Interview mit Johannes Prem von Deadlock

DEADLOCK bieten vielen Leuten gute Gründe, sich das Maul über sie zu zerreissen. Tatsächlich sind die Regensburger aber nicht nur eine verdammt sympathische Truppe, sondern vor allem auch eine unglaublich einfallsreiche Melodic Death Metal-Band, die immer wieder von sich Reden zu machen weiß. Mit dem Gründungsmitglied und Sänger Johannes Prem führten wir ein Interview über das neue Album „Manifesto“, russischen Vodka und allerhand Veganes.

Servus, Joe! Zuerst mal möchte ich mich für das Interview bedanken – du hast ja zur Zeit bestimmt viel um die Ohren. Wie geht’s dir denn gerade?
Ja, im Moment ist es schon ein bisschen stressiger. Vor zwei oder drei Monaten war alles noch ein bisschen relaxter. Wir sind in Kiew gewesen und hatten dort eine Show und dadurch war das ganze Wochenende praktisch weg – wir sind Donnerstag hingeflogen, hatten Freitag das Konzert und sind dann Samstag spät in der Nacht erst zurück. Natürlich gab es auch sehr viel um den Release herum zu tun: die Release-Party, Listening Session und dieses ganze Drumherum – natürlich auch mit Interviews. Aber es ist ja alles positiver Stress, das macht ja alles Spaß.

Euer Techno-Intro auf der neuen Scheibe „Manifesto“ gibt den ganzen Szenepolizisten, die meinten, ihr wärt nach „Wolves“ nicht mehr „Metal“ gewesen, nochmal einen Tritt in den Arsch – wie habt ihr die Diskussionen darüber auf eurem letzten Album empfunden?
Wir amüsieren uns eigentlich darüber (lacht). Die Leute – gerade im Hardcore- und Metalbereich – sagen ja immer von sich selbst tolerant zu sein, was Besonderes, Spezielles, das sich vom üblichen Musikbusiness so ein bisschen abhebt und mit solchen Aussagen disqualifizieren sie sich dann doch immer wieder. Wenn jetzt bspw. Metallica einen Popsong bringt oder jemand anderes, der schon den entsprechenden Status hat, beschweren sich die Leute (zwar nicht unbedingt nicht), aber anders. Da wird das dann als Weiterentwicklung oder toller Promotion-Gag abgestempelt, aber bei Bands, die noch nicht derart von der Szene akzeptiert sind, nutzt man solche Sachen natürlich gleich, um drauf rumzuhacken. Das finden wir eigentlich ziemlich lustig, doch. Zum anderen muss ich natürlich auch sagen, dass es im Endeffekt so ist: Hauptsache man spricht darüber. Bei uns habe ich das eigentlich sogar ein bisschen genossen, hehe. Mein Gott: wenn sich die Leute über uns aufregen, geben sie uns trotzdem Aufmerksamkeit – wahrscheinlich mehr, als sie überhaupt wollen. Es war ja jetzt nichts, das wir als Promotion-Gag aufgezogen haben, sondern es ist so, dass Leute von uns wirklich diese Musik hören – unser Drummer Tobi zum Beispiel oder auch Basti. Die gehen hin und wieder ganz gut auf Techno ab. Deswegen ist es ja durchaus etwas, das auch in unserer Musik Verwendung finden darf. Wir wollen eigentlich allen Stücken die wir komponieren und heraus bringen eine Mischung, eine gewisse Bandbreite von dem bieten, was wir auch selbst mögen. Und da gehört Techno – und jetzt neuestens halt auch HipHop – dazu.

Du wurdest das zwar bestimmt schon 1000nde Mal gefragt, aber: wie kam denn die Zusammenarbeit mit der HipHop-Crew Hitfarmers auf dem Song „Deathrace“ zustande?
Das war eigentlich eine ganz witzige Geschichte. Wir wurden bei den ganzen Interviews zu „Wolves“ sehr oft und viel zu unseren eigenen Musikgeschmäckern gefragt und bei einigen in der Band kam dann des Öfteren auch „HipHop“ als Antwort vor – unter anderem auch bei mir. Dann haben die Jungs von Hitfarmers aus München uns kontaktiert und gefragt, ob wir uns eine Zusammenarbeit mit ihnen vorstellen könnten und was mit ihnen zusammen aufnehmen wollen. Tobi hat mich dann angesprochen, ob ich mir das vorstellen könnte und ich fands eigentlich sofort cool. Basti hat darauf hin überlegt, wie wir das song-technisch am besten einbringen könnten und wir haben uns in der Zeit ein Konzept ausgedacht, wie wir das lyrisch am besten reinpacken – so kam es dazu, dass das Ganze mit auf „Deathrace“ gesteckt wurde. In „Deathrace“ spielen wir praktisch die Rolle dieses Truck-Fahrers, der die lebenden Tiere von A nach B, zum Schlachthaus oder wohin auch immer, transportiert. Während dem Song wird erzählt, dass ihm das eigentlich scheiß-egal ist und er halt seinen Job macht um Kohle zu verdienen und sich an den Umständen nicht großartig aufhängt. Die HipHoper spielen den Part unserer eigenen Lebenseinstellung, wie pervers wir es finden, dass solche Jobs und Zustände von so vielen Leuten akzeptiert werden und sich niemand darüber aufregt, unter welchen unmöglichen Umständen Lebewesen transportiert werden. So hat der Song auch lyrisch eine enge Verbindung zum Konzept der Platte.

Auf „Manifesto“ ist das Hauptthema das Recht der Tiere, derer sich – speziell im Metal – eigentlich niemand so recht annimmt. Wie erklärst du dir, dass das Thema nahezu umgangen wird?
Ich weiß es eigentlich nicht. Es gibt einfach sehr wenige Bands, die so etwas auch authentisch vertreten können, sag ich jetzt einfach mal. Es ist halt doch schwierig, als Metalband, in der vielleicht nur ein oder zwei Veganer sind, drüber zu „predigen“ oder zu erzählen, dass man die Tierrechte vertritt. Dann fragt natürlich gleich jeder, was denn mit dem Schlagzeuger oder Gitarristen sei. Dadurch ergibt sich schonmal eine extrem geringe Auswahl an Bands, die sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen könnten. Es ist dazu bestimmt auch so, dass viele das Thema scheuen, weil sie Angst haben, sich damit ein bisschen auszubremsen. Wobei wir unsere Themen auch nicht in plumpe Texte packen, sondern schon immer versuchen, ein bisschen mit Metaphern zu arbeiten und es nicht jedem direkt aufs Auge drücken. Wir sind keine Prediger. Wir versuchen, alles in einen vernünftigen Kontext zu packen, aber auf der anderen Seite sehen wir natürlich auch die Möglichkeit, mit oder über die Musik Leute zu erreichen und vielleicht ein, zwei davon dazu zu bewegen, sich ein bisschen eingehender mit der Sache zu beschäftigen. Es sind Missstände, die so nicht sein müssten, weil man einiges abschaffen könnte. Wir leben in einer Zeit, in der man langsam mal drüber nachdenken könnte etwas zu ändern – nicht nur im Sinne derjenigen, die es betrifft, sondern im Sinne der ganzen Umwelt. Das zieht ja schließlich immer einen Rattenschwanz hinter sich her, ums mal so auszudrücken.

Sebastian hat ein eigenes Studio, in dem „Manifesto“ entstanden ist – welche Vorteile hatte es für euch, dass ihr euch dort „heimisch“ fühlen konntet?
Das war für uns eigentlich fast die einzige Möglichkeit, das Album auf einem so hohen Niveau einzuspielen. Sagen wir mal, wir hätten „Manifesto“ komplett bei Jakob Hansen eingespielt: dann hätten wir eine gewisse Zeit buchen und alles in dieser Zeit erledigen müssen. Durch die Aufnahmen bei Sebastian hatten wir den Vorteil, dass er alles vorproduzieren konnte und wir uns Zeit hatten, um hier und da noch kleine Änderungen vorzunehmen. Bei den Vocals war es auch so, dass wir alles eingesungen haben, es mit nach Hause nahmen und es uns zwei, drei Tage anhören konnten und dann sagten: „Ne, das hier gefällt mir nicht so. Ich würde da gerne noch was anders machen, da noch was variieren, hier noch was ändern.“ Das war ein sehr großer Vorteil. Dazu kommt die Tatsache, dass wir alle berufstätig sind und man auch mal sagen konnte, dass man an dem Tag bis 19:00 Uhr arbeitet und danach noch ins Studio kommt und noch bis um 02:00 Uhr in der Nacht arbeitet. Für uns war das die perfekte Lösung, alles bei Sebastian aufzunehmen und dann für das Drum-Recording und zum Mixen und Mastern zu Jakob Hansen zu fahren – das war der perfekte Mix für uns.

Den – nicht nur lyrisch genialen – Song „Seal Slayer“ habt ihr für eine PETA2-Kampagne entworfen. Stehen in Zukunft noch mehr Sachen zusammen mit ihnen an?
Wenn sich wieder was ergeben sollte: auf jeden Fall! Mit „Manifesto“ haben wir ja praktisch eh für jede zweite PETA2-Kampagne einen passenden Song entworfen. (lacht) Ob es jetzt gegen Tierversuche, Robbenjagd oder sonstwas geht – es gibt eigentlich für jeden Bereich schon einen Song. Und diese „Deathrace“-Geschichte ist auch schon in Kollaboration mit PETA2 entstanden – da wird es in Zukunft auch noch ein bisschen was geben.

Bei „Dying Breed“ hört man gut heraus, dass sich die Menschheit selbst zugrunde richten wird. Aber wie könnte das verhindert werden, bzw. kann es das überhaupt noch, oder ist es nicht eh schon zu spät? – Um es jetzt mal krass auszudrücken.
Im Endeffekt wollen wir nur darauf hinweisen, dass es mittlerweile zu viele Leute gibt, die sich einen Scheiß um irgendwas kümmern. Ob das jetzt Rohstoffe oder Lebewesen sind: es wird nur darauf geschaut, was an Kohle rauszuholen ist und wie es einem selbst am besten gehen kann. Das ist definitiv der falsche Weg. Man sieht es immer wieder mit Seuchen, mit dem Ressourcen-Verschleiß, Weltwirtschaftskrisen, weil alle sich selbst in die Tasche wirtschaften – das kann so nicht funktionieren. Mit „Altruism“ ist, genau so überspitzt, das Gegenteil dargestellt worden. So wird es niemals werden, weil jeder Mensch und jedes Lebewesen auch eine Schattenseite in sich trägt und nicht alles positiv laufen kann. Aber wenn sich jeder darauf besinnen würde, ein wenig auf die Mitmenschen zu achten oder sich zumindest nicht höher zu stellen, dann könnte alles ein bisschen besser funktionieren.

Du hast „Altruism“ gerade schon angesprochen. Sabine hat diese Ballade selbst komponiert und alleine gesungen – wie wichtig ist es für sie, sich hieran austoben zu können?
Ich glaube, das ist ihr sehr wichtig. Wenn man sie sieht und erlebt, weiß man ja, dass sie nicht unbedingt die absolute Metalbraut ist (lacht). Deswegen war ihr wichtig, dass sie mal richtig in die Popschiene reinsteuern und auch eine eigene Ballade einbringen und sich dadurch präsentieren kann. Und andererseits hat es vom Konzept her perfekt gepasst. Wenn man solche Punkte findet, an denen man es stimmig darstellen kann, hat das seine Berechtigung. Ich bin kein großer Fan von Balladen, aber in einem stimmigen Gesamtkonzept darf so was durchaus vorkommen.

Gehen wir zu einem anderen Thema über. Käme es überhaupt in Frage, jemanden zu DEADLOCK zu holen, der NICHT straight edge und NICHT vegan ist?
Das ist eine schwierige Frage. Man sagt natürlich „nein“, weil beides – Band und Lebenseinstellung – einfach zu eng miteinander verbunden ist. Man sieht bei uns, wie perfekt es harmoniert, wenn alle an einem Strang ziehen, wenn alle den gleichen Lebensstil haben. Auf der anderen Seite haben wir mittlerweile technisch und musikalisch schon ein Niveau erreicht, auf dem man sich vielleicht fragen muss, ob die Musik oder die Lebenseinstellung im Vordergrund ist. Vielleicht müsste man sich da arrangieren, wenn es mal soweit kommen sollte, aber im Moment siehts zum Glück nicht danach aus und deshalb machen wir uns auch erstmal keine Gedanken darüber. Mir ist die Lebenseinstellung extrem wichtig – und es würde nicht lange dauern, bis die ersten Leute kommen und sagen: „Schaut mal her, was ist mit den Vegantexten, aber der da isst doch Fleisch!“ So was müssen wir uns nicht geben, wenn es sich vermeiden lässt.

Ihr habt über die Jahre hinweg schon eine Menge Reaktionen auf eure Musik, aber auch auf eure Einstellung und euch selbst bekommen. Waren da teilweise auch ganz krasse Reaktionen dabei?
Ja, teilweise schon. Da gibt es die kuriosesten Geschichten – allerdings noch fast mehr, was straight edge als den Veganismus betrifft. In Kiew war es wieder sehr witzig: da haben wir uns mindestens eine Stunde mit einem Typen unterhalten, warum wir keinen Alkohol trinken. Nach dem Gespräch – in dem wir bestimmt 70 Mal gesagt haben, dass wir kein Bier mit ihm trinken möchten und uns auch ganz wohl damit fühlen, wie es gerade ist – war dann die letzte Frage die er uns gestellt hat, wie wir den russischen Vodka finden. (lacht) An sich ist es, dadurch, dass wir eigentlich schon eine extrem umgängliche Band sind – wir gehen ja nicht irgendwo hin und sagen, dass wir in unserem Backstage-Raum alles so und so haben, kein Fleisch, Pommes mit Mayo oder sowas rumstehen darf, weil wir vegan sind – und unsere Einstellung niemandem aufs Auge drücken. Dadurch provoziert man niemanden direkt und bekommt dadurch wirklich nur mit Leuten Ärger, die selbst ein Problem damit haben. Die Leute, die sich am meisten darüber aufregen sind die, die merken, dass bei ihnen selbst was falsch läuft und dir dann unbedingt blöd kommen müssen. Das passiert aber eigentlich eher selten.

Wer euch in irgendeiner Form Live erleben durfte weiß, dass ihr alle perfekt zusammen passt und die Harmonie stimmt – setzt sich euer Freundeskreis größtenteils aus Leute mit der gleichen Einstellung zusammen?
Wir haben natürlich auch eine ganze Menge Freunde, die nicht straight edge sind, was in Bayern ja sowieso eher selten ist, und natürlich auch eine Menge, die Fleisch essen. Aber die Band an sich und der engste Freundeskreis um die Band herum, vertritt dann schon die selbe Lebenseinstellung. Wobei es nicht so ist, dass man sich nur mit solchen Leuten trifft. Wenn es auf der menschlichen Ebene passt, funktioniert es natürlich auch mit jemandem, der diese Dinge nicht so sieht wie wir. Jemand der Metal hört, hängt ja in den meisten Fällen auch nicht NUR mit welchen rum, die auch Metal hören.

Zur Presse-Premiere eures neuen Albums habt ihr die Vertreter nach Regensburg zum Kartfahren und veganem Grillen eingeladen. Dazu zwei Fragen: was war da los, dass du nur auf Platz 3 gelandet bist? Und: was bedeutet euch der Umgang mit den Presseleuten, der ja immer als sehr intensiv beschrieben wird?
Aaalso: auf dem dritten Platz bin ich nur wegen meinem beschissenen Kart gelandet! (lacht) Ne, keine Ahnung, hehe. Der Gerd ist witzigerweise Erster geworden, obwohl er keinen Führerschein hat – da muss man nochmal drüber reden! – und ich habe nach dem Start eigentlich den zweiten Platz belegt, aber hab dann fünf Plätze verloren, weil mein Kart eher die Geräusche eines Rasenmähers von sich gegeben hat. Das war wirklich eine sehr geile Aktion! Mit der ganzen Sache wollten wir einfach was anderes machen, weil sich durch den Kontakt zur Presse mittlerweile schon ziemlich viele Freundschaften ergeben haben und wir das alles eher wie eine Freundschaft pflegen wollen, weil auch die ganze Kiste rund um DEADLOCK – das Label, die Zusammenarbeit mit Lifeforce, mit Stefan (Lifeforce Records-Chef – Anm. d. Verf.) – zwar sehr professionell ist, aber immer noch auf einer freundschaftlichen Basis, was uns auch sehr viel bedeutet. Deswegen haben wir auch nicht einfach zu einem Pre-Listening eingeladen, wo man nur schnell die Platte hört, sondern eben dieses Kartrennen veranstaltet und sind danach noch in den Freizeitpark gegangen, um ein bisschen rumzublödeln und die Leute ein näher kennen zu lernen.

Würdest du zur Feier des 4. Releases vielleicht beschreiben, wie ihr euch vom 1. Album „The Arrival“ bis zu „Manifesto“ verändert habt?
Wenn ich gaaanz zurück denke, sehe ich Sebastian, Tobi und mich in einem Dachgeschosszimmer im Haus meiner Eltern stehen, vor einem alten Schlagzeug, wo wir überlegt haben, wer welches Instrument spielen könnte. Wobei sich sehr schnell herauskristallisiert hat, dass ich relativ wenige musikalische Talente in die Wiege gelegt bekommen habe, was mich dann zum Sänger machte (lacht). Basti hatte das beste Händchen für die Gitarre (was sich jetzt ja auch bewahrheitet hat), Tobi für das Schlagzeug und dann haben wir auch zügig bei einem Kumpel unsere ersten Sachen aufgenommen und mit dem Gepäck seiner Band ein paar Konzerte gegeben, auch öfters in der Aschaffenburger Gegend. Dort war das Label Winter Recordings ansässig, mit denen wir uns gut angefreundet haben und die auch gerne unsere nächsten beiden Platten rausbringen wollten. Wir haben dann die MCD aufgenommen, was – würde ich sagen – eine Metalcore-Platte mit ziemlich viel Hardcore-Einschlag war und textlich auch schon sehr viele persönliche, aber auch schon metalcore-typische Liebestexte hatte. Dann haben wir die „Arrival“ aufgenommen, das erste größere Ding. Die haben wir bei Dennis Richter, einem Freund der Winter Recordings-Jungs, aufgenommen, mit der wir zum ersten Mal für ein bisschen Aufsehen sorgen und mehr Hörer gewinnen konnten und das eine oder andere Konzert im Ausland spielen durften. Irgendw
nn haben wir die Jungs von Six Reasons To Kill kennen gelernt und mit ihnen die Split-CD aufgenommen, nach der auch schon die „Earth.Revolt“ kam, die die erste für Lifeforce Records war – ein Konzeptalbum, auf dem es sehr viel um die Tierrechte und die Ausbeutung der Erde ging. Mit Sabine haben wir auf der CD ziemlich viel zusammengearbeitet bei den ganzen Keyboard-Samples – zum ersten Mal übrigens. Es war von Album zu Album immer eine sehr krasse Weiterentwicklung festzustellen, weil wir uns von Null an in die Musik eingearbeitet haben. In der Zeit haben wir uns oft gefragt, wie es wohl wäre, Sabine als festes Mitglied in der Band zu haben, was aber leider nicht ging, weil sie in anderen Projekten tätig war. Zwischenzeitlich wurde sie dann schwanger, hat ihren Sohn zur Welt gebracht und aufgehört, in den anderen Bands zu spielen. Bei uns standen die Aufnahmen zu „Wolves“ an und wir haben sie kontaktiert, ob sie es sich vorstellen könnte fest bei uns zu singen – was ja augenscheinlich geklappt hat. Sabine wurde bei „Wolves“ auch direkt ziemlich fix ins Songwriting mit eingebunden, was die stärksten musikalischen Gegensätze mit sich brachte, weil auch viel mehr cleane Parts, viel mehr Melodien und noch mehr Samples vorkamen. Beim Sprung von „Wolves“ auf „Manifesto“ ist die Hauptveränderung wohl die, dass das Zusammenspiel zwischen Sabine und mir viel stimmiger ist und wir noch ein bisschen mehr in die Extreme gegangen sind. Melodien wurden noch mehr ausgeschmückt, um es ein bisschen verspielter zu machen und auf der anderen Seite die brutalen Parts aggressiver und heftiger klingen zu lassen. Insgesamt ist alles aber stimmiger, weil wir mehr Zeit hatten und uns mehr trauten. Vorher haben wir nicht gewusst, wie es ankommt und von den Leuten aufgenommen wird und jetzt bei „Manifesto“ ist alles schon, ja, manifestiert. Wir haben gemacht, worauf wir Bock hatten und was wir immer schon mal machen wollten. Was in unseren Augen Berechtigung hatte, auf die Platte zu kommen, ist mit eingebaut worden.

Hast du zum Schluss Lust auf ein kleines Metal1-Brainstorming? Was fällt dir ein zu:

Asiatisch: (lacht) Da fällt mir jetzt was ganz Blödes ein. Nämlich unser Japan-Bonus für die neue CD. Basti hat den komponiert, weil wir es zeitlich nicht geschafft haben. Wir sind durch Regensburg gelaufen und wollten einen Japaner suchen, der den Song „Martyr To Science“ auf Japanisch übersetzt. Aber ob du es glaubst oder nicht: in Regensburg gibt es 10 Sushi-Bars, in denen aber kein einziger Japaner arbeitet. Wir haben dann beschlossen – weil es in Regensburg ja keine Japaner zu geben scheint und sich das Übersetzungsbüro eher vorgekommen ist, als wollten wir es verarschen – japanische Melodien einzubauen. Als alles fertig war haben wir es an das japanische Label weitergeschickt und sie fanden auch alles sehr toll, aber sie mussten uns leider sagen, dass es eher chinesische Musik ist. Jetzt ist unser Japan-Bonus irgendwie ein China-Track. (lacht)
4. November 2008: Puuuh… der vierte November 2008? Was ist denn da?
Das ist heute (lacht)
Achso! (lacht auch). Ja, ein cooler Abend mit einem coolen Interview. Achja: und natürlich die Wahlnacht in Amerika.
Kartfahren: Dabei sein ist alles… muss ich ja jetzt sagen. (lacht)
Regensburg: Verdammt schöne Stadt mit italienischem Flair
Fight Club: Einer der coolsten Filme überhaupt!
Metal1.info: Hab ich, um es zu meiner Schande zu gestehen, zum ersten Mal intensiver nach deiner Anfrage studiert – hat mir aber sehr gut gefallen!

Joe, besten Dank für das Telefonat, hat mir viel Spaß gemacht. Man sieht sich bestimmt auf der kommenden Tour!
Genau, wenn wir mit All That Remains und The Haunted unterwegs sind – worauf wir uns übrigens sehr freuen! Vielen, vielen Dank für dein Interesse und die Chance, ein bisschen von uns zu erzählen. Wir hoffen, dass dir die Scheibe gefällt!

Geschrieben am von Metal1.info

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