CD-Review: Allegaeon - Proponent For Sentience

Besetzung

Riley McShane – Gesang
Greg Burgess – Leadgitarre, Orchestrierung
Michael Stancel – Rhythmusgitarre
Corey Archuleta – Bass, Backing-Gesang
Brandon Park – Schlagzeug, Perkussion
Gastmusiker:
Björn „Speed“ Strid (Soilwork) – Gesang (Track 11)
Benjamin Ellis (Scar Symmetry) – Gitarrensolo (Track 11)

Tracklist

01. Proponent For Sentience I – The Conception
02. All Hail Science
03. From Nothing
04. Gray Matter Mechanics – Apassionata Ex Machinea
05. Of Mind And Matrix
06. Proponent For Sentience II – The Algorithm
07. Demons Of An Intricate Design
08. Terrashaw And The Quake
09. Cognitive Computations
10. The Arbiters
11. Proponent For Sentience III – The Extermination
12. Subdivisions (Rush Cover)


Seit 2008 (davor schon unter dem Namen Allegiance) zeigen ALLEGAEON mit ihrer Musik, dass Tech-Death nicht brutal und Melo-Death nicht simplistisch sein müssen. Zwei Jahre nach „Elements Of The Infinite“ legen die amerikanischen Melodic-Tech-Deather ihr viertes Album „Proponent For Sentience“ nach. Dieses klingt nicht nur dem Namen nach sehr ambitioniert, das insgesamt 72 Minuten Spielzeit umfassende Opus ist es auch tatsächlich. Erfreulicherweise sind ALLEGAEON an ihren Ansprüchen nicht gescheitert, sondern sogar daran gewachsen, wie die vorliegende Platte eindeutig beweist.

„Proponent For Sentience“ ist nämlich eine zum Bersten mit fantastischen Ideen gefüllte, musikalische Fundgrube. Technische Riffs, atemberaubende Frickel-Leads, hyperschnelle Soli, stimmig ergänzende und gut hörbare Basslines sowie variable Schlagzeugrhythmen mit nicht zu knapp bemessenen Double-Bass- und Blasting-Parts gehören bei ALLEGAEON schon länger zur Grundausstattung, dennoch müssen all diese Aspekte auch hier noch einmal gelobt werden. Doch damit haben sich die fünf (inzwischen nur noch vier) Vorzeigemusiker längst nicht zufriedengegeben.
Die Bandbreite reicht vom symphonischen Bombast der ersten zwei Parts des Titeltracks über die heiteren Flamenco-Akustikgitarren im über acht Minuten langen „Gray Matter Mechanics – Apassionata Ex Machinea“ und die stimmungsvollen, fast schon Post-Metal-artigen Gitarren in „Of Mind And Matrix“ bis hin zu den mitreißenden, kraftvollen Gast-Vocals von Gesangsakrobat Björn Strid (Soilwork) im dritten und letzten Teil des Titelsongs. Für praktisch jede Nummer haben sich ALLEGAEON etwas Besonderes einfallen lassen, ohne dabei den stilistischen roten Faden zu verlieren.
Obwohl die im Allgemeinen recht langen Songs äußerst facettenreich und spielerisch auf höchstem Niveau sind, erleidet man zu keiner Zeit eine Reizüberflutung, da die meisten Songs nachvollziehbaren Strukturen folgen und so manche eingängige, aber deswegen nicht minder beeindruckende Stelle (die nicht selten der Refrain ist, siehe „Terrathaw And The Quake“) beinhalten. Dass man die vielen Dinge, die es in der Musik von ALLEGAEON zu entdecken gibt, auch tatsächlich als solche erkennt, liegt mitunter an der tadellosen, klaren Produktion. Ansonsten sei außerdem noch Neuzugang Riley McShane positiv hervorzuheben, er liefert hinter dem Mikro mit seinen variablen Screams und Growls eine mehr als solide Leistung ab.

Egal, von welchem Ausgangspunkt man an die Platte herangeht, „Proponent For Sentience“ ist ein durch und durch gelungenes Stück Melodic-Tech-Death, mit dem sich ALLEGAEON abermals als Meister ihres Fachs profilieren. Die neuen Songs sind episch, verspielt, vielfältig, bisweilen sogar atmosphärisch und dennoch leicht zugänglich, ohne dabei zu schnell an Reiz zu verlieren. Einzig das abschließende, eher gemäßigte Rush-Cover „Subdivisions“ will mit seinen recht gewöhnlichen Cleans nicht so recht dazu passen, doch darüber kann man ohne weiteres hinwegsehen. Die Fans sind damit bis zum nächsten Output auf jeden Fall gut versorgt.

Bewertung: 8 / 10

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2 Kommentare zu “Allegaeon – Proponent For Sentience”

    1. Stephan Rajchl Post Author

      Hallo, J!
      Witze erlaube ich mir allenfalls im Text des Reviews selbst, nicht aber bei der Wertung. ;)
      Ich verstehe schon, dass man dieses Album auch gut begründet besser bewerten kann. Ich selbst fand, wie gesagt, das Rush-Cover einfach nicht so gut und es kommt vereinzelt schon vor, dass eine Passage oder ein Song nicht ganz so sehr beeindruckt wie die anderen. Für eine Wertung wie 9/10 muss ein Album schon an Perfektion grenzen, da würde dann nicht viel auf einen Meilenstein oder ein Meisterwerk fehlen. Das sehe ich hier nicht gegeben. Aber ich stimme dir natürlich zu, dass Allegaeon damit ein wirklich starkes Album gelungen ist. :)

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