CD-Review: Alice Cooper - Raise your fist and yell

Besetzung

Alice Cooper - Gesang
Kane Roberts - Gitarre, Gesang
Kip Winger - Bass
Ken K. Mary - Schlagzeug
Paul Horowitz - Keyboard

Tracklist

01. Freedom
02. Lock me up
03. Give the radio back
04. Step on you
05. Not that kind of love
06. Prince of Darkness
07. Time to kill
08. Chop, Chop, Chop
09. Gail
10. Roses on with lace


Alice Cooper braucht man wohl niemanden mehr vorstellen. Wer sich mit harter Rockmusik beschäftigt stößt irgendwann mal auf den Meister des Horrorrocks. Seit seinem Comeback-Album aus dem Jahre `86 hat sich der Gute auf einen etwas härteren Sound besonnen als wie auf seinen frühen Scheiben. Er wird die Zeichen der Zeit erkannt haben, denn gegen Mitte der 80ziger konnte man mit progressiven Hippie- Gedudel keinen Blumentopf mehr gewinnen. Schon auf dem Vorgänger „Constrictor“ war eine härtere Gangart zu erkennen, welche auf „Raise Your Fist“ ihren Höhepunkt fand.

Hart wie nie stieg die Band um den Meister in den ersten Song „Freedom“ ein, der sich mit der Willkür der amerikanischen Zensurbehörden beschäftigt. AuchAlica Cooper stand ähnlich wie seine Kollegen von W.A.S.P., Ozzy Osbourne oder Judas Priest auf der Abschussliste von Tipper Gore (Frau des US-Vizepräsidenten Al Gore und treibende Kraft der P.M.R.C.). Vielleicht waren es auch diese Umstände, warum diese Scheibe so knallhart aus den Boxen pfeffert. Mit dem selbsternannten „Metal-Rambo“ Kane Roberts, hatte Alica auch einen optisch auffallenden Gegenpart zu sich in der Band. Natürlich wirkt der Kerl mit seiner Gitarre in Form eines Maschinegewehrs und seinen Outfit albern, aber spielen konnte er.
Von Kane Roberts gibt es auch 2 Solo-Scheiben von denen ich die 2te „Saints& Sinners“ empfehlen kann. Eben dessen explosive Solos machten Songs wie „Step on you“, „Time to Kill“ oder der Dreierpack am Ende der Scheibe („Chop, Chop, Chop“, „Gail“ und „Roses on with Lace“) zum Erlebnis. Einziger Schwachpunkt an einem sonst perfektem Heavy Metal-Album, ist das wirklich dämliche Cover, welches im Vinylformat noch behämmerter aussieht wie in klein. Allerdings muss ich zugeben das ich damals ein T-Shirt mit eben diesem Cover hatte. Na ja, ich war jung.

Leider hatte „Raise…“ nicht so einen Stellenwert in der Diskografie von Alice Cooper wie ein „Billion Dollar Babies“ oder „Schools Out“, vielleicht auf grund fehlender Hit-Singles? Oder war der Nachfolger „Thrash“ einfach zu erfolgreich, das diese Scheibe im nachhinein vergessen worden ist? An den Songs kann es meiner Meinung nicht gelegen haben, oder war Alice Cooper zu hart fürs Mainstream-Publikum? An mangelnder Werbung lag es auch nicht, weil Alice trat zu dieser Zeit in dem Jon Carpenter Film „Fürsten der Finsternis“ in Erscheinung. In diesem Film gab es auch den Song „Prince of Darkness“ zu hören. Woran lag es? Ich weiß es nicht. Er selber hat mal vor Jahren gesagt: „Wir wollten den Leuten zeigen das mit uns noch zu rechnen ist. Wir haben 2 Hammer Heavy Metal Alben gemacht.“ Eben „Constrictor“ und „Raise your fist and yell“.
Ich finde Alice Cooper brauchte ein solches Album wie „Raise…“ um den Leuten zu zeigen: Hey! Mit mir ist noch zu rechnen. Die Band hatte ein für damalige Verhältnisse ein krachendes, modernes Power Album abgeliefert, welches ich auch heute noch immer gerne höre. Falls euch diese Scheibe unbekannt sein sollte, tut euch den Gefallen und hört wenigstens mal rein. “ Raise your fist and yell“ ist ein vergessener Diamant in der umfangreichen Diskografie von Schockrocker Alice Cooper!

(Jörg)

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

1 Kommentar zu “Alice Cooper – Raise your fist and yell”

  1. Peter

    bin ganz deiner Meinung , kannte die Scheibe bis heute auch nicht und bin schon nach dem ersten Hördurchlauf positiv überrascht , einziger Wermutstropfen ich find das ein leichter Bon Jovi Touch in manchen Refrains , aber perfekte Riffs von Kane Roberts den ich für unterbewertet halte.

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