CD-Review: Black Country Communion - 2

Besetzung

Glenn Hughes - Gesang, Bass
Joe Bonamassa - Gitarre, Gesang
Jason Bonham - Schlagzeug
Derek Sherinian - Keyboard

Tracklist

01. The Outsider
02. Man In The Middle
03. The Battle For Hadrian's Wall
04. Save Me
05. Smokestack Woman
06. Faithless
07. An Ordinary Son
08. I Can See Your Spirit
09. Little Secret
10. Crossfire
11. Cold


Die große Zeit der Rock-Supergroups haben wir längst hinter uns, in den letzten Jahren scheint das Format dennoch wieder begrenzt in Mode zu kommen. Sind ELP, Cream, Crosby, Stills & Nash oder Asia zumindest in der Form, in der sie noch berechtigterweise mit dem Attribut „Super“ gekennzeichnet werden konnten längst Geschichte, so wussten doch Them Crooked Vultures mit John Paul Jones, Dave Grohl und Josh Homme 2009 wieder ein Ausrufezeichen im Sektor der großen Namen zu setzen. Schon länger treiben auch Transatlantic eher im Prog-Sektor ihr Unwesen, doch gegen das, was dieser Tage wiedermal durch die Lautsprecher walzt, verpuffen auch Namen wie Neal Morse oder Mike Portnoy wie ein laues Lüftchen. Oder beantwortet mir jemand, welche Musiker-Kombination für den Rockfan erotischer sein könnte als diese: Glenn Hughes, der bei Deep Purple und Black Sabbath spielte und Allan Holdsworth und John Frusciante einlädt, an seinen Alben mitzuwirken, Joe Bonamassa, der sich in Rekordzeit zum neuen Stern am Bluesrock-Himmel aufschwang und deshalb mir nichts dir nichts mit Eric Clapton jamt, Derek Sherinian, der bei Billy Idol, Alice Cooper oder KISS mitspielt und Jason… Bonham.

So viel steht also außer Frage, BLACK COUNTRY COMMUNION eröffnen mit ihrer Musik schon per Definition den Weg ins Rock-Mekka, bereits zum zweiten mal. „2“ ist wieder genau das, was man von dieser Musiker-Kombination erwarten muss: Intelligenter Hardrock, der verdammt groovig daherkommt, sich überdies aber nicht scheut, auch mal die lyrische, entspannte Seite anklingen zu lassen. Sauber getrennt nach Songs natürlich, wer „Man In The Middle“ anmacht muss wissen, dass es jetzt auf die Mütze gibt,“Save Me“ und „Cold“ setzen dagegen komplett auf Stimmung.
Sind die Riffs primär das, was man als schamlos gut gemachten Rock einschätzt, sind es vor allem Hughes druckvolle Basslines und Sherinians unglaublich lässiges Keyboard ( das dem Sound einen gewissen Old School-Stempel der Marke Deep Purple aufdrückt), die der Musik ein weiteres „gewisses Extra“ einhauchen.
Und Kinder, dieses Album hat Eier. Diese Songs sind derartig cool, treffen den Nagel derart auf den Kopf, dass sie musikalisch gar nicht mehr darauf pochen müssen, ebendies zu sein. Nein, BLACK COUNTRY COMMUNION können es sich leisten, nicht übertrieben auf die Kacke zu hauen und auch mal bluesig zu sein, können auch eine Ballade spielen und textlich kein einziges Klischee bedienen und trotzdem noch hundertfach überzeugender Badass als alles andere, was sich derzeit so auf dem Musikmarkt herumtreibt, sein. Diese Band weiß, was sie kann und weiß, wie genial sie ist und spielt genau deswegen ein geradliniges, klassisches, dafür perfektes (Hard) Rock-Album ein.

Machen wir’s kurz: BLACK COUNTRY COMMUNION sind geil, das wissen sie, das weiß ich, und ich würde mir ein Bravo-Poster von ihnen ins Zimmer hängen, wenn ich an so etwas herankommen würde. Das ist DIE Musik für’s Auto, zum Trinken, ja, diese Platte ist wahrscheinlich auf dem Pott noch sexy. Spannend und entspannt zugleich, gerade weil „2“ DAS Gegenbeispiel zur im Normalfall richtigen Annahme darstellt, dass viele Genres (und nicht zuletzt der Hard/Blues Rock) totgespielt sind, ist diese Scheibe so cool. Also, rein in den CD-Player mit den Anspieltipps „The Outsider“ und „The Battle For Hadrian’s Wall“ und die Möglichkeit nutzen, Fanboy oder -girl einer Band zu werden, bei der selbiges unabstreitbar Sinn macht.

Bewertung: 10 / 10

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