Das Cover von "Fireworks MMXXIII" von Bonfire

Review Bonfire – Fireworks MMXXIII

  • Label: AFM
  • Veröffentlicht: 2023
  • Spielart: Hard Rock

1987 war vermutlich noch nicht absehbar, dass die Karriere der Ingolstädter Hard Rocker BONFIRE bis heute andauern würde, aber der Erfolg des nur ein Jahr zuvor erschienenen „Don’t Touch The Light“ ließ doch Großes erahnen. Passend zu ihrem amerikanisch geprägten Sound konnte die Truppe um Gitarrist Hans Ziller für ihr zweites Album nicht nur Produzent Michael Wagener, der sich zu diesem Zeitpunkt schon einen Namen durch seine Arbeit mit Mötley Crüe, Dokken und Alice Cooper gemacht hatte, sondern auch Schlagzeuger Ken Mary von den US-Metal-Helden Fifth Angel gewinnen. 36 Jahre später haben sich BONFIRE die Songs noch einmal vorgenommen und ihre zweite Platte unter dem Titel „Fireworks MMXXIII“ in aktueller Besetzung neu aufgenommen.

War „Don’t Touch The Light“ eine starke Platte, so ist „Fireworks“ ein waschechtes Hit-Album: Mit Titeln wie „Ready 4 Reaction“, „Never Mind“, „Sweet Obsession“ und dem unumgänglichen „American Nights“ kommt noch heute ein Großteil der Songs jedes BONFIRE-Konzertes von ebenjener Platte. Das ergibt auch Sinn, denn was auf dem Debüt gut war, wurde auf dem Nachfolger perfektioniert. Die Ingolstädter etablierten sich mit „Fireworks“ dank kerniger Hard-Rock-Songs, die stets im Spannungsfeld aus hart und eingängig rangieren und ihren amerikanischen Vorbildern in nichts nachstehen, als international konkurrenzfähige Band auf einem Niveau, das sonst nur von den Scorpions erreicht wurde.

Und wie klingt das, wenn man es dreieinhalb Jahrzehnte später noch einmal aufnimmt? Genau wie auf „Don’t Touch The Light MMXXIII“ auch. „Fireworks MMXXIII“ entstand vermutlich unter den gleichen Umständen wie die beiden anderen Neuaufnahmen aus dem Hause BONFIRE, weshalb es sich klanglich auch nicht weiter von ihnen unterscheidet. Gut ist das, weil die Bayern hier eben auf wuchtigen Sound mit mächtigen Gitarren setzen, was den zuvor genannten Songs durchaus bekommt. Nicht so gut ist das, weil man es hier sowohl mit anderen Studio-Voraussetzungen als auch mit einer anderen Band zu tun hat und so fällt der Sound auf „Fireworks MMXXIII“ nicht nur moderner, sondern auch steriler aus.

Die größte Umgewöhnung verlangt Neu-Sänger Dyan Mair: Sang der Mann das Material von „Don’t Touch The Light MMXXIII“ reichlich hoch ein, bemüht er sich auf „Fireworks MMXXIII“ um einen eher kernigen Gesangsstil. Die stimmliche Wandlungsfähigkeit des gebürtigen Griechen ist also mehr als beeindruckend, hört man die Neuaufnahmen „nebeneinander“ ist dieser Bruch jedoch überraschend. Da sich der Gesang von Mr. Mair sowohl von Originalsänger Claus Lessmann als auch von seinem direkten Vorgänger stark unterscheidet, ist es nur gut und richtig, wenn er sich nicht um eine halbgare Nachahmung bemüht. Auch passt seine kantigere Herangehensweise gut zur erwähnt wuchtigen Produktion, allerdings klingt er auf der neuen Version des Debüts noch ein bisschen besser als hier. Schlecht ist seine Leistung auf „Fireworks MMXXIII“ aber auch nicht.

Beaufsichtigt von einem der wichtigsten Hard-Rock-Produzenten seiner Zeit und eingespielt von einer jungen, hungrigen Band ist „Fire Works“ im Original natürlich ein geradezu magisches Album. Diese Magie reproduzieren zu wollen, wäre ebenso vermessen wie unmöglich und es ist sicherlich auch nicht das, was BONFIRE mit „Fireworks MMXXIII“ erreichen wollten. Vielmehr ließ die Truppe ihre legendären Songs noch einmal im Studio Revue passieren, und das Ergebnis kann sich absolut hören lassen. Auch in modernem, fetten Sound machen die Nummern noch großen Spaß und wenngleich der Gesang von Herrn Mair – auf dieser Platte – gewöhnungsbedürftig ist, macht doch auch er diesen großartigen Songs alle Ehre.

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