CD-Review: Autopsy - All Tomorrow's Funerals

Besetzung

Eric Cutler – Gesang, Gitarre
Danny Coralles – Gitarre
Joe Allen – Bass
Chris Reifert – Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. All Tomorrow's Funerals
02. Broken People
03. Mauled To Death
04. Maggot Holes
05. The Tomb Within
06. My Corpse Shall Rise
07. Seven Skulls
08. Human Genocide
09. Mutant Village
10. Horrific Obsession
11. Feast Of The Graveworm
12. Funereality
13. Fiend For Blood
14. Keeper Of Decay
15. Squeal Like A Pig
16. Ravenous Freaks
17. A Different King Of Mindfuck
18. Dead Hole
18. Retribution For The Dead
19. Destined To Fester
20. In The Grip Of Winter
21. Sign Of The Corpse


Die Rückkehr AUTOPSYs auf die Bühnen der Welt zeigte neben dem Umstand, dass Festivals wie das Party.San Open Air durchaus in der Lage sind effizient Werbung für eine Band zu machen auch, dass Old School Death Metal mitnichten in Vergessenheit geraten ist – Die Medienresonanz auf die Wiedervereinigung war für eine Band dieses Genres in den letzten Jahren meiner Kenntnis nach beispiellos. Mich persönlich erfasste die Euphorie eher weniger, „Mental Funeral“, klar, ein cooles Album, aber auch nicht DER Grund, sich mit vollster Hingabe mit der Band zu beschäftigen. So überbrücken AUTOPSY mit dem 2012er Release „All Tomorrow’s Funerals“ für mich ganze 21 Jahre Bandgeschichte.

Zu den neuen Songs gesellen sich alle bisher veröffentlichten EPs und damit zum Teil vergriffene Raritäten, die die Band extra neu masterte. Zwei Vorannahmen lassen sich also schon einmal aufstellen: „All Tomorrow’s Funerals“ ist wohl weniger als zusammenhängendes Album zu sehen und mit 73 Minuten Spielzeit zudem ein ziemliches Schwergewicht. Die sich daran unmittelbar anschließende Frage ist: Sind die einzelnen Songs so genial, ist die Spielzeit so gut gefüllt, dass das Release auch für Nicht-Komplettisten und -Fans interessant ist?
„Jein“ ist wie so oft die klare Antwort. Mit Sicherheit ist die Scheibe viel zu lang, als dass man sie am Stück anhören könnte. Zudem unterscheiden sich die Songs alles in allem nur relativ unwesentlich. Immerhin: Der typische AUTOPSY-Sound ist immer präsent und die neuen Songs beweisen, dass die Jungs auch 2012 noch schlüssig zwischen morbidem Doom Metal und fiesem Death-Metal-Geprügel wechseln können. Besonders „Broken People“ mit sturem Groove und einem coolen Intro-Solo macht hier Spaß. Auch der kranke, sehr variable Gesang trägt seinen Teil dazu bei, dass AUTOPSY keineswegs nach einer beliebigen Old-School-Death-Metal-Truppe klingt. Grundsätzlich gilt das für die gesamte Platte: Alle Songs haben auf ihre Weise ihren Reiz und fallen gegeneinander qualitativ nicht ab. Das Remastering sorgt zudem dafür, dass der Hörgenuss der älteren EP-Songs noch einmal deutlich aufgewertet wird, einen großen Unterschied zu den Neuaufnahmen bemerkt man kaum.

Nach spätestens 30 Minuten gehen für mich als Hörer leider dennoch die Lichter aus, irgendwann wird es einfach zu viel Geballer mit zu wenig Struktur. Andererseits macht der Compilation-Charakter des Releases ja schon deutlich klar, dass es auch nicht unbedingt gewollt ist, dass diese Scheibe von Anfang bis Ende durchgehört wird. Die EPs für sich genommen machen durchaus Spaß, und ein Kauf lohnt sich wohl nicht nur für Komplettisten und Leute, die schon immer heiß auf das Material waren, sondern durchaus auch für Neueinsteiger, die sich anhand von „All Tomorrow’s Funerals“ einen knappen aber aussgekräftigen Überblick über das bisherige Schaffen des Truppe verschaffen wollen. Wer die Scheibe als das sieht, was sie ist, dürfte durchaus Spaß mir ihr haben, und wer sie nur happenweise hört, bekommt eine dicke Packung typischster AUTOPSY-Mucke zum Normalpreis auf die Ohren.

Keine Wertung

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: