CD-Review: Alice Cooper - The Eyes Of Alice Cooper (Re-Release)

Besetzung

Alice Cooper - Gesang
Ryan Roxie - Gitarre
Eric Dover - Gitarre
Chuck Garric - Bass
Eric Singer - Schlagzeug

Tracklist

01. What Do You Want From Me?
02. Between High School and the Old School
03. Man Of the Year
04. Novocaine
05. Bye Bye Baby
06. Be With You Awhile
07. Detroit City
08. Spirits Rebellious
09. This House is Haunted
10. Love Should Never Feel Like This
11. The Song That Didn´t Rhyme
12. I´m So Angry
13. Backyard Brawl


Nachdem ALICE COOPER auf „Brutal Planet“ und „Dragontown“ Elemente des Industrial in den Sound einfließen ließ und eine deutlich härtere Gangart gefahren hatte, ging es 2003 back to the roots. „The Eyes Of Alice Cooper“ sah die verstärkte Rückkehr des klassischen Hard Rock früherer Zeiten. Wie auch die beiden erwähnten Vorgänger wird „The Eyes Of Alice Cooper“ aktuell von Armoury Records re-released und erstmals in der Mid-Price-Kategorie angeboten.

Dass Bob Marlette auf „The Eyes Of…“ nicht mehr zum Line-Up gehört, fällt in jeder Hinsicht auf, besonders jedoch beim Songwriting. Die modernen Einflüsse wurden praktisch komplett über Bord geworfen. „The Eyes Of…“ ist mehr ein Spagat zwischen den Werken aus den frühen 70ern und dem massenkompatibleren Coop-Sound der späten 80er . Wenn man noch so ein bisschen die Heaviness und düstere Atmosphäre von „Brutal Planet“ oder „Dragontown“ im Ohr hat, treffen einem die Veränderungen wie ein Schlag.
Ich will aber damit nicht sagen, dass Cooper und Co. hier schlecht komponiert haben, man muss sich nur an den erneuten Stilwechsel gewöhnen. Das straighte, fetzige „What Do You Want From Me?“, das einprägsame „Man Of The Year“, das groovige „Novocaine“, „This House Is Haunted“ mit der unterschwelligen Grusel-Atmosphäre, das flotte „Love Should Never Feel Like This“ und das dynamisch-punkige „I’m So Angry“ sind schon allesamt gut Songs, denen es auch nicht an der benötigten Energie fehlt. Allerdings finden sich auf „The Eyes Of Alice Cooper“ auch ein paar Filler mehr, als auf den direkten Vorgängern.
Das Songwriting ist diesmal insgesamt wieder weit weniger komplex. Es wird mehr Wert auf einfachere Konstrukte und geradlinigere Hooks gelegt. Man kommt bei einer durchschnittlichen Songdauer von dreieinhalb Minuten auch viel schneller auf den Punkt. Von der technischen Seite gibt es nichts zu bemängeln. Coopers Stimme ist noch immer charakteristisch und ausdrucksstark. Und auch die Mitstreiter samt der Gastmusiker an nicht ganz alltäglichen Instrumenten wie Saxophon, Klarinette und Harmonika machen ihre Arbeit gut.

Manche werden den neuerlichen Stilwechsel dankbar aufgenommen haben, andere werden traurig den düster-druckvollen Zeiten der beiden Vorgängeralben nachtrauern, doch im Endeffekt ist „The Eyes Of Alice Cooper“ ein gutes, abwechslungsreiches Rock-Album geworden. Überhaupt zeigt sich ALICE COOPER in den 2000er-Jahren als absolut solider Songwriter, von dem sich andere mal eine ordentliche Scheibe abschneiden könnten.

Bewertung: 7 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: