Interview mit Karl und Laudi von Eisenwahn-Veranstalter

Auf dem diesjährigen Death Feast Open Air wurden zwei der drei Köpfe hinter dem Eisenwahn Festival zu einem Interview unters Pavillon-Dach der Metal1.info-Crew eingeladen. Bei einem gemütlichen Konter-Bier wurden allerlei Fragen zum sympathischen Eisenwahn Festival in Obersinn beantwortet und außerdem Auskünfte über Geschlechtsverkehr neben der Bühne, Dixie-Unfälle und Lineup gegeben.

Guten Morgen, Karl…
Karl: … Guten Morgen, Dennis.

Guten Morden, Laudi…
Laudi: … Hugh.

Wie geht’s euch denn heute hier auf dem Death Feast?
Laudi: Beschissen… (lacht)

Karl: Noch etwas müde, aber sonst sehr gut!

Euer Eisenwahn Festival findet in diesem Jahr zum mittlerweile 6. Mal statt. Was erwartet ihr euch ganz speziell auch vom Eisenwahn 2009?
Laudi: Blastbeats!

Karl: Ein gutes, nettes Festival und vielleicht ein paar Leute mehr als letztes Jahr. Ein bisschen Spaß natürlich, ein friedliches Festival, ein angenehmes Ambiente…

Laudi: … und gutes Bier!

Wie hat das damals eigentlich seinen Anfang genommen? Wart ihr ein paar vom Leben gelangweilte Jugendliche oder wolltet ihr mal selbst was auf die Beine stellen?
Karl: Das Zweitere trifft eher zu. Ich war 2004 auf dem Earthshaker, meinem ersten großen Festival. Davon war ich ziemlich begeistert und wollte auch sowas auf die Beine stellen. Das erste Eisenwahn an sich war mit drei Bands auf einem LKW-Anhänger, den wir als Bühne genutzt haben. Damals waren ungefähr 200 Leute da und der Eintritt war frei. Es ist ganz gut angenommen worden, weswegen wir es dann fortgesetzt haben.

Dachtet ihr damals, als ihr 2004 angefangen habt, dass ihr jemals ein 6-jähriges Jubiläum feiern dürft und mal Bands wie Misery Index, Cryptopsy, Napalm Death, Eisregen, SuidAkrA und Co. Auffahren könntet?
Laudi: Definitiv nicht.

Karl: Ich weiß auch nicht, ob man in solchen Momenten über sowas nachdenkt. Die Hoffnung war vielleicht schon irgendwo da, auch wachsen zu können, aber dass es dann diese Ausmaße annimmt und von den Leuten so gut angenommen wird, dachten wir bestimmt nicht. Das war sehr überraschend.

Dieses Jahr könnte zum ersten Mal die Grenze von 2000 Besuchern geknackt werden. Meint ihr denn, dass das trotz der Wirtschaftskrise möglich ist? Die Leute schauen ja jetzt doch mehr, was sie mit ihrem Geld machen.
Karl: Das haben wir uns jetzt auch beim Vorverkauf gedacht, klar. Aber ich denke mal, dass es auch abziehen ist, dass zumindest wieder genau so viele kommen.

Laudi: Zumal wir für den Preis auch das bisher beste Billing auf die Beine gestellt haben.

Karl: Dementsprechend denke ich, dass es auch ganz gut werden wird, doch.

Habt ihr euch selbst auch ein Pensum auferlegt, bei welchem ihr einfach nicht mehr wachsen wollt?
Karl: Grenzen sind hier und da schon irgendwo gesetzt, klar. Das geht los mit der Logistik, dem Campground – wobei an sich genug Gelände da ist. Aber wenn irgendwann mal keine Wiesen mehr zu haben sind, muss man natürlich schauen. Bei 3000-4000 Leuten ist irgendwann Schluss; falls wir mal so groß werden sollten. Die Logistik vom Dorf gibt wohl auch noch ein wenig her, aber irgendwann ist dann auch Schluss. Schauen wir mal!

Was unterscheidet das Eisenwahn Festival von anderen deutschen Festivals?
Laudi: Die familiäre Atmosphäre natürlich!

Karl: Eine sehr familiäre Atmosphäre, auf jeden Fall. Dann natürlich die guten Preise und das Dorf, das komplett hinter uns steht. Die meisten Helfer sind Freiwillige aus dem Dorf.

Laudi: Deswegen haben wir mit Sicherheit auch die freundlichste Security.

Wie schaut eigentlich euer „Alltag“ während des Festivals aus?
Karl: Springen, rennen, schauen ob alles in Ordnung ist. Die ganzen Positionen – Getränke, Security, Bands, Bühne – abklappern und wo es noch irgendwie fehlt ein bisschen unter die Arme greifen. Die Zeit in der wir am meisten zu tun haben ist eher die Zeit vor dem Festival. Wenn wir alles fertig durchorganisiert haben, haben wir diese zwei Tage eigentlich relativ wenig zu tun.

Laudi: Und halt auch keinen Schlaf. Ich renne im Prinzip die ganze Zeit nur den Bands hinterher, damit sie nachher auch auf der Bühne stehen.

Da haben sich in den sechs Jahren doch bestimmt einige Geschichten angesammelt. Habt ihr eine oder mehrere Anekdoten, die euch besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Laudi: Es ist mal ein Dixi umgeworfen worden, als noch jemand drinnen war.

Karl: Ja, der sah dann echt beschissen aus. (lacht) Ein Feuerwehrmann hat uns das mal recht ausgiebig erzählt. Der stand dann da und hat die ganzen Leute eingewiesen, auf einmal hörte er nur noch ein großes „Scheeeeeeeiße“ und das Dixi war umgeflogen. Da ist dann wer raus gekrochen und war von oben bis unten voll mit Scheiße. Das war bisher wohl das Denkwürdigste in der Richtung, was wir außenrum so mitbekommen haben. Was gabs denn noch?

Laudi: Den Bierwagen hat man kaputt gemacht.

Karl: Genau, da ist der Bulldog reingefahren. Die Bierfässer waren im Laderaum vom Kühlwagen transportiert worden. Bei uns geht ja alles immer Hang abwärts und da hat der Fahrer vom Bulldog scheinbar Probleme mit der Bremse gehabt. Die Schaufel hat dann ein gescheides Loch in den Kühlwagen gerissen, als er reingebrettert ist.

Laudi: Es gab da auch noch die beiden, dies neben der Bühne miteinander getrieben hatten – ohne Bändchen! (lacht) Der Vater vom Chef hier ist hin und hat denen erstmal gesagt, dass sie sich Bändchen holen sollen und dann weitermachen können.

Karl: Die haben sich die Bändchen geholt! (lacht) Aber sonst hat eigentlich immer alles gepasst soweit.

Warum habt ihr euch als Austragungsort gerade für Obersinn entschieden? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Gemeinde? Gabs da auch schon größere Probleme? Wie reagieren denn die Einwohner auf das Festival?
Laudi: Weils unser Heimatdorf ist. (lacht)

Karl: Ja, und das Gelände ist ja an sich auch vorhanden. Es ist halt wirklich perfekt: du kannst auf dem Gelände stehen wo du willst – durch den Hang hast du immer einen guten Blick auf die Bühne. Es hätte sich auch einfach nicht gelohnt, weiter weg zu gehen, weil wir bei uns auch die ganzen Mittel hatten. Durch den örtlichen Motorsport-Verein hatten wir auch am Anfang ein gewisses Startkapital, auf das wir aufbauen konnten.

Aber ihr habt euch ja garantiert nicht einfach mal eben das ganze Gelände geschnappt. (lacht)
Karl: Entstanden ist das Ganze ja wirklich über den örtlichen Motorsport-Verein, in dem ich ja auch Schriftführer bin, weil der – wie gesagt – das gewisse Startkapital hatte. Eigentlich war das ja nichts für die, sie hatten dann letztendlich aber auch nicht wirklich etwas dagegen. Die standen dann voll hinter uns und helfen seitdem auch immer tatkräftig mit.

Gab es denn schon Probleme von Seiten der Gemeinde oder anderen Einrichtungen?
Laudi: Die Bürgermeisterin ist eigentlich von Anfang an dabei.

Karl: Genau, die wurde schon seit dem ersten Mal immer fest mit eingebunden. Die Gemeinde hat auch keine Probleme gemacht – die gab es dann eher mit dem Jugendamt. Die Verantwortliche beim Jugendamt dreht wirklich jeden Stein um, damit sie etwas findet, das sie gegen uns verwenden kann. Aber auch die Polizei ist an sich ziemlich kooperativ, da passt alles.

Laudi: Außer wenn die Jugendamt-Dame zehn Polizisten „zur Sicherheit“ mitnimmt.

Karl: Da kam die Dame vom Jugendamt, der Polizeichef und jeweils zwei Beamte in SEK-Montur vorne und hinten aufs Gelände. Das war schon lächerlich.

Wie viel Arbeit habt ihr denn mittlerweile insgesamt mit dem Festival – Vor- und Nachbereitung mit einberechnet?
Laudi: Viel! (lacht)

Karl: Im Prinzip sind wir das ganze Jahr damit beschäftigt. Wenn das eine vorbei ist geht die Vorarbeit für das nächste auch schon wieder los.

Laudi: Ab Oktober/September geh ich wieder die Bandbewerbungen für das nächste Jahr durch.

Karl: Dann geht es weiter mit irgendwelchen Kleinigkeiten, die man schonmal planen kann.

Laudi: Kleinigkeiten wie Headliner…

Karl: (lacht) Genau – erstmal die Bands eben. Das Konzept an sich, ob man gegenüber dem Vorjahr was verändert, wie groß man es dieses Mal aufziehen will.

Können sich die Besucher dann auch auf irgendwelche Veränderungen gegenüber zum letzten Jahr freuen?
Karl: Ihr macht natürlich zum ersten Mal einen offiziellen Autogrammstand bei uns, bzw. wird es dieses Jahr zum ersten Mal einen auf dem Eisenwahn geben. Dort werden dann die größeren Bands ihre Autogramme schreiben, wozu alle Besucher auch eingeladen sind. Da freuen wir uns auch sehr, euch im Boot begrüßen zu dürfen!

Laudi: Wir haben außerdem noch Ficken, den Party-Schnaps, als Partner gewonnen.

Karl: Die schicken uns Promo-Material zu, dann haben wir damit auch noch einen schicken Ficken-Stand auf dem Gelände. Unser Guarana-Weinstand kommt auch wieder, den wir vor drei Jahren zum letzten Mal hatten. Dieses Jahr ist er dann wahrscheinlich wieder dabei. Ist zwar keine Neuerung an sich, freut uns aber auf jeden Fall!

Laudi: Eine Tittenbar war auch noch in Überlegung, aber da kommt dann das Jugendamt wieder… (lacht)

Auch ihr dürft natürlich bei unserem offiziellen Metal1 Brainstorming nicht fehlen. Also, sagt gerne was euch zu den folgenden Begriffen in den Kopf schießt:

Karl:

Europawahl: Hab ich nicht dran teilgenommen, muss ich ehrlich sagen. Erstens wusste ich gar nicht, was wählen und zweitens lag ich den Sonntag über auch ziemlich besoffen im Bett. Da gabs leider keinen Weg zum Wahllokal, tut mir leid. (lacht)
Hateprison: Geile Band, natürlich! (lacht) Hoffentlich können die uns mal wieder beehren, aber dieses Jahr haben wir leider keinen Platz mehr gefunden. Coole Jungs, gute Band – ich hab sie lieb. Muss ja. (lacht)
Orgasmuswehen: Bitte was? Orgasmuswehen? Sind geil, oder?
Metal1.info: Ich geh mindestens jeden zweiten Tag auf eure Seite und schau, was es Neues gibt.
Laudi:

Devourment: Schöner Slam! Schick, schick, schick! Bin gespannt auf nachher!
Internetpiraterie: Find ich gut, find ich in Ordnung.
Bud Spencer: Der King! Ich bekenne mich als Fan.

Metal1.info: Ich bin sogar in eurem Forum aktiv! (lacht) Aber ihr könntet auch endlich mal ein bisschen Porno-Werbung reinmachen, vielleicht zu Youporn verlinken. Das würde mehr Besucher bringen, da war ja auch die Death Feast-Schwedin vom letzten Jahr zu sehen.

Bei uns?
Laudi: Nein, bei Youporn. (lacht) Ist jetzt aber gelöscht worden.

Freunde, ich dank euch für den netten Plausch. Habt ihr noch was, das den so bekannten abschließenden Worten nahe kommt?
Laudi: No Blast, no Laudi!

Karl: Vielen Dank fürs Interview, Dennis!

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