CD-Review: Angelus Apatrida - The Call

Besetzung

Guillermo Izquierdo – Gesang, Gitarre
David G. Álvarez – Gitarre
José J. Izquierdo – Bass
Víctor Valera – Schlagzeug

Tracklist

01. You Are Next
02. At The Gates Of Hell
03. Violent Dawn
04. It's Rising!
05. Blood On The Snow
06. Killer Instinct
07. The Hope Is Gone
08. Fresh Pleasure
09. Still Corrupt
10. Reborn


ANGELUS APATRIDA legten 2010 mit „Clockwork“ bereits einen amtlichen Einstand bei Century Media hin, jetzt folgt mit „The Call“ ein weiteres Album, das helfen wird, die neue Generation des Thrash Metal, die von Bands wie Skeletonwitch und Warbringer angeführt wird, weiter zu etablieren.

Und wie schon auf dem Vorgänger klingen ANGELUS APATRIDA auch hier gleichermaßen modern wie traditionell. Prinzipiell wird mit altbekanntem Rezept gearbeitet, die ab und zu eingestreuten technischen Spielereien sorgen aber dennoch für Abwechslung im sehr druckvollen Sound. Durch Guillermo Izquierdos mal sehr pissige, mal fast cleanen Vocals bleiben einige Songs auch durchaus gut im Ohr und wenn ANGELUS APATRIDA wirklich fokussiert nach vorne gehen, macht das Album eine Menge Spaß. Denn gerade die sehr traditionellen, aber gut konzipierten Gitarrensoli sind ein Garant für gute Stimmung.
Ich persönlich finde auf „The Call“ aber durchaus auch einige Momente, wo sich die Band im eigenen Thrash-Geschwurbel festfährt und darüber den Blick für’s Ganze, das heißt, den Song, verliert: Mal kann man sich nicht entscheiden, ob man melodisch oder brutal zu Werke gehen will, mal sind Riffs deplatziert oder schlicht und ergreifend ein wenig belanglos. Die Gratwanderung zwischen geilem Thrash und einer viel zu unentschlossenen Form davon ist omnipräsent, sodass sich leider bei Weitem nicht in jeder Minute des Albums Begeisterung einstellt.

Die zweite Hälfte des Werkes kommt mir alles in allem deutlich konsistenter vor, die erste mag auch nach mehrmaligem Hören nicht richtig zu überzeugen. Schade, denn Nummern wie „Still Corrupt“, „Reborn“ oder „Fresh Pleasure“ zeigen, dass ANGELUS APATRIDA prinzipiell in der Lage sind, einen Song abwechslungsreich, spannend und trotzdem voll auf die zwölf zu schreiben. So bleibt ein ambitioniertes und gut gemeintes, modernes Thrash-Album, das trotz einiger Granaten nicht auf ganzer Linie überzeugen kann. Da kann die Letzte von Warbringer deutlich mehr.

Bewertung: 6 / 10

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