Das Cover von "Black Eyed Children" von Astral Doors

Review Astral Doors – Black Eyed Children

  • Label: Metalville
  • Veröffentlicht: 2017
  • Spielart: Heavy Metal

Nicht zuletzt aufgrund der Verpflichtungen von Sänger Nils Patrik Johansson bei den Power Metallern Civil War war es in den letzten Jahren vergleichsweise still um die schwedischen Vorzeige-Metaller ASTRAL DOORS. Das ist schade, hatte sich die Truppe doch in den 15 Jahren seit ihrer Gründung als feste Größe in der internationalen Melodic-Metal-Welt etabliert. Nun hat das Warten allerdings ein Ende, denn mit „Black Eyed Children“ steht endlich das nächste ASTRAL-DOORS-Album in den Startlöchern.

Viel hat sich im Hause ASTRAL DOORS trotz längerer Abwesenheit nicht geändert: Die Schweden klingen auch auf ihrer neuen Platte wie die moderne, muskulöse Version von Rainbow – das liegt natürlich vornehmlich an der Stimme von Frontmann Nils Patrik Johansson, der sich gesanglich schon immer stark an Ronnie James Dio orientierte, aber natürlich auch am sonstigen Gebaren der Truppe aus Borlänge. Die Arrangements der ASTRAL DOORS leben von saustarken Gitarrenriffs und großen Refrains gepaart mit Keyboards aus der Hammond Orgel-Schule, was sofort Erinnerungen an Rock- bzw. Metal-Bands der ausgehenden 70er wachruft.

Allerdings setzt diese Band zudem auf superfetten Sound und modernste Studioproduktion, weshalb schon der Opener „We Cry Out“ mit gehöriger Wucht aus den Boxen kommt und die Truppe trotz aller Anleihen in der guten Alten Zeit unüberhörbar in der Gegenwart verortet. Mit dem folgenden „Walls“ oder auch „Tomorrow’s Dead“ und vor allem dem Titeltrack kokettieren die Herren dann eher mit den bombastischeren Momenten von Dio bzw. Black Sabbath unter dessen Führung und schon ist klar, welche Einflüsse maßgeblich für „Black Eyed Children“ herhalten dürfen. Insgesamt machen ASTRAL DOORS auf ihrem neuen Album also weithin das, was man von der Band schon kennt, allerdings haben die Herren durchaus ein wenig an ihrem Sound geschraubt.

„God Is The Devil“ oder „Suburban Song“ etwa klingen mal abgesehen vom Gesang weitaus weniger nach einem der genannten Vorbilder, sondern lassen in ihren Arrangements eher an Bands wie Europe denken, das treibende „Die On Stage“ oder „Good Vs. Bad“ muten gar kalifornisch an und „Slaves To Ourselves“ hat das Potenzial, zu einer im Live-Betrieb unverzichtbaren Hymne zu werden. Kurz: Die Truppe um Nils Patrik Johansson setzt der besten Musik der Welt mit „Black Eyed Children“ ein weiteres Denkmal und wenngleich hier stets offensichtlich ist, wer die Mannschaft zu ihrem Schaffen inspiriert, zeigt die Formation dabei doch viel Profil. Können, Spielfreude und eine über jeden Zweifel erhabene Produktion macht das neue ASTRAL DOORS-Album zu einem herrlich ehrlichen Kniefall vor allem, was den Heavy Metal groß gemacht hat.

Zusammen mit Jorn bilden ASTRAL DOORS seit jeher die beste Anlaufstelle für alle, die nach einer Ersatzdroge für die verschiedenen Schaffensvehikel von Ronnie James Dio suchen. Dennoch muss man den Schweden zugestehen, dass sie bei all ihrer Ehrfurcht vor dem großen Mann mit der kleinen Stimme nie zu reinen Nachahmern der verschiedenen Bands des kleinen Mannes mit der großen Stimme verkommen sind. So ist „Black Eyed Children“ ein weiteres zeitloses Metal-Album voll von Ohrwürmern und überschäumender Spielfreude – Anhören!

Wertung: 8 / 10

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