CD-Review: Alice Cooper - Dragontown (Re-Release)

Besetzung

Alice Cooper - Gesang
Ryan Roxie - Gitarre
Tim Pierce - Gitarre
Bob Marlette - Gitarre, Bass, Keyboard
Greg Smith - Bass
Kenny Aronoff - Schlagzeug

Tracklist

01. Triggerman
02. Deeper
03. Dragontown
04. Sex, Death And Money
05. Fantasy Man
06. Somewhere In The Jungle
07. Disgraceland
08. Sister Sara
09. Every Woman Has A Name
10. I Just Wanna Be God
11. It's Much Too Late
12. The Sentinel


Mit „Dragontown“ setzt ALICE COOPER den Weg fort, den er bei „Brutal Planet“ schon eingeschlagen hat. Modernere Anleihen und düstere Atmosphäre fließen auch hier in den Sound ein, wenn auch nicht mehr ganz so intensiv wie beim Vorgänger. Die Lyrics sind dagegen ebenso kritisch. „Dragontown“ stellt sozusagen den schlimmsten Ort des „Brutal Planet“ dar, und Charakter des vorherigen Albums geben in den bösen Texten teilweise noch mal ein Stelldichein. Und auch bekannte Persönlichkeiten bekommen zwischen den Zeilen durchaus ihr Fett weg.
Wie auch schon „Brutal Planet“ wird „Dragontown“ von Armoury Records re-released und zum Mid-Price angeboten.

Wie ich schon sagte, ist „Dragontown“ auch dunkel angehaucht und recht kraftvoll. Gegenüber „Brutal Planet“ hat Coop aber etwas zurückgeschraubt. Möglicherweise hat er sich die nicht unerhebliche Kritik von manchen Seiten am extremen Stilwechsel zu Herzen genommen. Jedenfalls sind auf „Dragontown“ auch wieder verstärkt alte Trademarks zu vernehmen.
Gleich dem Opener „Triggerman“ ist dies anzuhören. Die Grundstimmung ist zuerst dunkel und der Song beginnt druckvoll, doch Refrain und Höhepunkt offenbaren durch die Melodie und mit der ohrwurmartigen Eingängigkeit ganz klar ALICE COOPER zu alten Zeiten. Kritik daran zu üben, wäre aber fehl am Platze, denn gerade die Vermischung dieser Eigenheiten zeichnen dieses Stück aus.
„Deeper“ gestaltet sich mit den leicht sakralen Chören und den sehr tief gestimmten Klampfen allgemein viel düsterer. Doch desöfteren geht Cooper den Weg des Kompromisses und verbindet dunkel-druckvolle Elemente mit melodischen und einprägsamen Songhöhepunkten wie auch wieder bei „Dragontown“, „Sister Sara“ und „The Sentinel“, die aber allesamt genau dadurch glänzen können.
„Sex, Death And Money“ und „Somewhere In The Jungle“ bringen noch einmal die Industrial-Anleihen und einen wuchtigeren Groove zum Vorschein, die beim Vorgängerwerk wesentlich deutlicher vertreten waren. „Fantasy Man“ könnte großteils dagegen fast aus seiner Garage-Rock-Ära stammen. „Disgraceland“ überrascht mit seinem Heavy-Rockabilly-Touch und die mitunter Elvis-artigen Vocals lassen unmissverständlich auf das Songthema schließen. „Every Woman Has A Name“ vertritt die emotionale Seite des Albums, und „It’s Much To Late“ lässt die Zeiten des Seventies-Rock auferstehen.

Wer auf Coops alten Sound stand, kann bei „Dragontown“ ansatzweise wieder aufatmen. Und obwohl mir die düsteren Momente von „Brutal Planet“ auch gefallen haben, sehe ich gerade die Verbindung der früheren Elemente mit dem modernen Sound auf „Dragontown“ als akzentsetzend an. Daher schneidet es in meiner Ansicht auch knapp besser ab als der Vorgänger.ALICE COOPER überzeugt auf „Dragontown“ mit differenziertem und abwechslungsreichem Songwriting und liefert ein Werk ab, das alten und neuen Fans gleichermaßen gefallen dürfte.

Bewertung: 8 / 10

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