagt. Auf so einer großen Veranstaltung in verschieden Ländern auftreten zu dürfen ist eine große Chance für uns. Wir sind alle schon super gespannt. Klar passen wir nicht so gut zu den anderen Bands, aber ich denke, das wir das Publikum (sofern es pünktlich da ist) schon begeistern können. Wir sprechen mit unserer Musik viele verschiedene Leute an. Unsere Fans sind keines Wegs nur Deathmetaller.

Warum spielt ihr nur bei den Terminen in Schweden, Deutschland und der Schweiz und seid nicht in Spanien und Frankreich dabei?
André Schumann: Gute Frage, nächste Frage. In Frankreich werden wir aber im Laufe des Jahres ein paar Einzelgigs absolvieren.

Wie wichtig ist das Internet für euch? Seid ihr auch oft selbst im Netz unterwegs?
André Schumann: Für eine Band die außerhalb Hamburgs immer noch recht klein ist, haben wir mit dem Internet ein Instrument zur Hand mit Leute aus der ganzen Welt auf uns aufmerksam werden können. Ansonsten möchte ich hier auf unten verweisen, Stichwort MP3, da ich diese Frage zuerst beantwortet habe. Ich nutze das Internet viel privat und im Rahmen meines Studiums. Martin und Eike sind noch größere Internet-Junkies.

Zum Schluss noch etwas Brainstorming. Was kommt dir beim lesen der folgenden Begriffe in den Sinn…

MTViva: Ich stelle erfreut fest, dass harte Musik wieder fernsehtauglich ist (z.B. Viva 2 Sonntagabend). Ich schaue mir aber manchmal auch ganz gerne MTV-Nonsenseproduktionen, wie Viva La Bam, Scare Tactics oder Ossbournes etc. an.

MP3: Ich selber lade mir keine Tracks runter. Als kleine Band ist MP3-Trading eine echte Chance. Wir haben in der Türkei vor 2000 Leuten gespielt und viele kannten unsere Lieder, ohne dass wir in der Türkei einen Vertrieb haben. Das ist doch großartig. Große Bands und Labels sehen das bestimmt anders. Ich denke aber, das Leute, die den Wert guter Musik erkennen, sich früher oder später das entsprechende Album kaufen, wenn sie es zuvor runtergeladen haben, oder das Geld für eine Konzertkarte oder ein T-Shirt ausgeben.

New Metal: Mittlerweile ein ebenso schwammiger Begriff, wie Death Metal. Es gibt viele gute Sachen aber auch viel Schrott. Ich halte nicht viel von Schubladen. Entweder eine Band gefällt mir oder nicht, egal ob sie Nieten oder Baggiepans tragen.

Blind Guardian: Hör ich mir privat nicht an

Eisregen: Mit denen sind wir schon einmal aufgetreten. Mit ihrer Musik und den Texten kann ich persönlich aber nicht viel anfangen.

Soilwork: Eine großartige Band. Auf Scheibe unschlagbar. In Wacken habe ich live jedoch das gewisse Etwas vermisst.

USA: Die Politik dieses Landes ist unverantwortbar. Es ist aber ein großes Land, mit vielen interessanten Menschen und Plätzen. Die USA sind sicherlich der Motor des Kapitalismus, der unsere Welt langsam zugrunde richtet. Aber: Jeder von uns ist ein kleines oder großes Zahnrad in diesem Getriebe, egal ob Punk oder Manager.

Geld: Regiert und vernichtet die Welt und es schmeckt einfach nicht. Man brauch es. Natürlich will ich mehr davon.

Religion: Schwieriges Thema. Ich selber bin nicht gläubig, möchte aber keinen Menschen absprechen einem Glauben nachzugehen, solange er tolerant bleibt und andere Ansichten akzeptiert. Religiöse Institutionen sind mir ein Dorn im Auge. Sie haben durch völlig irrationale Dinge Macht über viel zu viele Menschen. Ich könnte kotzen bei dem ganzen religiösen Fanatismus in der Welt.

Liebe: Die wohl schönste aber auch schmerzlichste Erfahrung. Ich habe für meinen Teil eine Zeit erlebt in der ich wahre Liebe wiederfahren habe. Doch kann etwas wahr sein, dass nicht ewig hält? Ich weiß nicht, ob und wann ich mich wieder verlieben werde.

Underground: Ich finde es großartig, wie viel Enthusiasmus Menschen in Dinge stecken, die viel Zeit und Leidenschaft fordern, ohne Profit. Leute, die Konzerte auf die Beine stellen, für Fanzines schreiben…. oder einfach nur Metalmaniacs sind. Auch wir stecken immer noch mehr in die Band hinein, als wieder raus kommt. Wir brauchen die Fans und die Fans brauchen uns. Das ist viel mehr Wert, als der kurzlebige Mainstream. Wir werden uns aber trotzdem nicht selber limitieren und stetig weiter entwickeln, auch wenn wir dadurch vielleicht ein paar Leuten vor den Kopf stoßen. Wir bestimmen wo es lang geht.

Metal1.info: Online Mags und natürlich vor allem Euers sind viel aktueller und ausführlicher, als Printmedien. Außerdem sitzen da Leute dahinter, die das aus Überzeugung tuen (siehe Underground). Ich finde es aber trotzdem gemütlicher in einer Zeitschrift zu blättern, als vorm PC zu hängen.

Damit wollen wir das auch beenden, und ich bedanke mich für das Beantworten meiner Fragen. Wenn du den Lesern von Metal1.info nun noch etwas sagen willst… lass es raus.
André Schumann: Ich denke ich bin alles losgeworden, das ist ja der Vorteil schriftlicher Interviews.
Natürlich möchte ich hiermit Jedem ans Herz legen, unser neues Album, unsere Konzerte und www.dark-age.de zu checken. We love you!
Vielen Dank für die interessanten Fragen!

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