CD-Review: Angelus Apatrida - Clockwork

Besetzung

Guillermo Izquierdo “Polako" – Gesang, Gitarre
David García – Gitarre
Jose Izquierdo – Bass
Víctor Valera – Schlagzeug, Hintergrundgesang

Tracklist

01. The Manhattan Project
02. Blast Off
03. Of Men And Tyrants
04. Clockwork
05. Devil Take The Hindmost
06. The Misanthropist
07. Legally Brainwashed
08. Get Out Of My Way
09. My Insanity
10. One Side War
11. Into The Storm
12. National Disgrace


Als Thrash Metal-Hochburg wird Spanien wohl nie Schlagzeilen machen. Dennoch gelingt es Bands in regelmäßigen Abständen, über die Landesgrenze hinaus von sich reden zu machen und sogar Plattenverträge bei großen europäischen Labels zu ergattern. Einer dieser Acts sind die aus Albacete im Osten Spaniens stammenden ANGELUS APATRIDA, die unlängst von Century Media Records unter Vertrag genommen wurden – und mit „Clockwork“ ihren dritten Langspieler unters Volk bringen.

Satte 13 Songs ist das Luder stark, das uns die Spanier servieren, die metallische Durchschlagskraft der einzelnen Titel lässt sich kaum messen. Hat man die erste Täuschung – das handzahme Intro „The Manhatten Project“ – überwunden, bekommt man mit „Blast Off“ (der Titel ist hier Programm) schon die erste schwere Schlagseite verpasst. Wenn Guillermo Izquierdo „Polako“ und David García die ersten Riffs in Hochgeschwindigkeit aus der Anlage schicken, scheinen die Griffbretter regelrecht zu qualmen. Polako schwingt nicht nur die Axt, sondern nimmt auch den Platz hinterm Mikrofon ein, versorgt den Hörer von dort aus mit astreinen und sehr kraftvollen Thrash-Vocals, immer wo es passt auch mit giftigen Shouts und Gekeife – Dave Mustaine lässt grüßen?
Die Produktion lässt keine Wünsche offen, ist modern aber nicht klinisch, mörderisch druckvoll und setzt den ureigenen Drive und Groove von ANGELUS APATRIDA perfekt in Szene. So ist es dann auch kein wunder, bei Tracks wie „Devil Take The Hindmost“ oder „The Misanthropist“ fast aus dem Sessel geblasen zu werden. Stimmige Rhythmuswechsel, in Sachen Gitarrenarbeit ein Maximum an Abwechslung für den Thrash Metal-Sektor und immer wieder eine beinahe greifbare Spielfreude und Originalität. Das Quartett schafft es in seinem 10. Jahr, einen Silberling auf die Fangemeinde loszulassen, der alle Erwartungen bei Weitem übertrifft, die Vorgänger-Scheiben mit Leichtigkeit in den Schatten stellt. „Clockwork“ gönnt einem dabei keine Verschnaufpause, wenn die Gitarrenfraktion kurz inne hält oder Tempo zurückschraubt dann nur, um im nächsten Moment wieder mit voller Wucht zurückzukommen, sich als perfekt miteinander agierendes Duo in die höchsten Spähren thrashmetallischer Axt-Kunst zu katapultieren.

Letztendlich sind es auch immer wieder Nummern im Stile von „One Side One War“, die sich ohne Umschweife in den Hörgängen festsetzen, durch Refrains mit Gruppenshouts und Musik gewordenen Riffmonstern alles platt machen, was sich ihnen in den Weg stellt. Die Spanier versuchen nicht verkrampft, so old school wie möglich zu klingen – womit sie vielen Genre-Kollegen, die den Ritt auf der Thrash-Revival-Welle wagen, ordentlich was voraus haben – und meistern das Kunststück, keinen Hehl aus Vorbildern zu machen und dennoch vollkommen eigenständig zu klingen. „Clockwork“ kann es problemlos mit allen Thrash-Veröffentlichungen aufnehmen, die dieses Jahr schon kamen und noch kommen werden.

Bewertung: 8 / 10

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