Interview mit Robert „BB“ Ballinger von Power Theory

POWER THEORY sind hierzulande nicht sonderlich bekannt, was sich angesichts ihres überzeugenden neuen Albums „An Axe To Grind“ hoffentlich noch ändern wird. Für unser E-Mail-Interview stand uns Gitarrist Robert „BB“ Ballinger Rede und Antwort. Er zeigte sich zwar etwas wortkarg, aber durchaus sympathisch und sprach offen über den Ausstieg ihres Drummers mitten während der Alben-Aufnahmen, seine Vorliebe für Spinal Tap und mehr.

Hallo Bob! Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, um meine Fragen zu beantworten. Wie geht es dir?
Hallo and wie geht’s? [O-Ton]

Ich vermute, dass die meisten unserer Leser noch nicht viel von euch gehört haben. Könntest du dich und die Band bitte vorstellen?
POWER THEORY, das bin ich, BB Ballinger, an der Gitarre, dazu Dave Santini als Sänger, Jay “Berserker” Pekala am Bass und Lorin Savadore am Schlagzeug.

Gibt es eigentlich eine tiefere Bedeutung hinter dem Namen POWER THEORY?
Nein, nicht wirklich. „Spinal Tap“ war schon vergeben, deshalb mussten wir uns mit unserer Zweitwahl zufrieden geben, haha!

Euer neues Album „An Axe To Grind“ wurde gerade veröffentlicht. Ich gratuliere euch, meiner Meinung nach ist es ein wirklich gutes Album geworden. Bist du und seid ihr als Band auch zufrieden oder gibt es Dinge, die ihr im Nachhinein lieber anders gehabt hättet?
Wir sind schon zufrieden damit, aber wir fühlten uns am Ende von unserer eigenen Deadline etwas unter Druck gesetzt, weil wir den Drummer zwischendurch gewechselt haben. Wir sind aber froh, dass Lorin dazu gekommen ist, denn er hat wirklich Metal-Dynamik mitgebracht. Also denken wir, dass das Beste erst mit dem nächsten Album kommt.

Könntest du das Album in wenigen Worten beschreiben?
Ein sehr gutes Metal-Album, das für den großartigen Metal steht, der uns beeinflusst hat, wie Saxon, Manowar, Grave Digger und Savatage.

Wenn du das neue Album mit eurem Debütalbum vergleichst, was würdest du sagen sind die größten Unterschiede?
Nun, zum einen ist die Band musikalisch und in ihrer Performance viel besser geworden. Auch das Songwriting ist jetzt stärker. Zudem waren dieses Mal vier Musiker statt zweien richtig beteiligt.

Habt ihr schon Rückmeldungen zum Album bekommen und wenn ja, seid ihr zufrieden mit der Meinung der Presse?
Ja, obwohl einer der Kritiker gesagt hat, dass meine Soli nicht protzig genug wären, haha. Aber, wenn du verstehst, was für eine Art von Musik wir spielen, dann wirst du auch verstehen, dass es mehr darum geht, dass die Soli in die Dynamik der Musik passen, als dass sie protzig sind. Außerdem glaube ich, dass Nigel Tufnell [Gitarrist von Spinal Tap, Anm. d. Red.] immer noch einen Platz vor mir auf der Liste der schlechtesten Gitarristen steht, haha!

Ich habe auf euer Internetseite gelesen, dass ihr euren Schlagzeuger während der Aufnahmen zu „An Axe To Grind” gewechselt habt. Kannst du uns sagen, was der Grund war und auf welche Weise es die Aufnahmen und das Album beeinflusst hat?
Nun, wir hatten einen Schlagzeuger, der sehr viel jünger war als wir. Er war gut, aber er hat unseren Metal-Geschmack nicht wirklich verstanden. Außerdem wollte er sich nicht voll der Band verschreiben. Als es dann vorbei war, hat er sich sehr unprofessionell benommen. Wir wünschen ihm trotzdem alles Gute, das Leben ist zu kurz für Bullshit. Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon ein paar Rhythmus-Tracks mit Rohfassungen des Gesangs aufgenommen und mussten dann wieder von vorne anfangen.

Wer ist bei POWER THEORY für das Songwriting verantwortlich? Machst du das zum größten Teil oder arbeitet ihr eng zusammen?
Musikalisch schreiben der Berserker und ich die Riffs und arrangieren auch die meisten der Songs. Danach bringen wir sie in den Proberaum und arbeiten die Arrangements weiter aus. Von den Texten für die Lieder habe ich drei geschrieben, der Berserker auch, Dave zwei und einer ist von Dave und mir zusammen. Aber eigentlich helfen wir uns auch gegenseitig.

Als ich euer Album zum ersten Mal gehört habe, habe ich gleich an klassische europäische Bands wie Saxon, Judas Priest, Accept oder Grave Digger gedacht. Würdest du mir zustimmen, dass eure Musik sehr viel mehr von europäischen als von US-Bands geprägt ist?
Ja, zu 100%, aber mit einem Schuss Cirith Ungol und Savatage.

Eure Musik ist eindeutig für Fans des klassischen Heavy Metals gemacht. Ist das ein festes Konzept eurer Band oder könntest du dir auch vorstellen, in Zukunft mit anderen Stilrichtungen des Heavy Metals zu experimentieren?
Das ist das, was wir können und was wir lieben. Wir werden immer true bleiben.

Neben all den klassischen Bands, die euren musikalischen Stil beeinflusst haben: Gibt es irgendwelche jüngeren Bands, die ihr mögt oder empfehlen würdet?
Sinister Realm tritt Arsch!

Seit dem Re-Release von euren Debutalbum arbeitet ihr mit dem deutschen Label Pure Steel Records zusammen. Seid ihr zufrieden mit der Kooperation? Ist die weite Entfernung zwischen den USA und Deutschland ein Problem für eure Arbeit?
Diese Jungs stehen 100% hinter uns und sind sehr hilfsbereit. Sie versuchen, ihre Erfahrungen im Business mit uns zu teilen, damit wir wachsen können. Es ist überhaupt gar kein Problem, die können alle sehr gut Englisch und ich kann auch ganz gut Deutsch. Und wenn es mal ein Problem gibt: Meine Frau ist aus Deutschland und kann vermitteln.

Gibt es Pläne, eure Musik live nach Europa und besonders nach Deutschland zu bringen? Oder nach Japan? Ich habe gelesen, dass euer Debütalbum sich da ziemlich gut verkauft hat.
Wir haben uns mit Red Lion Music [eine Bookingagentur, Anm. d. Red.] aus Deutschland zusammengetan und versuchen, ein paar Festivalauftritte hinzukriegen, und dann einige Tourdaten herum zu legen, alles für 2013.

Ich würde gerne ein kleines Brainstorming mit dir machen, das wir traditionell bei Metal1 machen. Schreib einfach kurz auf, was dir in den Kopf kommt, wenn du die folgenden Begriffe liest:
Comeback von Running Wild – Gut für den Metal!
Finanzkrise in Europa – Deutschland sollte nicht dafür verantwortlich sein, die gesamte Wirtschaft der EU zu stabilisieren.
Metal1.info – Großartige Interviewfragen, gut recherchiert.
Barack Obama – Ihm wurde keine faire Chance gegeben, etwas zu ändern, weil die republikanische Mehrheit im Kongress seine Reformen niedergestimmt hat.
Deutschland – Ein wirklich schönes Land, das eine zweite Heimat für mich ist.

Danke für deine Zeit, Bob! Wir wünschen dir und deiner Band für die Zukunft nur das Beste. Irgendwelche abschließenden Worte?
Danke dir! Bleibt true, meine Freunde. Prost!

Publiziert am von Marc Lengowski

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